ÖFB-Frauen gegen Spanien mit mentalem Vorteil

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Der Höhenflug der ÖFB-Frauen bei der EURO 2017 in den Niederlanden soll weitergehen - es wird aber nicht vergessen, dass Gegner Spanien (So., 18:00 Uhr) als Weltranglisten-13. eigentlich als Favorit ins Viertelfinal-Duell geht.

"Auch wenn sie in der Vorrunde nicht ganz so überzeugt haben, sind sie ein starker Gegner und auch Favorit. Spanien ist bei den Männern und auch Frauen eine Fußballnation", sagt Innenverteidigerin Carina Wenninger.

Die Spanierinnen verloren zwei ihrer drei Gruppenspiele.

Nach dem 2:0-Auftaktsieg über Portugal folgten eine 0:2-Niederlage gegen England und ein 0:1 gegen Schottland.

Dennoch meint Laura Feiersinger: "Spanien ist ein Hammergegner, wir sind auf jeden Fall Außenseiter."

Selbstvertrauen statt Kleinmacherei

In dieser Rolle hat das ÖFB-Team aber bislang geglänzt. Trotz niedriger Erwartungshaltung ist man nach der Vorrunde als eines von fünf EM-Teams noch unbesiegt. Das Selbstvertrauen ist dementsprechend groß.


Die Erwartungshaltung hat man deutlich übertroffen:

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"Wir sind in einem guten Zustand, kommen mit einer Portion Selbstvertrauen, brauchen uns auf jeden Fall nicht verstecken", sagt Feiersinger.

Das weiß auch Teamchef Dominik Thalhammer: "Wir waren zuletzt mental stark und auch sehr stabil. Wir schweben auf einer sehr positiven Welle."

Man kennt das Spiel schon

Bekannt ist das Spiel der Spanierinnen von einem Testspiel im Februar 2015, als man sich auswärts 2:2 trennte.

"Von Spanien weiß man, dass sie eine Ballbesitzmannschaft sind, und dass man gegen diesen Gegner auch aushalten muss, den Ball länger nicht zu haben. Doch gerade das Spiel gegen den Ball sehen wir als eine unserer Stärken", wusste der Teamchef schon zu berichten, bevor das Viertelfinal-Duell feststand.

"Wenn Spanien irgendwelche Fehler machen sollte, werden wir diese nutzen. Wir haben vor der EURO gesagt, wir werden immer dann zugreifen, wenn sich Chancen ergeben."

Die konkrete Vorbereitung auf das Großereignis umfasste natürlich in erster Linie die direkten Gruppengegnerinnen, aber auch von den Truppen aus Gruppe D hat man sich Videos geholt, die nun intensiver studiert werden.

Mentaler Vorteil: Österreich

Nach den zwei spanischen Niederlagen in Folge liegt der mentale Vorteil sicher auf Seiten Österreichs. Auch der eine Tag, den man mehr an Pause hatte, könnte helfen.

Überhaupt ragte die mentale Stärke der ÖFB-Frauen bislang heraus, wie auch Thalhammer betont: "Diese Stabilität, dieses Auftreten, welches wir am Platz zeigen - das ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen geht. Das ist ein Prozess, und da braucht es Leute, die diesen Weg jahrelang mitgehen."


Nicole Billa im LAOLA1-Wordrap:

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Allerdings ist auch offensichtlich: Bislang war das rot-weiß-rote Kollektiv noch nicht mit der Situation eines Rückstandes konfrontiert. "Aber ich denke, dass wir in der Quali etwa gegen Norwegen bewiesen haben, dass wir das können", beruhigt der Teamchef.

Spanien sollte ÖFB gut liegen

Auf dem Papier haben die Spanierinnen die besseren Einzelspielerinnen. Das steht außer Frage. "Sie sind technisch sehr stark, quirlig", weiß Feiersinger. Die Offensive gilt als Prunkstück, Wenninger ist vor allem Barcelonas Jennifer Hermoso aufgefallen.

"Sie haben vorne viel individuelle Qualität, sind sehr dribbelstark, da müssen wir kompakt stehen und sehr wach sein", sagt die Bayern-Legionärin.

Der Spielstil der Spanierinnen ist bekannt, der Ballbesitz-Fußball hat allerdings beim Turnier noch wenig Erfolg und auch nur zwei Tore gebracht. Das Spiel des EM-Halbfinalisten von 1997 sollte der ÖFB-Auswahl entgegenkommen.

"Sie haben sehr viel Ballbesitz, aber nicht immer in gefährlichen Räumen, wenn man dann die Balleroberung hat und schnell kontert, wird man sicher zu Chancen kommen. Ich glaube, Spanien kann uns ganz gut liegen", meint Wenninger.

Stürmerin Nicole Billa blickt genauso optimistisch nach vorne. "Ich glaube, dass sie mit unserem aggressiven Spielstil nicht ganz zurechtkommen werden", sagt die Tirolerin.

Eine Bilanz zu verbessern

Aufgrund der bisherigen Eindrücke im Turnier ist der ÖFB-Traum vom Halbfinale realistisch. Bodenständig zu bleiben, ist trotzdem oberstes Gebot.

"Wir haben schon so viel erreicht, alles, was noch kommt, ist eine Extrabelohnung für uns. Wir haben keinen Druck", erklärt Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil.

Die Bilanz gilt es jedenfalls noch aufzubessern: Die bisherigen beiden Pflichtspiel-Duelle mit Spanien gingen verloren, das besagte Test-Unentschieden aus dem letzten Aufeinandertreffen ist der bislang einzige Teilerfolg.



Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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