Herzog: "Ist ein spezieller Moment für mich"

 

Es ist ein Ding der Unmöglichkeit vor der am Donnerstag stattfindenden EM-Quali-Partie zwischen Österreich und Israel (ab 20:45 Uhr im LIVE-Ticker) nicht über die Wien-Rückkehr von Israel-Teamchef Andreas Herzog zu sprechen.

Der Rekordnationalspieler (103 Spiele/26 Tore für Österreich) kehrt erstmals als Cheftrainer eines Auswärtsteams ins Ernst-Happel-Stadion zurück. Jenes Stadion, in dem er 1997 vor ausverkauftem Haus der österreichischen Nationalmannschaft zu einem 1:0-Sieg gegen Schweden verhalf und die damit einhergehende WM-Teilnahme in Frankreich sicherte.

Anders als damals, will Herzog den rot-weiß-roten Fans diesmal weniger Grund zum Jubeln geben und der Elf von Franco Foda wie beim 4:2-Heimerfolg im März ein Bein stellen.

Der gebürtige Wiener gibt zu, dass die Ausgangslage besonders ist: "Es ist ein spezieller Moment für mich, weil ich hier viele Spiele gespielt habe", erklärt Herzog, der aber trotzdem bemüht ist, die Emotionen welche das Gastspiel in seinem einsten Wohnzimmer mit sich bringen, hinten anzustellen: "Ich muss wie die Spieler professionell sein, sonst habe ich einen schlechten Job gemacht. Wir sind hier, um drei Punkte zu holen."

Österreich "schwerster Gegner"

Der ehemalige Werder-Legionär ist davon überzeugt, dass ihn mit Österreich der schwerste Gegner in der Gruppe erwartet. Man werde einen "sehr, sehr großen Tag" brauchen. "Österreich ist für mich die stärkste Mannschaft in der Gruppe, auch wenn Polen Erster ist. Aber die Österreicher haben die kreativeren Spieler in ihren Reihen", lobt der Wiener.

Die 2:4-Niederlage gegen Israel in Haifa sei möglicherweise ein "Weckruf" für das ÖFB-Team gewesen. Herzog: "Österreich hat genügend Stärken. Aber wir haben auch einige Stärken."

Die Israelis belegen momentan den vierten Tabellenplatz, haben aber trotzdem noch Außenseiterchancen auf eins der beiden EM-Tickets.

Nach drei sieglosen Spielen ist ein Sieg für die Herzog-Elf also Pflicht. Dementsprechend offensiv wird er seine Mannschaft ausrichten: "Unsere Mentalität ist, dass wir nach vorne spielen wollen." Dennoch brauchen sie "die nötige Absicherung, um mit dem Umschaltspiel der Österreiche keine Probleme zu bekommen", warnt der 51-Jährige.

Ausfälle "musst du als Trainer schlucken"

Dass sein Gegenüber Franco Foda mit einer Verletzungsmisere zu kämpfen hat und auf eine Last-Minute-Entscheidung bezüglich der Startelf verwies, sieht Herzog gelassen. "Ich denke, dass man im Laufe einer Quali damit rechnen muss, nicht immer in der Top-Formation zu spielen. Du hast Alternativen und die musst du zusammenführen".

Auch er habe "wichtige Spieler nicht dabei" und spielt damit auf seinen gesperrten Mittelfeldakteur Dor Peretz an. "Aber das musst du als Trainer schlucken", meint der Rekordnationalspieler.

Seine finale Startelf lässt sich der Israel-Trainer noch offen. Die Frage, ob WAC-Torgarant Shon Weissmann oder der Ex-Salzburger Munas Dabbur in der Sturmspitze starten werde, beibt also unbeantwortet. Denkbar wäre auch die Konstellation, dass Weissmann auf die linke Seite ausweicht und damit in der Mitte Platz für Dabbur schafft.

Der ewige Traum als ÖFB-Trainer zu arbeiten

Es ist kein Geheimnis, dass Andreas Herzog in der Vergangenheit davon geträumt hat, das Trainer-Amt der österreichischen Nationalmannschaft inne zu haben. Dass er am Donnerstag nicht auf der Heim- sondern der Gästebank platznehmen muss, lässt ihn mittlerweile kalt: "Es war ein großer Traum. Aber jetzt bin ich Teamchef von Israel. Jetzt denke ich nicht darüber nach, Teamchef von Österreich zu sein oder von Swasiland."

Der schleppende Kartenvorverkauf für das Spiel (knapp 22.000 Tickets) ist in Österreich derzeit ein heiß diskutiertes Thema. Auch Herzog kann sich nicht erklären warum der Funke bei den Fans nicht überspringt: "Es muss irgendwelche Gründe haben. Aber ich hoffe das eine gute Stimmung aufkommt, weil das ist für beide Mannschaften besser, wenn das Stadion gut gefüllt ist und eine gute Atmosphäre herrscht."

Die hohen Eintrittspreise sieht auch er als möglichen Grund und verweist darauf, dass in Israel die Tickets um die 25€ kosten würden.

Von freche Hund' zu Topspieler

Mit Israels Sportdirektor Willi Ruttensteiner und Tormanntrainer Klaus Lindenberger haben die Gäste weitere Österreicher in ihren Reihen. Ein kleiner Vorteil, wie auch Head-Coach Herzog zugibt. "Im Endeffekt haben wir einen leichten Vorteil, aber das hebt sich mit der Qualität von Österreich wieder auf", sagt Herzog.

Mit Kapitän Julian Baumgartlinger und Abwehrspieler Aleksandar Dragovic warten unter anderem zwei ehemalige Spieler, die unter Herzog in der U21 trainierten. "Ich freue mich wenn ich sie nach dem Spiel sehe, aber während dem Spiel will jeder seinen bestmöglichen Job machen und am Ende das Spiel gewinnen. Damals waren es noch freche Hund' und jetzt sind sie internationale Topspieler", schwärmt der Trainer von seinen ehemaligen Schützlingen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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