Aleksandar Dragovic warnt: "Er ist das Um und Auf"

 

"Mund abputzen und weiter geht's! Es ist nichts Schlimmes passiert, außer dass wir drei Punte verloren haben. Jetzt haben wir unser Endspiel", will sich Aleksandar Dragovic nicht allzu lange mit dem 0:2 in den Niederlanden aufhalten.

Besagtes "Endspiel" steigt am Montag gegen einen für den ÖFB-Innenverteidiger besonderen Gegner, schließlich lebte er als Legionär bei Dynamo Kiew von 2013 bis 2016 drei Jahre lang in der Ukraine.

"Kontakt habe ich zu keinem mehr. Da mein Russisch nicht so gut ist, hat sich das schon erledigt", grinst Dragovic, der die Jahre beim Traditionsklub (je zwei Mal Meister und Pokalsieger) allerdings keinesfalls missen möchte:

"Die Jahre in Kiew waren sehr, sehr erfolgreich. Wir sind Meister geworden, obwohl Shakhtar Donetsk immer hoher Favorit war. In der Champions League sind wir ins Achtelfinale gekommen, was auch nicht selbstverständlich ist, wir haben Porto rausgehaut. Es war eine super Zeit, auf die ich immer gerne zurückschaue. Aber es bringt nichts zu denken, was in der Vergangenheit war, ich lebe in der Gegenwart."

Dragovic schwärmt von Yarmolenko

In der Gegenwart steht das Wiedersehen mit dem einen oder anderen alten Bekannten an, vor allem jenes mit Andriy Yarmolenko.

"Er ist das Um und Auf. Auch in den ersten zwei Spielen hat er gezeigt, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Sein linker Fuß ist überragend, das hat man auch beim Tor gegen Holland gesehen", lobt Dragovic.

Dragovic in Kiew Seite an Seite mit Yarmolenko
Foto: © GEPA

Der Wiener spielte drei Jahre mit Yarmolenko zusammen. Der Rechtsaußen probierte es ab 2017 ein Jahr lang bei Borussia Dortmund, ehe er zu West Ham United weiterzog.

Was ihn so speziell machen würde? "Er ist dynamisch und schnell. Er spielt meistens auf der rechten Seite, ist aber ein Linksfuß. Das heißt, er zieht von zehn Mal neun Mal in die Mitte. Aber er ist einfach ein überragender Kicker, das hat er immer wieder bewiesen. Schade, dass er das bei West Ham zuletzt nicht zeigen konnte. Aber ich weiß von seinen Qualitäten, weil ich sie tagtäglich im Training in Kiew erlebt habe."

"...dann hat man schon einiges gewonnen"

Das Wissen, wie man gegen Yarmolenko spielen muss, gilt es aber mannschaftsintern weiterzugeben: "Da er auf der rechten Seite ist, wird er nicht so viel auf meiner Seite sein. Aber wenn man ihn und seinen linken Fuß rausnimmt, hat man schon einiges gewonnen."

Was nicht heißen soll, dass die Ukraine außer dem 31-Jährigen wenig zu bieten hat. Zweite Schlüsselfigur neben Yarmolenko sei Ruslan Malinovskyi: "Der hat bei Atalanta Bergamo eine überragende Saison gespielt und auch einen super linken Fuß."

Generell wurde in der Ukraine unter Teamchef Andriy Shevchenko eine zukunftsträchtige Mannschaft geformt.

"Sie haben viele junge Spieler, speziell in der Defensive. Sie stehen kompakt, machen die Räume eng, und haben dann in der Offensive - eben mit Yarmolenko oder Malinovskyi Qualität. Wir werden auf diesen Gegner vorbereitet sein, kennen ihre Stärken und Schwächen. Wir müssen versuchen, das diesmal besser auszunutzen."

Arnautovic macht "alles" aus

Dass vermutlich beiden Teams ein Punkt zum Weiterkommen reichen würde, interessiert Dragovic nicht: "Wir rechnen nicht. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. So werden wir auch gegen die Ukraine ins Spiel gehen. Wir wollen drei Punkte holen und als Tabellenzweiter aufsteigen."

"De Ligt ist eine Maschine. Aber auch wenn es nicht so leicht ist, gegen ihn die Bälle zu behaupten, muss das unser Anspruch sein, um das nächste Level zu erreichen."

Aleksandar Dragovic

Dass Marko Arnautovic wieder spielberechtigt ist, sollte bei dieser Mission helfen. Was der China-Legionär am Platz ausmachen würde?

"Alles", antwortet Dragovic staubtrocken, um ins Detail zu gehen: "Er ist schnell, hält die Bälle sehr gut, hat einen super Abschluss. Marko ist enorm wichtig für uns mit seiner Riesen-Qualität. Er ist für jede Abwehr schwer zu verteidigen. Umso besser für uns, wenn wir so einen Spieler in unseren Reihen haben."

Verständnis für die Stürmer, aber...

Man dürfe in der Offensive jedoch auch nicht alles an einem Mann festmachen. Gegen die Niederlande sei letztlich jener Fehler begangen worden, der in den vergangenen Länderspielen immer wieder vorgekommen sei:

"Viele Spieler sind nicht in die Tiefe gelaufen, sondern eher entgegengekommen. Da müssen wir mehr die tiefen Läufe suchen oder, wenn man schon kurz kommt, nicht so leicht die Bälle verlieren. Aber das ist ein Lernprozess. Wir haben auch nicht gegen irgendwen gespielt - de Ligt ist eine Maschine. Aber auch wenn es nicht so leicht ist, gegen ihn die Bälle zu behaupten, muss das unser Anspruch sein, um das nächste Level zu erreichen."

Wobei der Wiener betont: "Ich verstehe auch unsere Stürmer, wenn sie mal drei, vier Minuten nicht den Ball bekommen, dass sie dann entgegenkommen und sich ein bisschen Ballgefühl holen wollen. Aber am Ende des Tages müssen wir dem Gegner durch die Tiefe weh tun. Wenn wir immer nur kurz kommen, ist es ja relativ leicht zu verteidigen."

Daher müsse man sich in diesem Bereich "schleunigst" weiterentwickeln: "Denn im Endspiel gegen die Ukraine müssen wir es besser machen."


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