Lazaro will der "bestmögliche Valentino" werden

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So viele österreichische Fußballer gibt es tendenziell nicht, die binnen fünf Tagen die Gelegenheit gehabt hätten, erst gegen Lionel Messi und dann gegen Cristiano Ronaldo aufzulaufen.

Leider muss man im Konjunktiv bleiben, denn beim Champions-League-Kräftemessen mit dem FC Barcelona saß Valentino Lazaro auf der Tribüne, im Serie-A-Duell mit Juventus Turin drückte er die Ersatzbank von Inter Mailand.

Der ÖFB-Teamspieler kommt bislang bei seinem neuen Arbeitgeber kaum zum Zug, bleibt jedoch dennoch weiterhin unbeirrt positiv und optimistisch.

"Wenn du wie in der letzten Woche Spiele gegen Messi und Ronaldo hast, ist es etwas ganz Besonderes. Für mich ist es gerade eine besondere Phase in meiner Karriere, aber ich bin immer noch 23 und trete gerade zum ersten Mal meine Jahre auf dieser großen Fußball-Bühne an. Ich freue mich riesig darauf, da hineinzuwachsen und mich hoffentlich auch bald zu etablieren", erklärt der Steirer.

Es dem Trainer beweisen

Bislang beschränkt sich die Inter-Ausbeute Lazaros auf 41 Champions-League-Minuten gegen Slavia Prag, weshalb natürlich Geduld von Nöten ist.

"Jeder Spieler will jede Sekunde auf dem Platz stehen, natürlich habe auch ich meinen Ehrgeiz. Deswegen gilt es einfach dem Trainer in den nächsten Wochen zu zeigen, dass ich so gut performen kann, dass er nicht mehr um mich herumkommt."

"Jeder Spieler will jede Sekunde auf dem Platz stehen, natürlich habe auch ich meinen Ehrgeiz. Deswegen gilt es einfach dem Trainer in den nächsten Wochen zu zeigen, dass ich so gut performen kann, dass er nicht mehr um mich herumkommt", verdeutlicht der Grazer.

Inter spielt bislang zumindest in der Serie A eine starke Saison. Das 1:2 im Gipfel gegen Juve war nach sechs Siegen in den ersten sechs Spielen der erste Liga-Punkteverlust. In der Königsklasse hält man nach dem 1:1 gegen Slavia und dem 1:2 in Barcelona bei einem Zähler.

Weiterentwicklung auch ohne Spielpraxis

Ob es die Siegesserie schwieriger gemacht habe, in die Mannschaft zu kommen, da es für Trainer Antonio Conte weniger Anlass gab, etwas zu ändern?

"Natürlich ist es für einen Spieler draußen immer komisch, wenn die Mannschaft gewinnt, dann sinken natürlich die Einsatzchancen. Aber ich trainiere ja jeden Tag mit der Mannschaft, weiß, wie sie denkt und was der Trainer will. Ich bekomme noch immer sehr gutes Feedback von ihm. Das Vertrauen ist nach wie vor da, er setzt immer noch auf mich. Ich hoffe natürlich, dass ich meine Chancen, die ich in den nächsten Wochen sicherlich bekommen werde, so gut wie möglich nützen kann."

Sollte besagte Chance kommen, gilt es auch zu beweisen, dass Lazaro nun auch ohne Spielpraxis ein noch besserer Spieler als vor dem Transfer ist. Sein persönlicher Eindruck ist nämlich, dass er in Mailand alleine aufgrund der höheren Trainingsqualität als in Deutschland bei der Hertha noch mal einiges dazugelernt hat:

"Die Qualität ist natürlich höher, ich als Spieler entwickle mich in fast jedem Training noch einmal eine Spur weiter. Das ist auch ganz normal, wenn du einen Trainer mit so viel Erfahrung und Know-how beziehungsweise solche Mitspieler hast. Ich bin an einem Punkt, an dem ich mich noch mal weiterentwickelt habe, seit ich nach Mailand gekommen bin, und hoffe, dass ich noch einmal wachsen werde, wenn ich meine Einsätze bekomme."

Der bestmögliche Valentino

"Mein Ziel als Spieler ist, dass ich mit 30, 35 Jahren sagen kann, ich habe mich so gut wie möglich entwickelt und bin der beste Valentino geworden, der ich hätte sein können."

Definitiv Lerneffekte hat der Flügelspieler in Sachen Taktik erzielen können - ein in Italien bekanntlich sehr wichtiges Thema, an dem auch dementsprechend intensiv gearbeitet wird.

"Es ist viel mehr Taktik. Die Trainings sind länger, weil du dir einfach viel mehr Zeit für taktische Sachen nimmst. Im Schnitt kann es um die zwei Stunden dauern, also du bist wirklich sehr lange am Platz. Auch das ist eine Seite, auf der ich mich weiterentwickle", verdeutlicht Lazaro und meint:

"Ich habe immer gesagt, mein Ziel als Spieler ist, dass ich mit 30, 35 Jahren sagen kann, ich habe mich so gut wie möglich entwickelt und bin der beste Valentino geworden, der ich hätte sein können. Deswegen habe ich diesen Schritt bewusst gewählt, um noch einmal etwas Neues zu lernen."

Ein Kandidat als Lainer-Ersatz

Bei Inter ob des schwierigen Starts nicht die Nerven zu schmeißen, ist wohl die mittelfristig gesehen vernünftigste Herangehensweise. Gegen Israel und Slowenien hat der 23-fache Nationalspieler die Gelegenheit, zumindest im Nationalteam wieder Spielpraxis zu sammeln.

Schon gegen Lettland und in Polen musste er ohne nennenswerte Vereins-Minuten auflaufen. Diesmal ist zumindest nicht gänzlich ausgeschlossen, dass er dies auf der rechten Seite eine Etappe weiter hinten als im ÖFB-Dress gewohnt tun muss.

Sein gewohnter Hintermann Stefan Lainer fehlt, auch Lazaro kann die Rolle als Rechtsverteidiger spielen, wobei Teamchef Franco Foda aus mehreren Varianten wählen kann.

"Natürlich bin ich ein eher offensiv ausgerichteter Spieler, habe jedoch auf der rechten Seite schon hinten und vorne gespielt. Bei Inter ist es in der Fünferkette genau ein Mittelding. Deswegen gibt es da keine große Präferenz, aber ich fühle mich natürlich wohler, wenn ich angreifen kann", betont der 23-Jährige.

Am besten ein Feuerwerk zünden

Lazaro ist jedenfalls fest entschossen, in dieser so wichtigen Länderspiel-Woche das Maximum herauszuholen:

"Das sind alles Final-Spiele, die wir uns nach den ersten zwei Spielen in der Qualifikation auferlegt haben. Jetzt haben wir wirklich die Chance, uns gegen direkte Gegner vorne abzusetzen und daran werden wir alles setzen. Die Ausgangsposition ist gut, wir haben alles selbst in der Hand. Wir haben die Qualität, dieses Heimspiel gewinnen zu können. Deswegen ist die Vorfreude riesig, und ich hoffe, dass wir ein Feuerwerk zünden können."

Mit sechs Punkten und entsprechend guter persönlicher Leistung ließe es sich auch gut zurück nach Mailand reisen: "Auch wenn ich erschöpft zu Inter zurückkomme, ich werde alles rauslassen. Hier zählt es, es ist ein sehr wichtiges Länderspiel, wir spielen für unser Land eine sehr wichtige Qualifikation, da werden wir alles reinwerfen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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