Plant Foda eine Überraschung in der Startelf?

Plant Foda eine Überraschung in der Startelf? Foto: © GEPA
 

Wer schon einmal einem Fußballspiel auf den Färöer beigewohnt hat, weiß, dass die Verhältnisse mitunter originell sein können, gerade im Oktober. Dazu kommt der ungewohnte Kunstrasen.

Das alles ändert natürlich nichts daran, dass Österreich die WM-Qualifikations-Partie in Torshavn (20:45 Uhr im LIVE-Ticker) gewinnen muss.

Das bestreitet niemand im ÖFB-Lager. Auch wenn man die spezielle ÖFB-Historie mit diesem Gegner im Hinterkopf hat, sind in der aktuellen Situation gerade für Teamchef Franco Foda drei Punkte alternativlos.

Interessant wird, mit welchem personellen Plan der Deutsche das Match angehen wird und ob die Bedingungen dabei eine Rolle spielen. Kann etwa der Kunstrasen den Ausschlag für oder gegen einen Spieler geben?

"Man beobachtet im Training, wer vielleicht mit den Bedingungen etwas besser zurechtkommt, aber generell haben wir schon unsere Ideen und Gedanken, wie und vor allen Dingen auch mit welcher Formation wie spielen wollen", so Foda.

Könnte es dabei eine Überraschung geben?

Guter Eindruck der Nachrücker

Nicht auszuschließen - zumindest kokettiert Foda offen mit einer solchen, was jedoch bekanntlich nichts heißen muss.

Die Frage, wie sich Nachrücker wie Debütant Marco Grüll oder die zuletzt länger nicht nominierten Kevin Danso und Maximilian Wöber geschlagen hätten, beantwortet der 55-Jährige jedenfalls wiefolgt:

"Gerade auch die genannten Spieler haben einen guten Eindruck hinterlassen. Der eine oder andere hat auch die Möglichkeit, von Anfang an zu spielen."

Diese Aussage bezieht sich vermutlich eher auf Grüll als auf die beiden Innenverteidiger.

Kontinuität im Zentrum

Der Hintergrund ist bekannt. Aufgrund der Flut an Absagen muss Foda eine komplett neue Startelf basteln und gerade in der Offensive kräftig umbauen.

Die Herausforderung ist, die richtige Mischung aus altbekannten und frischen Gesichtern zu finden. "Die Überlegungen gehen in beide Richtungen", sagt Foda und kündigt an, dass es im Zentrum jedenfalls keine Überraschungen geben soll:

"Aufgrund der vielen Ausfälle ist es wichtig, dass gewisse Abläufe trotzdem noch funktionieren, davon gehe ich im zentralen Mittelfeld mit Florian Grillitsch, Marcel Sabitzer und Konrad Laimer aus. Das sind Spieler, die auch schon bei der EM miteinander im Zentrum funktioniert haben."

Spannung am Flügel

"Die Frage ist, wie wir auf den Außenpositionen zum Erfolg kommen. Da spielt die Überlegung eine Rolle, auf Altbewährtes zu setzen oder frischen Wind wie vielleicht mit Marco Grüll zu bringen."

Franco Foda

Spannender wird die Besetzung am Flügel.

"Die Frage ist, wie wir auf den Außenpositionen zum Erfolg kommen. Da spielt die Überlegung eine Rolle, auf Altbewährtes zu setzen oder frischen Wind wie vielleicht mit Marco Grüll zu bringen."

Mit altbewährten Kräften scheint eher Louis Schaub oder Florian Kainz gemeint zu sein, die beiden Köln-Legionäre sind zumindest die Favoriten auf einen Startelf-Job am Flügel.

Das richtige Spiel für Demir?

Wobei: Auch Yusuf Demir hat keinen Zweifel daran gelassen, dass er für seine ÖFB-Premiere von Anfang an bereit ist. Ob das auch das richtige Spiel dafür sein könnte?

Foda meint: "Yusuf hat im Training einen guten Eindruck hinterlassen, aber es hängt halt immer davon ab, wie wir spielen wollen und gerade auf dieser Position über den Flügel haben wir die eine oder andere Variationsmöglichkeit. Louis Schaub, Flo Kainz oder Marco Grüll können über den Flügel kommen, auch Alessandro Schöpf hat bei mir schon auf dieser Position gespielt. Ich denke, dass wir dort auf jeden Fall genug Möglichkeiten haben."

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Teamchef den Barcelona-Legionär während des September-Lehrgangs noch "auf der Neuneinhalb oder auf der Zehn" einordnete.

Kara, Gregoritsch oder Onisiwo?

Wer auf der Neun spielt, ist ebenfalls offen. Hier soll es jedoch keine originelle Lösung wie etwa Marcel Sabitzer geben, sondern einer der drei nominierten Stürmer soll den Zuschlag bekommen:

"Ganz vorne werden sicherlich entweder Ercan Kara, Michael Gregoritsch oder Karim Onisiwo spielen. Einer dieser drei wird auf jeden Fall in der zentralen Spitze als klare Nummer neun agieren."

Zu Sabitzer, der in der Frühphase seiner Karriere mitunter ganz vorne agierte, meint Foda: "Marcel kann hinter der Spitze spielen. Wir haben schon oft gezeigt, dass wir von der Achter- oder Zehner-Position sehr variabel und flexibel sein können."

Das will Foda sehen

Nicht auszuschließen ist also, dass mit Grüll und Kara zwei Rapidler von Anfang an spielen. Wer auch immer spielt, der Auftrag ist klar: Wiedergutmachung für den vergangenen Lehrgang.

In welchen Bereichen man diesmal besser auftreten muss, ist für Foda schnell erklärt:

  • "Wir müssen effizienter vor dem gegnerischen Tor sein. Wir werden unsere Tormöglichkeiten bekommen, die müssen wir einfach eiskalt ausnützen."

  • "Wenn du gegen einen tiefstehenden Gegner spielst, brauchst du eine schnelle Ballzirkulation."

  • "Wir müssen variantenreich sein, über den Flügel spielen, über die Halbräume zum Erfolg kommen."

  • "Wir müssen mehr hinter die letzte Linie spielen und auch in die Tiefe spielen."

Warum es kein Schicksalsspiel ist

Dies alles wird gegen einen laut Foda "defensiv sehr gut organisierten Gegner" notwendig sein:

"Sie haben in letzter Zeit oft in einem 4-5-1-System gespielt, stehen sehr kompakt, lauern auf Kontersituationen und sind bei Standardsituationen sehr gefährlich mit großen, kopfballstarken Spielern wie Nattestad. Darauf müssen wir uns einstellen. Es ist eine Mannschaft, die sehr leidenschaftlich Fußball spielt. Unser Ziel ist aber sehr klar definiert: Wir müssen das Spiel unbedingt gewinnen."

Dies ist bekanntlich nicht zuletzt in eigener Sache wichtig, schließlich gilt Foda als angezählt. Einen Punkteverlust auf den Färöer kann er sich im Prinzip nicht erlauben.

Schicksalsspiel sei es dennoch keines: "Mit dem Wort Schicksal sollte man andere Dinge in Verbindung bringen, aber nicht ein Fußballspiel. Es geht auch nicht um meine Person. Das Wichtigste wird sein, dass wir gemeinsam alles unternehmen, um dieses Spiel zu gewinnen. Das ist entscheidend. Alles andere spielt keine Rolle."

Die möglichen Aufstellungen:

Färöer: Gestsson (HB Torshavn) - Rolantsson (Odd Grenland/NOR), Faerö (KI Klaksvik), Nattestad (Dundalk FC/IRE), Davidsen (Vejle BK/DEN) - S. Vatnhamar (Vikingur Göta), Hansson (vereinslos), Edmundsson (Waasland-Beveren/BEL), G. Vatnhamar (Vikingur Göta), Hendriksson Olsen (Helsingborgs IF/SWE) - K. Olsen (NSI Runavik)

Ersatz: Nielsen (FH Hafnarfjördur/ICE), Lamhauge (B36 Torshavn) - Mohr Jonsson (Sandnes Ulf/NOR), Joensen (HB Torshavn), Vatnsdal (KI Klaksvik), Danielsen (KI Klaksvik), Askham (HB Torshavn), Jensen (NSI Runavik), Agnarsson (B36 Torshavn), Knudsen (Lyngby BK/DEN), Frederiksen (SKU Amstetten/AUT), Bjartalid (KI Klaksvik)

Es fehlen: Johannesen, Lava Olsen, Hjalt Mohr, M. Olsen (alle verletzt)

Österreich: Bachmann (Watford/9 Länderspiele) - Trimmel (Union Berlin/16 Länderspiele/0 Tore), Ilsanker (Eintracht Frankfurt/57/0), Hinteregger (Eintracht Frankfurt/62/4), Alaba (Real Madrid/88/14) - Laimer (RB Leipzig/16/1), Grillitsch (TSG Hoffenheim/29/1) - Schaub (1. FC Köln/25/6), Sabitzer (Bayern München/54/8), Kainz (1. FC Köln/18/0) - Gregoritsch (FC Augsburg/31/5)

Ersatz: Lindner (FC Basel/28), A. Schlager (LASK/6) - Mwene (PSV Eindhoven/1), Posch (TSG Hoffenheim/12/1), Danso (RC Lens/6/0), Wöber (Salzburg/6/0), D. Ljubicic (1. FC Köln/0), Schöpf (Arminia Bielefeld/30/5), Demir (FC Barcelona/3/0), Grüll (Rapid Wien/0), Kara (Rapid Wien/4/0), Onisiwo (FSV Mainz/12/1)

Es fehlen: Dragovic (Corona-Infektion), Lienhart (Zahn-OP), Ulmer (grippaler Infekt), Lainer (Knöchelbruch), Baumgartlinger (Knie-OP), X. Schlager (Kreuzbandriss), Baumgartner, Lazaro, Arnautovic (alle Muskelverletzung), Kalajdzic (Schulterverletzung), Grbic (Knöchelverletzung)

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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