news

Einzelkritik zu Österreich gegen Nordmazedonien

LAOLA1-Einzelkritik zum EM-Spiel Österreich gegen Nordmazedonien:

Einzelkritik zu Österreich gegen Nordmazedonien Foto: © GEPA

Der erste Sieg Österreichs bei einer Europameisterschaft ist Realität!

Das ÖFB-Team gestaltet den Auftakt der EURO 2020 mit einem 3:1-Erfolg über Nordmazedonien in Bukarest siegreich (Spielbericht>>>) und überzeugt dabei über weite Strecken.

In einem überraschenden 3-4-1-2 liefen viele ÖFB-Kicker zur Hochform auf, leistungstechnisch abgefallen ist niemand so richtig.

LAOLA1 analysiert die Leistung aller ÖFB-Akteure und verteilt Noten (1=Sehr Gut, 2=Gut, 3=Befriedigend, 4=Genügend, 5=Nicht Genügend).

Das sind die Noten für die ÖFB-Kicker:


Foto: © GEPA

Daniel Bachmann (Watford/3 Länderspiele), 90 Minuten, Note: 3

Das bisher schwächste Spiel des neuen ÖFB-Einsers zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Beim Ausgleichstreffer hatte er den Ball eigentlich schon sicher, verlor ihn nach einer Kollision mit Trajkovski allerdings wieder und ermöglichte Pandev so sein erstes EM-Tor. Man kann in dieser Situation über ein mögliches Foulspiel diskutieren, Bachmann muss allerdings entschlossener rauskommen. Auch ansonsten waren einige Unsicherheiten dabei, von Kapitän David Alaba gab es immer wieder Ansprachen. Auszeichnen konnte sich der 26-Jährige indes in Minute 63, als er gegen Nikolov das 1:1 festhielt.


Foto: © GEPA

ALEKSANDAR DRAGOVIC (Roter Stern Belgrad/91/2), bis zur 45. Minute, Note: 3

Der Pechvogel aus österreichischer Sicht! Der 30-Jährige konnte nur in der schwächeren ersten Halbzeit mitwirken, nachdem er einen bösen Ellbogen-Schlag von Trajkovski abbekam. Bis zu seiner Auswechslung zur Pause hatte Dragovic die rechte ÖFB-Abwehrseite aber gut im Griff.


Foto: © GEPA

DAVID ALABA (Real Madrid/82/14), 90 Minuten, Note: 1

Der "Man of the Match" laut UEFA! Endlich wurde Alaba auch im Nationalteam erstmals als Innenverteidiger aufgeboten, wo er das Spiel als Abwehrchef anführte. Der Neo-Real-Star war für den österreichischen Spielaufbau verantwortlich, koordinierte das Spiel von hinten heraus und schaltete sich auch immer wieder in der Offensive ein. So auch in Minute 78, als er plötzlich am linken Flügel auftauchte und eine ideale Flanke auf Gregoritsch schlug. Einzig bei den Standards gibt es weiterhin Luft nach oben.


Foto: © GEPA

MARTIN HINTEREGGER (Eintracht Frankfurt/56/4), 90 Minuten, Note: 3

Das Slapstick-Tor zum 1:1 geht leider auch auf seine Kappe. Mit einem viel zu lässigen Außenrist-Klärungsversuch schoss er Sabitzer an, der nicht mehr ausweichen konnte und so den Ball Richtung Sechzehner lenkte. In solchen Situationen muss Hinteregger mehr Routine zeigen. Ansonsten ließ sich der linke Innenverteidiger allerdings nichts zu Schulden kommen, auch ein paar gute Offensiv-Vorstöße waren wieder dabei.


Foto: © GEPA

STEFAN LAINER (Borussia Mönchengladbach/30/2), 90 Minuten, Gelb, Note: 1

Was für ein Auftritt von Stefan Lainer! Sein toller Akrobatik-Treffer zur ÖFB-Führung wird wohl noch in dem einen oder anderen EURO-Highlightvideo seinen Platz finden. Kämpferisch und läuferisch agierte der Rechtsverteidiger auf absolutem Top-Niveau, dem unangenehmen Alioski machte der Gladbach-Legionär immer wieder das Leben schwer. Viel besser hätte der 28-Jährige das erste EURO-Spiel seiner Karriere nicht gestalten können.


Foto: © GEPA

KONRAD LAIMER (RB LEIPZIG/10/1), bis zur 93. Minute, Note: 1

Ein fitter Konrad Laimer ist für Österreich Goldes wert, das war auch heute wieder zu sehen. Der Salzburger presste wie gewohnt wie verrückt, kreierte auch mit dem Ball am Fuß immer wieder gefährliche Situationen und verbuchte schließlich einen traumhaften Assist. Seine Ferserl-Weiterleitung auf Arnautovic war genau so geplant und sorgte in der Folge für die Entscheidung. Auch mit einem eigenen Treffer hätte es in der Nachspielzeit fast geklappt, einzig Nordmazedonien-Keeper Dimitrievski hatte etwas dagegen.


Foto: © GEPA

XAVER SCHLAGER (VfL Wolfsburg/21/1), bis zur 93. Minute, Note: 3

Neben seinem großartigen Nebenmann Laimer verblasste Xaver Schlager beinahe etwas. Mit dem Ball am Fuß gelang dem Wolfsburg-Legionär diesmal leider nicht alles, dafür arbeitete auch er extrem fleißig gegen den Ball und verbuchte wichtige Ballgewinne. Das zentrale "Red-Bull-Mittelfeld" aus Schlager, Sabitzer und Laimer funktioniert immer besser und könnte in den künftigen Jahren das Herzstück des ÖFB-Teams darstellen.


Foto: © GEPA

ANDREAS ULMER (Red Bull Salzburg/25/0), 90 Minuten, Note: 3

Der einzige Bundesliga-Kicker in der ÖFB-Startelf durfte den linken Flügel beackern und machte dies auf seine gewohnt solide und unaufgeregte Art. Der Salzburg-Kapitän konnte offensiv nicht so sehr aufzeigen wie Lainer auf der Gegenseite, dafür hatte er defensiv beinahe alles im Griff. Nordmazedoniens Rechtsverteidiger Nikolov machte lange Zeit überhaupt keinen Stich, ehe Ulmer den Rechtsaußen bei dessen Großchance in Minute 63 doch einmal entkommen lassen musste.


Foto: © GEPA

MARCEL SABITZER (RB Leipzig/51/8), 90 Minuten, Note: 1

Das Mastermind hinter dem ÖFB-Auftaktsieg! Alle gefährlichen Aktionen in Halbzeit eins liefen über den Leipzig-Kapitän, immer wieder schlug er tolle Flanken zwischen die tiefstehenden nordmazedonischen Linien. So auch in Minute 18, als der 27-Jährige die ÖFB-Führung durch Lainer mit einer tollen Vollspann-Hereingabe vorbereitete. In der im Vergleich zu seiner Stammposition etwas offensivere Rolle hinter den Spitzen fühlt sich Sabitzer von Spiel zu Spiel wohler, dort kann er seine Fähigkeiten in der Chancenkreierung ideal ausspielen.


Foto: © GEPA

CHRISTOPH BAUMGARTNER (TSG Hoffenheim/11/3), bis zur 58. Minute, Note: 3

Der ÖFB-Shootingstar war erneut äußerst bemüht, diesmal allerdings nicht vom Glück verfolgt. Immer wieder blieb der 21-Jährige in dem bisher größten Spiel seiner Karriere im Dribbling hängen. Baumgartner ließ sich allerdings nicht entmutigen und versuchte bis zu seiner Auswechslung alles, um gefährlich vor das Tor zu kommen. Der Niederösterreicher wird auch in den nächsten Gruppenspielen seine Chance bekommen, dann wird er diese auch wieder besser nützen können - die Qualität dazu hat er.


Foto: © GEPA

SASA KALAJDZIC (VfB Stuttgart/8/3), bis zur 58. Minute, Note: 3

Auch bei Sasa Kalajdzic lief bei Weitem nicht alles nach Plan, dennoch darf sich der 24-Jährige über ein gelungenes EURO-Debüt und damit die Krönung einer herausragenden Saison freuen. Der Stuttgart-Goalgetter wurde als Zielspieler stets gesucht, immer wieder schaffte es Kalajdzic, Bälle mit dem Rücken zum Tor auf seine Mitspieler abzulegen. Bei seiner Großchance in Minute 22 ließen den Wiener seine Knipser-Qualitäten leider etwas im Stich.


Foto: © GEPA

PHILIPP LIENHART (SC FREIBURG/5/0), ab der 45. Minute, Note: 2

Der Freiburg-Legionär wurde zur Pause ins kalte EURO-Wasser geworfen und war sofort bereit. Eine heikle Situation nach einem unglücklichen Rückpass von Alaba kurz nach Seitenwechsel löste der 24-Jährige gegen Elmas routiniert. Sollte Dragovic auch in den künftigen Spielen ausfallen, muss Österreich nicht bange werden - Lienhart ist bereit für die große Bühne. Der Wiener ist mittlerweile die erste Innenverteidiger-Alternative im ÖFB-Team und hat gegenüber Stefan Posch, der es nicht in den Matchkader schaffte, klar die Nase vorn.


Foto: © GEPA

MARKO ARNAUTOVIC (Shanghai Port/89/26), ab der 58. Minute, Note: 1

Die Geschichte war aufgelegt. Nachdem Arnautovic bei der EURO 2016 nicht in Topform agierte und angeschlagen zum ÖFB-Team reiste, kam er gegen Nordmazedonien rein und gab dem Spiel die entscheidende Richtung mit. Wie bereits gegen die Slowakei wurde das österreichische Spiel nach der Einwechslung des China-Legionärs merklich gefährlicher. Zunächst schlug er eine ideale Flanke auf Gregoritsch, die dieser nur knapp nicht im Tor unterbrachte. Kurz vor Schluss durfte der 32-Jährige schließlich über seinen ersten Treffer bei einem großen Turnier jubeln, den sich der Wiener mehr als verdient hat. Gegen Holland gilt Arnautovic nun als heißer Startelf-Kandidat - wenn die Fitness mitspielt.


Foto: © GEPA

MICHAEL GREGORITSCH (FC Augsburg/27/4), ab der 58. Minute, Note: 1

Was für eine Geschichte! Ausgerechnet jener Michael Gregoritsch, der eine Horror-Saison beim FC Augsburg hinter sich hatte und dessen Einberufung öffentlich harsch kritisiert wurde, avancierte zum quasi Matchwinner Österreichs gegen Nordmazedonien. Bei seinem Kopfball in Minute 64 hatte der Steirer noch Pech, dass Dimitrievski eine starke Parade auspackte. In Minute 78 konnte der nordmazedonische Goalie allerdings nichts mehr ausrichten. Gregoritsch antizipierte eine Alaba-Flanke ideal und erzielte einen Treffer, der Österreichs ersten Sieg bei einer EURO einleitete und in die Geschichtsbücher eingehen wird.


Foto: © GEPA

JULIAN BAUMGARTLINGER (Bayer Leverkusen/84/1), ab der 93. Minute, Note: zu kurz eingesetzt


Foto: © GEPA

STEFAN ILSANKER (Eintracht Frankfurt/51/0), ab der 93. Minute, Note: zu kurz eingesetzt

Kommentare