ÖFB-Debüt: Strebingers Moment für die Ewigkeit

ÖFB-Debüt: Strebingers Moment für die Ewigkeit Foto: © GEPA
 

Dass Österreich das Testspiel in Dänemark mit 0:2 verloren hat, verärgert Richard Strebinger durchaus.

Dies ändert jedoch nichts am Umstand, dass für den Torhüter bei dieser Partie mit dem Nationalteam-Debüt ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen ist.

"Ein sehr besonderer Moment. Ob die Unterschrift unter den ersten Profivertrag, mein erstes Spiel für Werder Bremen, als ich damals in Frankfurt eingewechselt wurde, mein erstes Spiel für Rapid in der Europa League - es gibt so Momente, an die wirst du dich ewig zurückerinnern, und heute war so ein Tag", freut sich der 25-Jährige.

Vor Fodas Tormann-Entscheidung nervöser

Die Bezeichnung Lebenstraum ist so gesehen keine Übertreibung: "Am Anfang war natürlich der Traum, Profifußballer zu werden. Aber sobald dieses Ziel erreicht war, war mit den ersten Profieinsätzen natürlich das nächste Ziel, irgendwann auch für die Nationalmannschaft zu spielen. Ich denke, das ist das Ziel eines jeden Profifußballers, wenn er in der höchsten Liga spielt. Ich bin sehr froh, dass ich jetzt einmal meinen ersten Einsatz hatte."

"Als dann die Hymne gelaufen ist, war es für mich, als hätte das Spiel schon angefangen, da war ich schon voll in meinem Modus, so als ob es schon die 20. Minute gewesen wäre und ich hätte schon ein, zwei Bälle gehalten."

Richard Strebinger

Dass er diesmal Heinz Lindner ersetzen darf, hat Strebinger erst am Nachmittag des Spieltags erfahren. Nervosität kam nach dieser erfreulichen Mitteilung jedoch keine auf, im Gegenteil.

"Eigentlich war ich vorher nervöser, als ich nicht gewusst habe, ob ich spielen werde", erzählt der Niederösterreicher, "als ich es dann erfahren habe, war es eigentlich wie bei Rapid - die gleiche Vorbereitung, da war kein Unterschied. Als dann die Hymne gelaufen ist, war es für mich, als hätte das Spiel schon angefangen, da war ich schon voll in meinem Modus, so als ob es schon die 20. Minute gewesen wäre und ich hätte schon ein, zwei Bälle gehalten."

Auch Traumtore kann man verhindern

Strebinger bekam im Laufe des Spiels die Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Der erste wirklich schwierige Ball auf sein Gehäuse war jedoch gleich ein unhaltbarer. Das 1:0 durch Lukas Lerager fiel unter die Kategorie Traumtor.

"Ihre ganze Aktion war eigentlich wunderschön, sie haben den Ball gut direkt gespielt und dann haut er ihn natürlich unglaublich rein. Das ist dann auch Klasse", kann der geschlagene Keeper nur gratulieren.

Ob man es letztlich akzeptieren müsse, dass es Gegentreffer gibt, die man als Mannschaft nicht verhindern könne? "Ich denke, man kann fast alle Tore verhindern. Wir müssen uns noch einmal genau anschauen, ob man da vorher irgendwie aggressiver hätte zustechen können. Aber die Dänen haben das natürlich sehr gut gespielt."

Foto-Finish gegenüber Cican Stankovic?

Dass Lindner diesmal eine Pause bekommen würde, deutete Teamchef Franco Foda bereits im Vorfeld der Partie an. Welcher Goalie statt des Grasshoppers-Legionärs den Zuschlag von Anfang an bekommen würde, war indessen unklar.

"Die Überlegung war, dass jeder eine Halbzeit spielen könnte. Ich habe mich aber letztendlich dafür entschieden, noch einen Feldspieler mehr zu bringen, aufgrund des Ergebnisses noch eine Option mehr zu haben."

Franco Foda

Mit Salzburg-Keeper Cican Stankovic stand ein weiterer Schlussmann parat, der sich Hoffnungen auf sein Länderspiel-Debüt machen durfte. Ob es ein Foto-Finish zwischen den beiden gewesen sei, vermochte Strebinger nicht zu beurteilen: "Da muss man den Trainer fragen. Er hat mir gesagt, dass ich spiele und darüber bin ich sehr froh. Ich bin sehr stolz, dass ich für Österreich habe spielen dürfen."

Was den Ausschlag für den Rapid-Tormann und gegen Stankovic gegeben habe? Foda: "Alle drei Torhüter haben im Training sehr gut gearbeitet. Die Überlegung war, dass jeder eine Halbzeit spielen könnte. Ich habe mich aber letztendlich dafür entschieden, noch einen Feldspieler mehr zu bringen, aufgrund des Ergebnisses noch eine Option mehr zu haben."

Möglich erscheint, dass neben dem Rückstand auch die Verletzung von Xaver Schlager in der ersten Halbzeit beziehungsweise die Gelbe Karte für Martin Hinteregger, der in der Pause in der Kabine blieb, die ursprünglichen Wechsel-Überlegungen durcheinandergebracht haben.

Keine Kampfansage an Lindner

Mit Strebinger war der Teamchef jedenfalls zufrieden: "Richie hat seine Sache sehr gut gemacht. Beim ersten Gegentor war er machtlos, das war sehr gut rausgespielt - ein Traumtor von Dänemark. Insgesamt hat er auf mich einen sehr ruhigen, sachlichen und souveränen Eindruck hinterlassen."

Dass so ein Debüt Lust auf mehr macht, liegt auf der Hand. Da er den Vorzug gegenüber Stankovic bekam, darf er vorerst wohl als erster Herausforderer von Lindner betrachtet werden.

Kampfansage an die Nummer eins gibt es von Strebinger jedoch keine zu hören: "Das geht sowieso nur über Leistungen im Verein und dass ich mich im Training empfehle. Jetzt heißt es einfach, mich weiterzuentwickeln, an die Leistungen der letzten Wochen anzuknüpfen, weiter für Rapid gut zu spielen und Punkte für den Verein festzuhalten. Bei Rapid warten wichtige Wochen auf uns. Danach freue ich mich, wenn es im November im Nationalteam weitergeht."

Weitere Schritte nach oben in der ÖFB-Torhüter-Hierarchie könnten nur erfolgen, wenn er hart arbeite und immer besser werde: "Das kann ich nur über Leistung beantworten."

Die besten Bilder von Dänemark gegen Österreich

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