Was Zulj künftig vermeiden will

 

Peter Zulj hier, Peter Zulj da - und eigentlich ist er eh schon längst weg.

So oder so ähnlich kann man die Transfer-Gerüchte auf den Punkt bringen, die sich im Sommer um den Spielmacher des SK Sturm Graz rankten.

Dass das Kapitel vorerst einmal beendet ist, löst bei niemand geringerem als Zulj selbst Erleichterung aus.

Denn im Zuge des ÖFB-Team-Camps kann er die Erfahrungen der Übertrittszeit ad acta legen. Der 25-jährige Welser gibt ehrlicherweise zu: "Ich bin froh, dass es vorbei ist, weil es für mich eine neue Situation war."


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Transfer? "Es war nicht einfach, auch vom Kopf her"

Plötzlich überschlugen sich die Schlagzeilen, immer wieder wurde Zuljs Name mit Klubs von internationalem Format in Verbindung gebracht - schlussendlich ohne unterschriebenem Vertrag.

Davor war für den Mittelfeldspieler ein Transfer innerhalb Österreichs das bisher Größte. Wechsel, die kein sonderliches Aufsehen erregten. Erst im vergangenen Jahr bei Sturm spielte er sich mit seinen starken Leistungen nicht nur in die Notizblöcke internationaler Interessenten, sondern auch ins Nationalteam.

"Es war nicht einfach, auch vom Kopf her, wenn du jeden Tag, jede Stunde irgendetwas hörst oder liest", muss Zulj gestehen, dass die mentale Belastung auch Auswirkungen auf den Menschen und Spieler hatte.

"Aber das ist jetzt Vergangenheit. Ich fokussiere mich auf die Zukunft, die nächsten paar Wochen, die nächsten paar Spiele. Für mich ist es wichtig, dass ich jetzt im Nationalteam – wenn ich am Dienstag gegen Bosnien spielen sollte - der Mannschaft helfen kann und wir mit Sturm bis zum Winter hin gute Leistungen bieten, dass wir wieder da hin kommen, wo wir hingehören", versucht der Sturm-Regisseur das Thema Transfer auch schnell wieder zu beenden.

Zulj will sich kein zweites Mal vom Transfer-Wahnsinn ablenken lassen

So ganz wird es ihn dann aber doch nicht loslassen. Denn, wo am 31. August vorerst ein Schlussstrich gezogen wurde, könnte im Winter alles wieder von ganz vorne beginnen - mit einem großen Unterschied: Diesmal ist Zulj darauf vorbereitet.

Dem ÖFB-Teamspieler ist im Hinblick darauf eines besonders wichtig: Nicht den selben Fehler wie im Sommer machen! Denn davon, dass sein Name auch im Winter wieder kursieren wird, geht Zulj aus.

"Ja, ich kann es nicht beeinflussen. Natürlich wird das in den Medien ein bisschen hochgeschaukelt. Ich werde mich nicht so viel damit befassen, wenn der Winter kommt. Ich werde es nicht ein zweites Mal tun, dass es mich dann beim Fußball und im Kopf blockiert. Aber das ganze Theater wird sicher wieder anfangen und damit werde ich mich dann nicht mehr so befassen."

Leichter gesagt als getan. Denn so abgeneigt soll der Oberösterreicher einem Wechsel zuletzt nicht gewesen sein. Deshalb wird sich aufs Neue die Frage stellen, ob ein brauchbares Angebot auf den Tisch kommt und wie Zulj seine Zukunft plant.

Bei Sturm und im ÖFB-Team wieder auf einem guten Weg

Bei Sturm Graz ist man auf jeden Fall froh, dass der Führungsspieler dem Klub vorerst erhalten geblieben ist. Nachdem dieser aufgrund einer Verletzung auch Teile der Vorbereitung verpasste und das Transfergeflüster schlechten Einfluss hatte, ist Zulj wieder am Weg zur alten Bestform.

"Mir geht es jetzt mittlerweile schon richtig gut. Ich fühle mich auch körperlich jetzt schon bei hundert Prozent", spürt der Sturm-Akteur, dass es von Spiel zu Spiel besser wird. Auch im Nationalteam läuft es für ihn gut.

Gegen Schweden stand er in der Startelf. Eine Entscheidung, die ihn freut, die er aber erst kurz vor Anpfiff erfahren hatte. "Ich habe es zweieinhalb Stunden vor dem Match in der Besprechung erfahren – wie jeder andere. Es freut mich natürlich, dass Franco mir vertraut. Ich glaube, ich gebe es ihm auch recht gut mit guten Spielen zurück. Es freut mich, dass er auf mich setzt. Beim Taktiktraining siehst du natürlich ein bisschen, ob du spielst oder nicht, aber das ist auch nicht die Garantie, dass du zu hundert Prozent spielst. Meistens erfährst du es dann kurz vor dem Spiel bei der Besprechung und bereitest dich auf das Match vor."

Das Verhältnis zwischen Zulj und Foda passt, so wie es schon bei Sturm funktionierte. Während Zulj jedoch bei den Grazern mehr für die spielerischen Elemente sorgt, sind von ihm im Nationalteam aber noch mehr andere Qualitäten gefordert.

"Wenn du das nicht machst, spielst du unter Foda nicht"

Denn spielerische Klasse ist im ÖFB-Team nicht nur von ihm zu erwarten. In der zentralen Rolle muss er in der rot-weiß-roten Auswahl noch mehr gegen den Ball arbeiten, auch öfters die Grätsche auspacken, aber auch das stellt für ihn kein Problem dar.

"Es kommt immer auf die Situation an, ich rutsche nicht bei jeder Aktion. Es gibt gewisse Situationen, wo du rutschen musst oder kannst. Jeder, der Franco Foda kennt, weiß, dass er auf Defensivarbeit setzt. Wenn du das nicht machst, spielst du auch nicht. Dadurch, dass ich ein halbes Jahr mit Franco und dem Trainerteam zusammengearbeitet habe, kenne ich die Arbeit. Für mich ist es nichts Neues."

Deshalb hofft Zulj, das Vertrauen von Foda auch gegen Bosnien zu spüren, wenn es zum Auftakt der Nations League erstmals so richtig um etwas geht. Ob er sich mit seiner Leistung gegen Schweden dafür aufgedrängt hat?

"Ich habs noch gar nicht analysiert, ich habe noch keine Zeit gehabt, ehrlich gesagt. So im Nachhinein war es ein recht anständiges Spiel von mir. Ich finde auch, dass ich ein gutes Match abgeliefert habe in der zweiten Halbzeit. Natürlich hoffe ich, dass ich am Dienstag wieder zum Einsatz komme und dass wir als Mannschaft von der ersten Minute an - so wie hier in der zweiten Halbzeit - geradliniger und konzentrierter nach vorne spielen."

In einer Hinsicht hat ihm der Verbleib in Österreich nach dem Transfer-Theater also nicht geschadet. Denn während Marcel Koller noch vorwiegend auf Legionäre setzte, haben unter Foda auch Bundesliga-Spieler wieder mehr Chancen.

Die besten Bilder von Österreich gegen Schweden:

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Textquelle: © LAOLA1.at

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