Prödl hofft auf "Sogwirkung" jüngster Erfolge
Prödl hofft nach den jüngsten Entscheidungen von Wanner, Chukwuemeka und Co. auf eine "gewisse Sogwirkung". Unter Rangnick sei ein neues Bewusstsein für Erfolg entstanden. "Da sehe ich uns mit der WM-Teilnahme, aber auch dem Vizeweltmeistertitel bei der U17 auf einem guten Weg."
Es sei aber weiterhin viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Mitunter würden sich Spieler bereits in sehr jungen Jahren zu einem Verbandswechsel entscheiden. "In vielen Fällen ist das dann aber nicht mehr revidierbar."
Für die Schaffung einer möglichen Ausbildungsentschädigung spielt auch das EU-Recht eine Rolle. Die großen Investitionen in einen Spieler - von den Landesverbandsausbildungszentren (LAZ) über die Spitzentalentförderung bis hin zu Akademien und Nachwuchs-Nationalteams - wären damit aber etwas abgesichert.
"Da kommt schon eine Summe zusammen, die beträchtlich ist", sagte Prödl.
Die Fälle Wanner, Maric und Grgic
Wanner war bis zur U21 für Deutschland aktiv, ehe er sich zum Verbandswechsel entschloss. Schöttel hatte den damaligen DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff bereits Anfang 2022 von Österreichs Interesse informiert.
Der ÖFB sei seiner Meinung nach bei Verbandswechseln in den vergangenen Jahren sehr seriös vorgegangen. "Ich habe ihm gesagt, wir wollen es anders machen als viele andere. Da bin ich aber, glaube ich, eher ein Ausnahmefall."
Ein anderer großer ÖFB-Hoffnungsträger, Matteo Maric, wechselt im Sommer von Red Bull Salzburg zu Wanners Ausbildungsklub Bayern München. Auch der kroatische Verband hat dem 16-jährigen Linzer bereits Avancen gemacht.
"Was in einem halben Jahr ist, wissen wir nicht, aber aktuell ist er in diesem Alter ein überragender Spieler", meinte Schöttel. "Es wäre schön, wenn er den Weg mit uns bis oben mitgehen würde."
Laut Prödl befinde man sich mit Maric, seinen Eltern und seinem Berater in einem sehr guten Austausch. "Da gibt es totale Transparenz von allen Seiten."
Diese ist nicht selbstverständlich. Mitunter haben Akteure den ÖFB bereits verlassen, obwohl sie über diesen auch einen der begehrten Plätze im Heeressportzentrum (HSZ) in Anspruch genommen haben.
Sturm-Graz-Stürmer Leon Grgic ist seinen los, er wechselte im Vorjahr etwas überraschend von der österreichischen in die kroatische U21.
Für die Österreicher-Topf-Regel der Bundesliga, die Einsatzminuten einheimischer Spieler fördert, zählt der 20-Jährige laut ÖFB aber nach wie vor.