Kaderbekanntgabe: Fixstarter und Wackelkandidaten

Kaderbekanntgabe: Fixstarter und Wackelkandidaten Foto: © GEPA
 

Am Mittwoch ab 13:30 Uhr hat das Rätselraten ein Ende.

Teamchef Franco Foda wird den ÖFB-Kader für die EURO bekanntgeben - vorerst vermutlich in einer etwas vergrößerten Variante, das definitive 26-köpfige Aufgebot muss erst am 1. Juni an die UEFA übermittelt werden.

Nach den bisherigen Eindrücken der Amtszeit von Foda gibt es einen erweiterten Stamm mit zahlreichen mutmaßlichen Fixstartern, deren Fehlen im Aufgbeot eine riesige Überraschung wäre.

Der Deutsche betont immer wieder, aus einem Pool von 40 bis 50 Spielern zu nominieren - entsprechend gibt es auch einen großen Kreis weiterer Kandidaten. Dies hat zur Folge, dass auch der eine oder andere Akteur, der zuletzt meistens dabei war, zu den Wackelkandidaten zu zählen ist.

Zudem gilt es abzuwarten, welche Rückschlüsse die ÖFB-Betreuer aus dem verkorksten März-Lehrgang ziehen.

Dieser ist ein Mitgrund, warum es auf einer Position besonders spannend wird. Unter den Torhütern gibt es zwar vier Favoriten, aber die Hand ins Feuer kann man wohl für keinen legen.

LAOLA1 mit einem Überblick der personellen Situation auf den einzelnen Positionen:

TOR:

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Fixstarter: ---

Weitere Kandidatenkreis: Alexander Schlager, Pavao Pervan, Daniel Bachmann, Heinz Lindner, Cican Stankovic, Jörg Siebenhandl, Richard Strebinger, Patrick Pentz, Martin Fraisl, Dejan Stojanovic

Eine unangenehme Nebenwirkung des mühsamen März-Lehrgangs ist, dass auf der Torhüter-Position noch mehr Unsicherheit herrscht als davor. Teamchef Franco Foda stellte - nachdem er davor offen mit einer Goalie-Rotation spekuliert hat - in allen drei Partien Alexander Schlager ins Tor, der LASK-Tormann pendelte zwischen unsicher und fehlerhaft. Eine Bewerbung für die Rolle als Nummer eins bei der EM schaut jedenfalls anders aus.

Was nun? Man darf gespannt sein. Foda nannte im März einen Kreis von zehn Schlussmännern, der für die EM in Frage kommt. Eine Überraschung ist somit nicht ausgeschlossen.

Gibt es einen Fixstarter? Die Wahrscheinlichkeit, dass Foda Schlager fallen lässt, ist gering. Auch Pavao Pervan dürfte sich im Aufgebot etabliert haben - für ihn sprechen Routine und Gelassenheit, allerdings hat er in Wolfsburg keine Spielpraxis. Selbige hat dafür Heinz Lindner in Basel zu Genüge, die frühere ÖFB-Nummer-1 hat zudem zuhauf Nationalteam-Erfahrung. Daniel Bachmann ist mit Watford in die Premier League aufgestiegen und zeigte dabei überzeugende Leistungen. Er sollte sehr gute Karten haben.

Aber kann man wirklich bei jedem dieses Quartetts die Hand dafür ins Feuer legen, dass er dabei ist? Nicht wirklich. Zudem gilt es abzuwarten, ob Foda wie Usus drei oder (auch dank des vergrößerten Kaders) zumindest vorerst vier Keeper nominiert.

Und dann gibt es ja noch sechs weitere Herrschaften auf Fodas Liste. Ein größeres Umdenken nach dem März-Lehrgang ist nicht ausgeschlossen. Wie intensiv für den ausgebooteten Salzburg-Goalie Cican Stankovic lobbyiert wurde, wird auch der Teamchef registriert haben.

Wen auch immer Foda nominiert: Das Rennen um die Nummer eins beim Turnier scheint weit offen zu sein.

ABWEHR:

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Fixstarter: Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger, Stefan Posch, Stefan Lainer, Andreas Ulmer

Weitere Kandidatenkreis: Philipp Lienhart, Marco Friedl, Maximiian Wöber, Gernot Trauner, David Nemeth, Kevin Danso, Christopher Trimmel, Philipp Wiesinger, Maximilian Ullmann

Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger und Stefan Posch sollten im Abwehr-Zentrum ebenso fix sein wie Stefan Lainer und Andreas Ulmer außen.

Durchaus spannend wird, welche weiteren Innenverteidiger Foda beruft. Philipp Lienhart hat im Nationalteam zwar noch selten gespielt, war aber oft im Aufgebot dabei und hat zuletzt auch seine ersten ÖFB-Bewährungsproben unter Foda gut gemeistert. Dazu kommt eine starke Saison in Freiburg. Er sollte also sehr gute Karten haben.

Gernot Trauner hat sich indes mit seinem Auftritt gegen Dänemark vermutlich keinen Gefallen getan, was wiederum Maximilian Wöber nutzen könnte. Der Salzburg-Verteidiger fehlte zuletzt etwas überraschend. Marco Friedl könnte auch als Linksverteidiger-Backup dienen, was ein kaderarithmetischer Vorteil für den Werder-Legionär sein könnte.

Sturm-Youngster David Nemeth wurde im März in den Großkader berufen - ein klares Signal vom Teamchef. Wenn Foda den einen oder anderen Perspektivspieler im EM-Kader haben möchte, hat er Chancen. Ansonsten wird es bei dieser Konkurrenz sehr eng.

Die Frage wird sein, wie viele Innenverteidiger es ins Aufgebot schaffen, schließlich finden sich im Kader auch weitere Alternativen, beispielsweise Stefan Ilsanker.

Christopher Trimmel als Backup für Rechtsverteidiger Lainer ist eine wahrscheinliche Variante. Auf der linken Seite ist es für Maximilian Ullmann und Philipp Wiesinger kein Vorteil, dass es mit David Alaba oder eben Friedl auch andere Alternativen zu Ulmer gibt. Ein Kaderplatz für einen weiteren Linksverteidiger ist daher kein Muss.

MITTELFELD:

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Fixstarter: David Alaba, Julian Baumgartlinger, Xaver Schlager, Konrad Laimer, Florian Grillitsch, Stefan Ilsanker, Marcel Sabitzer, Christoph Baumgartner, Valentino Lazaro

Weitere Kandidatenkreis: Alessandro Schöpf, Louis Schaub, Florian Kainz, Raphael Holzhauser, Peter Zulj, Dejan Ljubicic, Stefan Schwab, Stefan Hierländer, Reinhold Ranftl, Husein Balic, Thomas Goiginger, Robert Zulj, Kevin Stöger, Hannes Wolf, Yusuf Demir

Die Zahl der Fixstarter ist groß - hinter Kapitän Julian Baumgartlinger und neuerdings auch hinter Christoph Baumgartner stehen allerdings verletzungsbedingte Fragezeichen. Das Duo sollte jedoch wie Konrad Laimer, der sich in Leipzig zuletzt wieder herantastete, im vorläufigen Großkader stehen.

Auch der Kreis weiterer Kandidaten ist nicht gerade klein und ließe sich wohl auch noch um den einen oder anderen Namen erweitern.

Alessandro Schöpf und Louis Schaub sind Kader-Stammgäste. Florian Kainz könnte seine langwierige Verletzung in Köln rechtzeitig hinter sich gelassen haben. Mit Reinhold Ranftl war nun ein Bundesliga-Spieler fünf Lehrgänge in Folge mit von der Partie und macht sich daher wohl große Hoffnungen.

Letztlich kommt tendenziell auch hier der Faktor der Kader-Arithmetik zum Tragen. Beziehungsweise könnte man ja auch perspektivisch denken.

Einem Hoffnungsträger der Zukunft wie Yusuf Demir Turnier-Erfahrung zu verschaffen, ist nämlich ein reizvoller Gedanke. Ähnliches gilt für Hannes Wolf, der das gewisse Etwas mitbringt, in Gladbach bei 31 Liga-Spielen in dieser Saison hält, von Foda aber bislang nicht berücksichtigt wurde. Beide wären spannende Joker.

ANGRIFF:

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Fixstarter: Marko Arnautovic, Sasa Kalajdzic

Weitere Kandidatenkreis: Michael Gregoritsch, Adrian Grbic, Karim Onisiwo, Ercan Kara

Steht Marko Arnautovic zur Verfügung, dann wird er auch dabei sein. Daran gibt es keinen Zweifel, auch wenn der China-Legionär zuletzt verletzungsbedingt passen musste. Sasa Kalajdzic spielt eine tolle Saison beim VfB Stuttgart und klopfte zuletzt auch im ÖFB-Team laut an. Eine EM ohne den Shootingstar ist kaum vorstellbar.

Michael Gregoritsch, Adrian Grbic und Karim Onisiwo dürfen sich gute Chancen ausrechnen, schließlich waren sie zuletzt fixe Kadermitglieder. Das eine oder andere Fragezeichen bleibt jedoch. Gregoritsch hat in Augsburg ein Frühjahr zum Vergessen hinter sich, genoss jedoch meistens Fodas Vertrauen.

Grbic trumpfte beim FC Lorient auch nicht gerade auf. Seine ÖFB-Tore im Herbst haben seinem internen Standing aber bestimmt nicht geschadet. Auf den großen ÖFB-Durchbruch wartet Onisiwo seit Jahren, dafür präsentierte er sich zuletzt in Mainz gut in Schuss.

Eng werden könnte es für einen aus diesem Trio spätestens beim finalen Aufgebot, wenn Foda die starke Saison von Rapid-Goalgetter Ercan Kara honorieren sollte. Mit Austrias Christoph Monschein war ein weiterer Bundesliga-Stürmer im Herbst noch dabei. Nach diesem mageren Frühjahr scheint er jedoch kein Thema mehr zu sein.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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