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Foda trauert Punkt nach: "Statistisch ein ausgeglichenes Spiel"
Der Ex-ÖFB-Teamchef spricht von einem verdienten Sieg Österreichs, betont aber gleichzeitig: Da wäre mehr drinnen gewesen.
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Im Kosovo leben weniger Menschen als in Wien.
Dafür hat der erst 2016 in die UEFA eingegliederte kosovarische Fußballverband im letzten Jahrzehnt eine beachtliche Entwicklung genommen.
Die mit vielen Diaspora-Spielern ausgestatteten "Dardanët" kletterten in der FIFA-Weltrangliste zuletzt auf den 78. Platz. In der Quali zur WM 2026 schlugen die Kosovaren Schweden und Slowenien, im Playoff scheiterte man denkbar knapp an der Türkei.
Angetrieben wurde dieser Aufschwung von Ex-ÖFB-Teamchef Franco Foda, der seit Anfang 2024 im Kosovo als Trainer wirkt und dort hohes Ansehen genießt.
"Sieg von Österreich nicht unverdient"
Am Sonntag kehrte der Deutsche an seine alte Wirkungsstätte im Wiener Ernst-Happel-Stadion zurück und bezog dabei eine 1:3-Niederlage (Spielbericht>>>).
"Insgesamt war der Sieg von Österreich nicht unverdient, obwohl wir 1:0 in Führung gehen hätten müssen. Wir wissen alle, dass sich im Fußball dann ein Spiel in die andere Richtung drehen kann", trauert Foda im "ORF"-Interview einer Großchance von Vedat Muriqi nach nur wenigen Spielminuten nach.
Danach war das ÖFB-Team über weite Strecken die gefährlichere Mannschaft, speziell nach Umschaltmomenten wurde die neuformierte kosovarische Defensive immer wieder vor Probleme gestellt.
Mannschaft setzte taktische Vorgaben nicht um
"Die Erkenntnis aus dem Spiel ist, dass du gegen so eine Mannschaft, die schnell nach vorne spielt, in der Restverteidigung gut organisiert sein musst. Das war in der ein oder anderen Situation nicht der Fall", so der 60-Jährige.
Zudem habe seine Mannschaft - entgegen der eigentlichen Vorgabe - nicht nur bei gegnerischen Abstößen, sondern auch aus dem Spiel heraus gepresst, kam dabei aber oft zu spät.
"Gegen Österreich wirst du nicht zehn Riesenmöglichkeiten bekommen"
Zum Drüberstreuen muss sich Foda über eine unzulängliche Chancenauswertung von vor allem Star-Stürmer Muriqi ärgern, der auch nach der Pause einen Sitzer ausließ.
"Gegen Österreich wirst du nicht zehn Riesenmöglichkeiten bekommen. Da musst du die zwei, drei klaren Chancen, die du hast, nutzen", seufzt Foda.
Statistisch ausgeglichenes Spiel
Insgesamt habe seine Mannschaft aufgrund der Personalsituation "sicher nicht am obersten Limit gespielt". Speziell in der Defensive schmerzten der kurzfristige Ausfall von Hoffenheim-Legionär Albian Hajdari sowie der Rücktritt von Kapitän Amir Rrahmani sehr, zudem war Stürmer Fisnik Asllani nur fit genug für einen Kurzeinsatz.
Dennoch hält Foda angesichts einer Ballbesitzverteilung von 48 zu 52 Prozent und einem Expected-Goals-Wert von 1,39 zu 1,83 zuungunsten seiner Mannschaft fest: "Rein von den Statistiken war das Spiel ausgeglichen."
Österreich sei letztlich die auf diesem Niveau erfahrenere und deshalb auch abgekochtere Mannschaft gewesen.
Emotionale Rückkehr
Für Foda persönlich war die Rückkehr nach Wien freilich etwas Besonderes: "Als wir mit dem Bus ins Stadion gefahren sind, war es schon ein bisschen ungewohnt. Natürlich war es ein anderes Gefühl als sonst, aber während des Spiels hast du den Fokus auf deiner Mannschaft und versuchst, sie bestens einzustellen."
Die Chance auf die Revanche bietet sich für Foda und Co. bereits am kommenden Sonntag (18 Uhr im LIVE-Ticker>>>), wenn das ÖFB-Team zum Rückspiel in Pristina antritt.