Einzelkritik zu Schottland gegen Österreich

 

Es sollte nicht sein!

Österreichs Nationalteam schafft nicht den perfekten Start in die WM-Qualifikation und kommt in Glasgow gegen Schottland nur zu einem 2:2-Unentschieden.

Über weite Phasen wirkte die Foda-Auswahl zu statisch und mit zu wenigen Ideen gegen die robusten Schotten, dazu verspielte man eine zweimalige Führung durch defensive Abstimmungsschwierigkeiten.

Trotzdem stachen in einer unterdurchschnittlicher Mannschaftsleistung zwei Spieler heraus.

LAOLA1 analysiert die Leistung aller ÖFB-Akteure und verteilt Noten (1=Sehr Gut, 2=Gut, 3=Befriedigend, 4=Genügend, 5=Nicht Genügend).

Das sind die Noten für die ÖFB-Kicker:


Foto: © GEPA

ALEXANDER SCHLAGER (LASK/4 Länderspiele), 90 Minuten, Note: 4

Kam doch etwas überraschend zu seinem vierten Länderspieleinsatz, da im Vorfeld Daniel Bachmann und Pavao Pervan favorisiert wurden. Bekam wenig zu tun, musste gegen ideenlose Schotten selten in den Luftkampf, was ihm entgegenkam. Machte sich aber in Minute 42 mit einem schweren Patzer selbst das Leben schwer, da er Stürmer Christie direkt die Kugel in den Fuß spielte. Bewahrte aber die Ruhe und machte seinen Fauxpas mit einer großartigen Fußabwehr wieder wett. Klebte aber auch beim 1:1 auf der Linie - da passte die Abstimmung mit Ilsanker gar nicht. Von ihm ist man vom LASK viel mehr gewohnt, aber sonst ein undankbares Spiel mit wenig Chancen, sich auszuzeichnen.


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STEFAN ILSANKER (Eintracht Frankfurt/49/0), 90 Minuten, Gelb, Note: 4

Durfte wieder einmal in der Abwehrkette und nicht im defensiven Mittelfeld ran - doch das ist er auch schon aus Frankfurt unter Adi Hütter gewohnt. War defensiv wenig gefordert, bei den wenigen Schottland-Chancen sah aber vor allem die rechte Abwehrseite rund um ihn nicht immer sattelfest aus. Komplett unnötig und für große Gefahr sorgte er mit einer Wrestling-Einlage kurz nach dem 1:0, als er Christie zu Boden rang. Der Deutschland-Legionär darf sich beim Schiedsrichter bedanken, dass dieser den offensichtlichen Klammergriff nicht geahndet hat. Auch beim 1:1 war er mitbeteiligt, da er den Torschützen enteilen ließ und Schlager auf der Linie klebte. Weit weg von einem Führungsspieler, der er mit seiner Erfahrung sein könnte.


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ALEKSANDAR DRAGOVIC (Bayer Leverkusen/87/1), 90 Minuten, Note: 3

Der Leverkusen-Legionär zog mit seinem Einsatz mit Marko Arnautovic an Länderspieleinsätzen gleich, zusammen haben sie nun die meiste Erfahrung im ÖFB-Team. Diese spielte der Innenverteidiger auch als zentraler Rückhalt in der Dreierkette aus. Agierte sehr solide, dirigierte seine Vorderleute und leistete sich selbst gegen die wuchtigen Offensivspieler keinen Aussetzer, sondern stand seinen Mann in den beinharten Zweikämpfen. Prinzipiell aber eine eher unauffällige Vorstellung, was aber durchaus für eine konzentrierte Leistung ohne Schnörkel spricht. Anderen rund um ihn herum hätte diese Ruhe und Abgebrühtheit sicher nicht geschadet.


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PHILIPP LIENHART (SC FREIBURG/3/0), 90 Minuten, Note: 3

In seinem erst dritten Länderspiel bestätigte er seine guten Leistungem beim SC Freiburg, wo er zuletzt gesetzt war. Hinten heraus ähnlich wie Dragovic sicher, zusätzlich traute sich der 24-Jährige auch in Vorstößen aus der Abwehrreihe heraus einiges zu und wagte auch den öffnenden Pass von hinten heraus. Eine brave Vorstellung, große Schnitzer erlaubte auch er sich als linker Part in der Dreierkette nicht.


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STEFAN LAINER (Borussia Mönchengladbach/26/1), 90 Minuten, Assist, Note: 3

Der Gladbach-Legionär hat definitiv schon auffälligere Partien im Nationalteam gezeigt. Zu selten waren seine offensiven Flankenläufe zu sehen, zu selten traute er sich nach vorne und war eher auf defensive Absicherung bedacht. Doch auch da bildete er zusammen mit Ilsanker nicht das sattelfesteste Duo und ließ einiges zu. Trotzdem hat der Außenbahnspieler viel gearbeitet, nur mit weniger durchschlagendem Erfolg als sonst. Die beste Aktion entschädigt für einiges. Seine Zuckerflanke zum zwischenzeitlichen 2:1-Kopfballtreffer von Kalajdzic war perfekt getimt und spricht für sein goldenes Füßchen, das diesmal offensiv zu wenig zur Geltung kam.


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XAVER SCHLAGER (VfL Wolfsburg/18/1), 90 Minuten, Note: 4

Vom Wolfsburg-Legionär ist man definitiv mehr gewohnt. Der 23-Jährige steht normal für das Red-Bull-Schulen-Pressing, welches er auch bei Wolfsburg vorlebt. Diesmal fehlte dieses energische Attackieren, oftmals agierte er unglücklich im Zweikampfverhalten, leistete sich Fehlpässe und Unsicherheiten, die man nur selten von ihm sieht. Das riss bei einem Verbindungsspieler wie ihm im Mittelfeld auch Löcher und Räume in die Defensive. Ein schwaches Spiel sei ihm verziehen, aber auch er ist sonst ein Aktivposten, auf den man nicht verzichten will.


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FLORIAN GRILLITSCH (TSG Hoffenheim/20/1), 90 Minuten, Gelb, Note: 3

Bekam wieder einmal eine Chance und hatte den defensivsten Part im Mittelfeld über, wo er sonst zumindest neben Baumgartlinger immer noch einen Absicherer hinter sich hatte. In einer unterdurchschnittlichen Mannschaftsleistung ließ er sich aber nicht viel zu Schulden kommen und war einer der wenigen, die versucht haben, das Spiel in den schwachen Phasen nach vorne zu treiben und mit Ruhe und Übersicht zu agieren. Das gelang ihm einmal besser, einmal weniger gut. Mit seinem mutigen Weitschuss-Versuch, der zum 1:0 durch Kalajdzic führte, war er zudem an einem Treffer direkt beteiligt.


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DAVID ALABA (Bayern München/77/14), 90 Minuten, Note: 4

In Abwesenheit von Julian Baumgartlinger trug der Legionär des FC Bayern München die Kapitänsschleife. Anders als bei seinem Noch-Arbeitgeber agierte er als linker Außenbahnspieler, der defensiv die Lücken hätte schließen sollen und offensiv seine Fähigkeiten einbringen hätte können. Nicht zum ersten Mal im Nationalteam gelang ihm das nicht nach Wunsch. Defensiv anfällig und zu wenig konsequent im Zweikampfverhalten, offensiv bis auf eine Traumflanke auf Kalajdzic beim aberkannten Treffer fast unsichtbar. Auch da fehlte ihm wohl das blinde Verständnis mit Marko Arnautovic, der in China blieb. Eine Ausrede darf das aber nicht sein.


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CHRISTOPH BAUMGARTNER (TSG Hoffenheim/6/2), 90 Minuten, Note: 2

Wäre Kalajdzic nicht explodiert, wäre der Hoffenheim-Legionär mit Sicherheit der Mann des Spiels geworden. Vom Start weg zeigte er seine Qualitäten, für die er europaweit gejagt wird. Ein unwiderstehlicher Antritt in der zweiten Minute sorgte für die erste Chance von Kalajdzic, auch danach sorgte er mit seinen Dribblings und seiner Übersicht für die Überraschungsmomente in einem abseits von ihm zu statischen Spiel. Die Schotten versuchten, ihm mit harten Einstiegen die Schneid abzukaufen, doch er wehrte sich. Kam nach einer starken ersten Halbzeit im zweiten Durchgang nicht mehr so zur Geltung, war aber trotzdem einer, wenn nicht der beste Kreativspieler. Herrscht generell mehr Bewegung im ÖFB-Spiel, kann er sich mit Sicherheit noch besser entfalten.


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ADRIAN GRBIC (FC Lorient/8/4), in der 68. Minute ausgewechselt, Note: 4

Das war leider nichts! Versuchte für das Team zu arbeiten, war aber gegen die robusten Schotten an vorderster Front komplett abgemeldet. Gäbe es einen Zweikampf mit Sasa Kalajdzic für die kommenden Spiele, hätte er diesmal klar den Kürzeren gezogen. Stand für viele doch überraschend aufgrund der wenigen Spielzeit bei Lorient in der Startelf, doch Foda begründete dies mit der guten ÖFB-Form mit 4 Toren in den ersten 7 Spielen. Diesem Lob wurde er nicht gerecht. Kein nennenswerter Torabschluss, kaum gute Aktionen. Aber daran war auch das lange Zeit statische ÖFB-Spiel schuld. Kann sicher mehr. In der 68. Minute für Louis Schaub ausgewechselt.


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SASA KALAJDZIC (VfB Stuttgart/3/2), 90 Minuten, 2 Tore, Gelb, Note: 1

Einer der Lichtblicke in der Glasgower Nacht, da er nahtlos an seine Stuttgart-Form anschloss. In seinem dritten Länderspiel von Anfang an präsent, nach Baumgartner-Vorarbeit scheiterte er in Minute 2 nur ganz knapp. Tauchte dann so wie das restliche Team etwas ab, meldete sich aber nach der Pause eindrucksvoll zurück. Stand dort, wo ein Stürmer stehen muss und verwertete den Abpraller nach Grillitsch-Schuss zum 1:0 (55.), wenige Augenblicke später wurde das vermeintliche 2:0 wegen Foulspiels aberkannt. Rieb sich auf, zeigte volles Engagement und war stets brandgefährlich. Das 2:1 markierte er mit einem sensationellen Kopfballtreffer unhaltbar ins Eck. Ein Versprechen für die Zukunft, auch wenn nicht alles gelang.


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LOUIS SCHAUB (Luzern/18/6), in der 68. Minute eingewechselt, Note: 3

In der Schweiz spielt Schaub groß auf, auch mit seinen sechs Treffern im ÖFB-Dress sollte er bei Franco Foda einen Stein im Brett haben. Dem ist aber nicht immer so, deshalb kam er auch diesmal in der 68. Minute für Grbic nur von der Bank. Hatte danach die eine oder andere gute Aktion, aber ohne das Spiel komplett an sich zu reißen. Wurde auch nur einmal mit viel Platz im Strafraum gefährlich, doch seine Hereingabe kam nicht an. Brachte leichten Schwung, aber nicht mehr. Ausbaufähig!


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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