Schöttel: "Ashley Barnes weiß, wo das Tor steht"

 

Ashley Barnes gehört zu den ÖFB-Protagonisten dieser Tage.

Die politischen, juristischen und menschlichen (Windtner: "Menschlich peinlich") Aspekte wurde ausführlich diskutiert - überall nur nicht wie geplant im Ministerrat, dort war der 29-Jährige am Mittwoch letztlich doch kein Thema, ehe am Mittwochnachmittag doch noch die endgültige Absage aus dem Innenministerium kam.

Doch wie schaut es sportlich aus? Was entgeht dem ÖFB-Team ohne den Premier-League-Stürmer?

Laut ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel sehr viel: "Er würde ein Element in unser Spiel einbringen, das wir bei den anderen nicht sehen."

Schöttel: "Barnes kann das Publikum mitreißen"

Konkret bedeutet dies: "Er hat eine enorme Präsenz am Platz. Er ist nicht der Filigrantechniker, aber er ist ein Stürmer, der weite Wege geht, sehr körperbetont spielt, der mit seiner Art und Weise zu spielen Mitspieler und auch das Publikum mitreißen kann. Und er ist auch einer, der weiß, wo das Tor steht."

Letzteres ist bekanntlich kein unwesentlicher Faktor, schließlich wurde im vergangenen Herbst recht intensiv über die Torflaute der Angreifer im ÖFB-Dress debattiert.

Guido Burgstaller und Michael Gregoritsch ist im Nationalteam noch nicht so richtig der Knopf aufgegangen. Marko Arnautovic wiederum muss nicht zwingend an vorderster Front aufgeboten werden, sondern könnte auch wieder über den linken Flügel kommen.

Große Enttäuschung bei allen Beteiligten

Barnes erzielte in der laufenden Premier-League-Saison bislang acht Tore. Wichtig erscheint jedoch vor allem, dass die derzeit im ÖFB-Team hoch im Kurs stehende Flexibilität mit dem Burnley-Angreifer entscheidend bereichert werden und man gegebenenfalls auch mal zu brachialeren Mitteln greifen könnte.

"Burnley ist nicht gerade eine Mannschaft, die über das spielerische Element kommt, sondern sehr viel mit hohen Bällen spielt. Er steht sehr gut mit dem Rücken zum Tor, lässt Bälle gut abklatschen und setzt die Mitspieler gut in Szene."

Peter Schöttel

"Burnley ist nicht gerade eine Mannschaft, die über das spielerische Element kommt, sondern sehr viel mit hohen Bällen spielt. Er steht sehr gut mit dem Rücken zum Tor, lässt Bälle gut abklatschen und setzt die Mitspieler gut in Szene", betont Schöttel.

Seine Schlussfolgerung: "Je länger wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, umso klarer war für uns, dass wir alles unternehmen werden, dass er für uns spielen kann."

Sowohl Teamchef Franco Foda, dessen Trainerteam, als auch Schöttel selbst seien überzeugt, dass Barnes "sofort helfen könnte. Deshalb haben wir alle notwendigen Schritte eingeleitet, damit es funktioniert. Jetzt ist die Enttäuschung bei allen Beteiligten natürlich sehr groß."

Unangenehme Situation gegenüber Barnes und Foda

Natürlich auch bei Barnes, weshalb für Schöttel die Stürmer-Frage für die Auftakt-Spiele in die EM-Qualifikation gegen Polen und Israel momentan noch zweitrangig ist:

"Das erste Thema ist, und Präsident Leo Windtner hat das bei der Pressekonferenz auch gesagt, dass es eigentlich eine sehr peinliche Situation für uns ist, weil wir uns sehr bemüht haben, ständig mit ihm in Kontakt waren. Ihm dann mitzuteilen, dass es für den Moment nicht geht, war unangenehm. Für mich persönlich ist es natürlich auch nicht angenehm Franco Foda und seinem Trainerteam gegenüber, weil sie mit ihm geplant haben. Wir sind dazu da, die Rahmenbedingungen für sportliche Erfolge zu schaffen, und wir glauben einfach, dass unsere Erfolgschancen mit ihm größer wären. Aber wir werden eben andere Lösungen finden müssen. Ich hoffe, dass wir personell gut aufgestellt sein werden."

Unangenehm ist eine Absage für den Burnley-Stürmer tendenziell auch deshalb, weil im vergangenen Jahr natürlich bereits recht enge Kontakte zum 29-Jährigen geknüpft wurden.

"Er hat uns gegenüber wirklich den Eindruck vermittelt, dass er sich riesig darauf freut", verdeutlicht Schöttel, "Bernhard Neuhold und ich haben uns schon letzten April erstmals mit ihm in Manchester getroffen und haben uns persönlich kennengelernt. Bernhard hatte im letzten Jahr intensiven Kontakt mit ihm, weil er immer wieder Dokumente und Unterlagen eingefordert hat. Da war er sehr kooperativ und hat uns immer den Eindruck vermittelt, dass es für ihn sehr wichtig wäre. In den letzten Wochen und Monaten wurde dann die sportliche Beobachtung durch das Trainerteam intensiviert. Ich würde es sehr schade finden, wenn er nicht für Österreich spielen würde."

Textquelle: © LAOLA1.at

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