ÖFB: Foda reagiert auf Dragovic-Enttäuschung

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Aleksandar Dragovic war in den ersten beiden Pflichtspielen unter Franco Foda in Bosnien-Herzegowina und gegen Nordirland nur Ersatz. Aus seiner Enttäuschung darüber machte der langjährige ÖFB-Stammspieler kein Geheimnis.

Dies ist auch dem Teamchef wohl nicht verborgen geblieben, weshalb er einen Tag vor dem Dänemark-Spiel proaktiv auf den Fall des Innenverteidigers zu sprechen kommt - und zwar exemplarisch für schwierige Trainer-Entscheidungen:

"Es geht darum: Was sehe ich im Training? Wer bietet sich an? Wer bringt Leistung? Was habe ich in den Liga-Spielen gesehen? Nehmen wir mal das Beispiel Dragovic. Er hätte ja eigentlich auch die Berechtigung gehabt zu spielen. Es war eine enge Entscheidung, weil wir diesmal mit Viererkette gespielt haben. Hätten wir mit Dreierkette gespielt, hätte er wahrscheinlich die Möglichkeit auf einen Einsatz gehabt. Insofern hatte das auch taktische Gründe, aber er hat aufgrund seiner Qualität die Berechtigung zu spielen, so wie einige andere Spieler auch."

Kein Extralob

Als Extralob für den 67-fachen Nationalspieler will Foda diese Worte jedoch nicht verstanden wissen: "Ich muss ihn nicht extra loben, das ist einfach die Wahrheit. Das habe ich ihm auch persönlich schon gesagt. Ich rede auch mit den Spielern. Es ist ja nicht so, dass ich mit denen nicht rede. Aber manchmal ist es halt so, dass man die Qual der Wahl hat, und dann muss man sich auf der einen oder anderen Position entscheiden. Auch wenn es nicht so einfach ist, auch für die Spieler."

Der Hinweis darauf, dass er sehrwohl mit seinen Schützlingen reden würde, ist wohl eine Anspielung auf die Aussage von Marc Janko, dass er ein wenig distanzierter mit den Spielern umgehe als sein Vorgänger Marcel Koller.

Enttäuschung für Foda verständlich und begrüßenswert

"Wenn er nicht enttäuscht wäre, dann wäre er nicht der richtige Spieler für mich. Denn wenn sich einer damit zufrieden gibt, dass er nicht spielt, dann ist er im Sport sowieso fehl am Platz. Insofern ist das absolut in Ordnung."

Franco Foda

Einfach war es für Dragovic spürbar nicht, die Reservistenrolle zu verdauen. Bei seinem Medientermin am Sonntag betonte er, dass es Zeit wäre, die Schuhe an den Nagel zu hängen, wenn er ob seiner aktuellen Situation im Nationalteam nicht enttäuscht wäre.

Eine Einstellung, die Foda begrüßt: "Es ist richtig, dass er enttäuscht ist. Wenn er nicht enttäuscht wäre, dann wäre er nicht der richtige Spieler für mich. Denn wenn sich einer damit zufrieden gibt, dass er nicht spielt, dann ist er im Sport sowieso fehl am Platz. Insofern ist das absolut in Ordnung."

Dragovic als Sechser? Für Foda eine Option

Der Leverkusen-Legionär wies zudem darauf hin, dass er bei seinem Verein zuletzt im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kam - eine Rolle, die er auch in der Jugend inne hatte, ehe er einst bei Austria Wien aus personeller Not heraus in die Abwehrzentrale übersiedelte.

Für das ÖFB-Team ist dies insofern relevant, als es im Falle einer Dreierkette eine der Begründungen für Stefan Ilsanker war, dass dieser bei einem Switch des Systems jederzeit nach vor auf die Sechser-Position rücken könne.

"'Drago' ist ein Spieler, der auch im Mittelfeld spielen könnte, weil er einfach die technischen Fähigkeiten dazu hat. Er ist sehr intelligent, kann ein Spiel gut lesen und hat bei Leverkusen im letzten Spiel in Freiburg auf dieser Position gespielt", meint Foda und betont: "Ich hätte auch die Option, ihn auf der Sechser-Position zu bringen."

Textquelle: © LAOLA1.at

B-Elf in Dänemark? Teamchef Franco Foda fehlt der Respekt

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