Ilco Naumoski: "Österreich ist reifer als 2016"

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Für Ex-Mattersburger Ilco Naumoski geht Österreich als klarer Favorit in das EM-Qualiduell gegen sein Heimatland Nordmazedonien (Sa., 20:45 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker). Als Grund nennt der 46-fache Teamspieler (9 Tore) die Tatsache, dass Nordmazedonien praktisch keine EM-Chance mehr hat.

"Hätten wir gegen Polen etwas gerissen, wäre es in Wien ein echtes Endspiel gewesen. So ist Österreich eindeutiger Favorit", meint der Ex-Mattersburg- und -GAK-Profi.

Zwei Runden vor Schluss fehlen den Nordmazedoniern fünf Punkte auf die zweitplatzierten Österreicher in der Gruppe G.

Drei wichtige Ausfällle

Um es über die EM-Qualifikation zur EURO 2020 zu schaffen, müsste Nordmazedonien in Wien und drei Tage später daheim gegen Israel siegen und dann auch noch auf einen Umfaller von David Alaba und Co. beim punktlosen Gruppenletzten Lettland hoffen - für Naumoski ein unrealistisches Szenario. "Selbst wenn wir in Wien gewinnen, wird Österreich gegen die Letten gewinnen. Die sind einfach zu schwach."

Erschwerend komme auch hinzu, dass bei Nordmazedonien mit Boban Nikolov, Visar Musliu (beide Fehervar) und Ilija Nestorovski (Udinese) drei wichtige Spieler wegen Sperren fehlen. "Die sind sehr schwer zu ersetzen", vermutete Naumoski. Ein österreichischer Sieg würde beim 36-Jährigen aber ohnehin keine große Trauer auslösen. "Mein Herz schlägt für Mazedonien und Österreich. Ich freue mich, wer immer gewinnt."

Der in jungen Jahren in die Alpenrepublik übersiedelte frühere Angreifer geht fix von einer EM-Teilnahme der Österreicher aus und traut der Truppe von Teamchef Franco Foda bei der EM einiges zu. "Für mich gehört Österreich derzeit zu den Top Ten der Welt. Die Mannschaft ist jetzt reifer als 2016." Erfolgsgaranten sind für Naumoski neben Foda ("Vor ihm habe ich größten Respekt als Trainer und Mensch") vor allem Marko Arnautovic und David Alaba. "Arnautovic ist großartig, er macht den Unterschied aus. Und über Alaba brauchen wir nicht reden, er ist der beste Linksverteidiger der Welt."

1:4 im Hinspiel hat Naumoski überrascht

Besondere Sympathien hegt Naumoski auch für Stefan Ilsanker, den er aus gemeinsamen Zeiten beim SV Mattersburg kennt. "Er hat sich seither gut entwickelt. Beim Sieg der Österreicher in Skopje war er der beste Mann auf dem Platz."

Das klare 4:1 des ÖFB-Teams am 10. Juni in Nordmazedonien sorgt bei Naumoski nach wie vor für Kopfschütteln. "Da sind wir überraschenderweise sehr schlecht gewesen. Eigentlich haben wir jetzt eine sehr gute Generation."

Beweis dafür ist unter anderem die Tatsache, dass Nordmazedonien bei der EM-Quali-Auslosung aus Topf fünf gezogen wurde, derzeit aber punktegleich mit Slowenien und Israel auf Rang drei liegt. "Trotzdem kann man mit der Qualifikation nicht wirklich zufrieden sein, denn wir hatten die leichteste Gruppe in unserer Geschichte", erklärte Naumoski.

EM-Chance lebt dank Nations League

Die EM-Chance der Nordmazedonier lebt aber weiterhin - dank der Nations League. Der Weltranglisten-68. (Österreich ist 25.) gewann im Vorjahr in Liga D seine Gruppe mit Armenien, Gibraltar und Liechtenstein und steht damit im Play-off. Dort heißen die Gegner im Kampf um den EURO-Platz voraussichtlich Georgien, Weißrussland und Kosovo. "Das ist für uns eine historische und auch realistische Chance", sagte Naumoski.

Dass der 46-fache Teamspieler (9 Tore) im Vergleich zum fast auf den Tag genau gleich alten Goran Pandev kein Thema mehr für die Nationalelf ist, liegt auch an einer schweren Verletzung, die er sich 2014 zugezogen hat. In einem Match für Vardar Skopje wurden gleichzeitig Schien- und Wadenbein, Knöchel und Achillessehne schwer in Mitleidenschaft gezogen. Bei der Behandlung unterliefen den Ärzten vor Ort laut Naumoski einige Fehler. "Ich muss froh sein, dass ich meinen Fuß noch habe."

Danach scheiterten Comeback-Versuche und Naumoski stieg ins Trainergeschäft ein, zunächst von 2016 bis 2018 im Nachwuchsbereich in China ("Dann habe ich es nicht mehr ausgehalten, der Smog war zu viel") und anschließend als Assistenzcoach beim serbischen Club Dinamo Vranje. Dieses Engagement ist seit Sommer vorbei, derzeit absolviert Naumoski in Nordmazedonien die A-Lizenz. Die Pro-Lizenz soll im kommenden Jahr folgen.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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