LAOLA1-Analyse: Die aktuelle ÖFB-Hackordnung

 

Personell gesehen befindet sich das ÖFB-Nationalteam in einer der schwierigsten Phasen der jüngeren Vergangenheit.

Corona- und verletzungsbedingte Probleme zwingen Teamchef Franco Foda derzeit zum Improvisieren, auch beim Nations-League-Match in Nordirland (So., 20:45 Uhr im LIVE-Ticker) fehlen diverse Kräfte, die normal ausgezeichnete Einsatzchancen hätten.

Kein Nachteil ohne Vorteil: Das Fehlen etablierter Akteure bietet anderen ÖFB-Teamspielern die Chance, ihre Position in der Hackordnung zu verbessern - sei es im Kampf um ein Stammleiberl oder im Fight, überhaupt dem Kader anzugehören.

Schließlich steht eine Teilnahme an einer EURO auf dem Spiel. Und das für viele Kandidaten.

Denn eines lässt sich definitiv behaupten: Der Pool an potenziellen Nationalspielern, denen man auch eine qualitative Bereicherung des Aufgebots zutrauen würde, ist groß wie lange nicht. Alleine in diesem Herbst zeigten Rookies wie Christoph Baumgartner, Adrian Grbic oder Marco Friedl mit ihren Debüt auf.

Die LAOLA1-Analyse der aktuellen personellen Lage der Nationalmannschaft:

STAMMKRÄFTE:

Wenn diese Führungskräfte zur Verfügung stehen, spielen sie im Normalfall auch - ein Umstand, über den man nicht lange nachdenken muss. Das Problem in der jüngeren Vergangenheit beziehungsweise in der Gegenwart: Immer wieder muss der eine oder andere ÖFB-Star w.o. geben.

Name Länderspiele ÖFB-Einsätze seit Anfang 2019
Stefan Lainer 21 9
Martin Hinteregger 48 11
David Alaba 72 5
Julian Baumgartlinger 77 11
Valentino Lazaro 28 9
Marcel Sabitzer 44 11
Marko Arnautovic 85 8

Die LAOLA1-Analyse: Stefan Lainer als Rechtsverteidiger und Martin Hinteregger als Linksfuß in der Innenverteidigung haben sich auf ihren Positionen im Prinzip den Status "konkurrenzlos" erspielt. Ernsthaft gechallenged werden sie intern momentan nicht. Dass David Alaba und Marko Arnautovic unumstrittenes Startelf-Material darstellen, muss man nicht länger erläutern. Trotzdem braucht es immer wieder Alternativen. Der Bayern-Star verpasste seit Anfang 2019 acht von 13 Länderspielen.

Arnautovic wiederum ist normal immer mit dabei und ließ als "ÖFB-Marathon-Mann" von September 2011 bis September 2019 gerade einmal vier Länderspiele aus. Von den jüngsten sechs ÖFB-Matches versäumte er indes deren fünf - auch in Nordirland und Rumänien steht er bekanntlich nicht zur Verfügung. Es musste schon eine Pandemie in Kombination mit seinem China-Engagement her, um "Arnie" im Nationalteam - vorübergehend - zu stoppen. Früher oder später braucht man allerdings ohnehin Alternativen zum 31-Jährigen. Aktuell bietet sich einigen Stürmern die Gelegenheit, sich zu emanzipieren.

Julian Baumgartlinger ist Kapitän und genießt als solcher das Vertrauen Fodas. Bislang gibt es auch keine Anzeichen, dass der Routinier trotz starker Konkurrenz ernsthaft um seinen Stammplatz zittern muss. Selbigen hat sich auch Marcel Sabitzer inzwischen zweifelsohne erarbeitet, 2019 gelang sein längst überfälliger ÖFB-Durchbruch.

Lazaro wiederum stand, wenn anwesend und fit, in der Foda-Ära nur zwei Mal nicht in der Anfangsformation - 2017 beim Test gegen Uruguay und 2018 beim Test gegen Schweden, beide Male wurde er eingewechselt. Die Bank drückte er nur vergangenen November, als nach den Feierlichkeiten zur gelungenen EURO-Qualifikation in Lettland die B-Elf spielte. Derzeit laboriert der Gladbach-Legionär an einem Muskelbündelriss. Stand jetzt hat der Steirer jedoch gute Karten, nach seinem Comeback auch in die Startelf zurückzukehren.

ERWEITERTER STAMM:

Steht einer der folgenden Herren in der Startelf, wäre dies nach derzeitigem Stand alles, nur keine Überraschung. Kombiniert man dieses Sextett mit den sieben Akteuren in der Kategorie "Stammspieler", kommt man jedoch auf 13 Feldspieler. Soll heißen: Stünden Österreich einmal tatsächlich alle verfügbaren Kräfte zur Verfügung, müssten zumindest drei dieser Spieler die Ersatzbank drücken. Die folgenden Herren sind auch klare Stammelf-Kandidaten - aktuell jeweils mit kleiner Einschränkung:

Name Länderspiele ÖFB-Einsätze seit Anfang 2019
Aleksandar Dragovic 82 12
Stefan Posch 8 8
Andreas Ulmer 19 10
Konrad Laimer 7 7
Xaver Schlager 13 5
Christoph Baumgartner 3 3

Die LAOLA1-Analyse: Die Einschränkung bei Aleksandar Dragovic und Stefan Posch liegt mit dem gegenseitigen Konkurrenzkampf auf der Hand. Spielt das ÖFB-Team mit Viererkette, ist in der Innenverteidigung nur ein Platz an der Seite von Hinteregger, der zuletzt ein wenig Politik für Dragovic machte, frei.

Fakt ist: Kein anderer ÖFB-Kicker absolvierte seit Anfang 2019 mehr Länderspiele als Dragovic - in zwölf von 13 Partien stand der Leverkusen-Legionär auf dem Feld. Dies unterstreicht, dass "Drago" eigentlich immer zur Verfügung steht. Der letzte ÖFB-Lehrgang, den der Wiener versäumte, war der Abschieds-Lehrgang von Didi Constantini im September 2011. Unter Marcel Koller und Foda war er stets dabei.

Eine Einreihung des 82-fachen Teamspielers in die Kategorie Stammspieler verhindert aktuell das interne Duell mit Posch. Dass der Hoffenheim-Legionär beim Nations-League-Auftakt in Norwegen und gegen Rumänien den Vorzug vor Dragovic bekam, deutet darauf hin, dass er in Fodas Hackordnung momentan vorne liegt. Dass Dragovic in Leverkusen nicht konstant Einsatzzeit bekommt, hilft nur bedingt.

Ulmer ist ein Härtefall. Seit dem Gastspiel in Israel im März 2019 spielte der Routinier bis auf die B-Elf-Partie in Lettland immer durch. Diesen Lehrgang versäumt der Linksverteidiger jedoch, da Salzburg keine Spieler abstellte. Dies könnte sich als ungünstiges Timing erweisen. Da sich Christoph Baumgartner seit seinem Debüt im September extremst aufdrängt, könnte David Alaba auf der linken Seite eine Etappe nach hinten rücken.

Apropos Baumgartner: Ihn in dieser Kategorie zu nominieren, erscheint nicht verfrüht. Spielt der Hoffenheim-Legionär sein Potenzial aus, sollte er schon bald nicht mehr aus der Stammelf wegzudenken sein. Ähnliches gilt für Xaver Schlager und Konrad Laimer, bei denen es eher verletzungstechnische Gründe hat, dass sie noch nicht als unumstrittene Stammspieler angeführt werden können. Sind sie mit von der Partie, haben sie jedoch sehr gute Chancen, von Beginn an zu spielen.

KAMPF UM PLATZ IN STARTELF:

Um ihre Nominierung ins Aufgebot müssen sich folgende Kadermitglieder unter normalen Umständen derzeit weniger Sorgen machen. Eine Nominierung in die Startelf wäre, sofern alle zur Verfügung stünden, indessen schon fraglicher.

Name Länderspiele ÖFB-Einsätze seit Anfang 2019
Alexander Schlager 3 3
Cican Stankovic 4 4
Pavao Pervan 2 2
Stefan Ilsanker 44 10
Florian Grillitsch 18 5
Alessandro Schöpf 23 1
Karim Onisiwo 9 7
Michael Gregoritsch 20 9

Die LAOLA1-Analyse: Der Vorteil der aktuellen Situation? Steht man zur Verfügung, kann man mit guten Leistungen teamintern Meter machen. So war Pavao Pervan vor dem Lehrgang noch die Nummer drei. In Abwesenheit von Alexander Schlager und Cican Stankovic könnte der Wolfsburg-Legionär seine Position im Kampf ums Einserleiberl verbessern, wenn er in Nordirland und Rumänien entspricht. Aktuell ist die Situation in besagtem Fight derart unübersichtlich, dass alle drei Kandidaten erst in dieser Kategorie auftauchen.

Ilsanker sammelt weiter fleißig Länderspiele. Jeder kennt seinen Wert im Kader. Aber wäre er auch gesetzt, wenn Foda die Qual der Wahl hätte? Dies ist zumindest fraglich, dafür kommt er zu oft von der Bank. Florian Grillitsch tritt im beinharten Konkurrenzkampf im zentralen Mittelfeld auf der Stelle, er bräuchte eine Statement-Leistung als Befreiungsschlag.

Alessandro Schöpf verpasste die letzten zwei ÖFB-Jahre und muss sich erst wieder in eine bessere Position kämpfen - gegen Griechenland konnte er sich nur bedingt empfehlen. Karim Onisiwo spielte zuletzt vermehrt und hat sich als Backup am Flügel etabliert.

Bei Michael Gregoritsch geht der persönliche ÖFB-Trend endlich in die richtige Richtung. Aktuell steht er als Arnautovic-Ersatz in der Pole Position. Mit Adrian Grbic und Sasa Kalajdzic gibt es jedoch spannende neue Konkurrenz.

KAMPF UM PLATZ IM KADER:

21 ÖFB-Kicker finden sich auf die oberen drei Kategorien verteilt. Dies heißt, in einem virtuellen 23-Mann-Aufgebot stünden für alle verbliebenen Kandidaten noch zwei Plätze zur Verfügung. Es folgen Spieler mit mehr oder weniger ÖFB-Erfahrung, die auch mehr oder weniger nah am Nationalteam dran sind. Einen Platz im Kader haben oder hatten sie jedoch alle in jüngerer Vergangenheit.

Name Länderspiele ÖFB-Einsätze seit Anfang 2019
Heinz Lindner 28 4
Jörg Siebenhandl 2 -
Christopher Trimmel 8 5
Philipp Lienhart 1 -
Marco Friedl 1 1
Gernot Trauner 1 -
Maximilian Wöber 6 3
Maximilian Ullmann - -
Raphael Holzhauser 1 1
Reinhold Ranftl 1 1
Florian Kainz 16 3
Louis Schaub 15 4
Peter Zulj 10 1
Adrian Grbic 3 3
Sasa Kalajdzic - -
Christoph Monschein 1 1

Die LAOLA1-Analyse: Von früheren Stammkräften (Heinz Lindner, Peter Zulj), die zuletzt ein wenig an Terrain verloren haben, bis hin zu Newcomern, deren ÖFB-Pfeil nach oben zeigt (Adrian Grbic, Sasa Kalajdzic), die sich aber noch nachhaltiger bewähren müssen, finden sich zahlreiche Akteure in dieser Liste.

Für diese Kandidaten wird vor allem im Hinblick auf die EURO viel davon abhängen, in welcher Vereins-Form sie sich in dieser Saison präsentieren, und wie sich die Konkurrenz-Situation auf ihrer Position entwickelt - beispielsweise durch Verletzungen. Stünde etwa Lainer nicht zur Verfügung, steigen die Aktien von Christopher Trimmel erheblich.

Härtefälle sind jedenfalls vorprogrammiert: Philipp Lienhart etwa war zuletzt über geraume Zeit Kadermitglied, einen Einsatz gönnte ihm Foda noch nicht. Mit Maximilian Wöber oder Marco Friedl, der gegen Griechenland debütierte, drängen sich jedoch auch andere junge Verteidiger auf.

Florian Kainz und Louis Schaub dürfen sich nun schon länger Nationalspieler nennen, so richtig aufdrängen konnten sie sich in letzter Zeit nicht, während ein Akteur wie Raphael Holzhauser seine Karten bei seinem Debüt zumindest nicht verschlechtert hat.

Spannend wird auch, wie es so manchem Bundesliga-Akteur ergeht. Mit Spielern wie Gernot Trauner, Reinhold Ranftl oder Maximilian Ullmann sind auch einige Nicht-Salzburger derzeit im Nationalteam-Dunstkreis. Eine starke Europa-League-Gruppenphase beim jeweiligen Verein würde das internationale Standing erhöhen. Eine Chance, die sich Christoph Monschein bei der Austria bekanntlich nicht bietet. Hier helfen nur Tore, Tore, Tore in der Bundesliga.

IM BLICKFELD:

Die LAOLA1-Analyse: Ein Blick auf die Abrufliste ist im Rahmen von Kaderbekanntgaben durchaus spannend. Hier lässt sich ableiten, wen Foda so alles auf dem Zettel hat. Auch einige der bereits genannten Herren sind Stammgäste auf besagter Liste, wenn sie es nicht auf Anhieb ins Aufgebot schaffen.

Auch folgende Spieler konnte man zuletzt dort entdecken:

Martin Fraisl (Sandhausen), Dejan Stojanovic (Middlesbrough), Albert Vallci (Salzburg), Philipp Wiesinger (LASK), Husein Balic (LASK), Yusuf Demir (Rapid), Mathias Honsak (Darmstadt), Stefan Hierländer (Sturm), Thomas Murg (PAOK), Stefan Schwab (PAOK), Patrick Wimmer (Austria), Hannes Wolf (Borussia Mönchengladbach), Romano Schmid (Werder) Marko Raguz (LASK).

Dies ist insofern erwähnenswert, da sich mit vor allem mit Wolf und Schmid hochveranlagte Spieler darauf befinden, von denen man schon länger hofft, dass sie sich zu A-Team-Spielern entwickeln. Demir gilt ohnehin als Ausnahmetalent - gut, wenn man ihm frühzeitig die richtigen Signale sendet. Dass Foda Wimmer im Auge hat, sollte ein Mutmacher für den Youngster sein. Bei Raguz könnte eine Nominierung nur eine Frage der Zeit sein.

Hier hat Foda einige Nationalspieler der Zukunft in der Hinterhand. Man darf gespannt sein, wie schnell sie sich entwickeln.

Bei der Blickfeld-Gruppe wird die baldige Beförderung hauptsächlich von den jeweiligen Vereins-Leistungen abhängen. Und hier gilt es auch auf den einen oder anderen Routinier, nicht zu vergessen.

So spielte Sebastian Prödl in den vergangenen eineinhalb Jahren verletzungsbedingt im ÖFB-Team keine Rolle. Aber sollte sich der 73-fache Nationalspieler, der sich durch das Tal der Tränen kämpfte und wieder einsatzbereit ist, bei Udinese eine gute Serie-A-Saison spielen, wird er für seinen einstigen Förderer Foda nicht zuletzt wegen seiner Länderspiel-Erfahrung zum Thema werden.

Die "One-Match-Wonder" des ÖFB-Teams:

Die ONE-MATCH-WONDER des ÖFB-Teams! Wenn man sein Debüt für das Nationalteam feiert, geht für die meisten Kicker ein Lebenstraum in Erfüllung. Nicht ideal ist es in vielen Fällen, wenn dem ersten Länderspiel keine weiteren folgen. Davon gab es in der ÖFB-Geschichte viele Beispiele. Die LAOLA1-Zeitreise zeigt eine Auswahl von ihnen - in alphabetischer Reihenfolge:

Bild 1 von 35 | © GEPA

HEINZ ARZBERGER (damaliger Verein Austria Salzburg) - 25. Mai 2004 - 0:0 gegen Russland: Der Goalie wurde von Teamchef Krankl in Graz in der Nachspielzeit für Thomas Mandl eingewechselt. Es sollte die einzige Länderspiel-Minute des langjährigen Salzburg-Keepers bleiben.

Bild 2 von 35 | © GEPA

ZORAN BARISIC (FC Tirol) - 6. Juni 1999 - 0:5 in Israel: Der heutige Rapid-Sportchef durfte ein Mal für Österreich ran und das über 90 Minuten. Leider hat er sich mit dem 0:5-Debakel in Israel unter Teamchef Baric eine denkbar ungünstige Premiere ausgesucht. Jahre später meinte er im "ballesterer": "Ohne jetzt irgendjemandem nahetreten zu wollen, die Unterschiede zwischen Nationalmannschaft und dem damaligen FC Tirol waren doch ziemlich groß zugunsten des FC Tirol."

Bild 3 von 35 | © GEPA

CHRISTOPHER DIBON (Admira) - 7. Juni 2011 - 3:1 gegen Lettland: Das einzige Länderspiel des nunmehrigen Rapidlers verlief für ihn durchaus legendär. Als Noch-Zweitliga-Kicker des damaligen Aufsteigers Admira von Teamchef Constantini in den Kader berufen, erzielte er im Test gegen Lettland nach Freistoß-Flanke von David Alaba in Minute 75 den 1:1-Ausgleich und läutete so die Wende ein. Zum einzigen Länderspiel auch einen Treffer beizusteuern, gelingt eher selten.

Bild 4 von 35 | © GEPA

THOMAS EDER (Austria Salzburg) - 7. Juni 2003 - 0:1 in Moldawien: Tiraspol war für den damaligen Salzburg-Kicker keine Reise wert, schließlich erlebte er die 0:1-Pleite in Moldawien in der Schlussphase auf dem Rasen mit. Bei seinem einzigen ÖFB-Auftritt wurde Eder von Teamchef Krankl in Minute 82 für Paul Scharner eingewechselt.

Bild 5 von 35 | © GEPA

MARCO FRIEDL (Werder Bremen) - 7. Oktober 2020 - 2:1 gegen Griechenland: Es wäre verwunderlich, sollte der Tiroler längerfristig Teil dieser Diashow bleiben. Weitere Einsätze dürften bald folgen, allerdings nicht beim aktuellen Lehrgang. Aufgrund von Corona-Schutzmaßnahmen muss Friedl nach seinem guten Debüt gegen Griechenland zurück nach Bremen reisen.

Bild 6 von 35 | © GEPA

THOMAS GOIGINGER (LASK) - 19. November 2019 - 0:1 in Lettland: Es war eine nur wenig harmonierende B-Elf, die Teamchef Foda nach gelungener EM-Qualifikation in Riga auf den Rasen schickte. Goiginger durfte von Anfang an ran und spielte bis zur 69. Minute. Sein Kreuzbandriss verhindert weitere ÖFB-Chancen in diesem Herbst.

Bild 7 von 35 | © GEPA

ROLAND GORIUPP (FC Kärnten) - 18. Mai 2002 - 2:6 in Deutschland: Wenn schon nur ein Länderspiel, dann immerhin gegen ein Kaliber wie das DFB-Team. Drei Mal Klose, zwei Mal Bode und ein Mal der nunmehrige Wacker-Innsbruck-Coach Bierofka sorgten für ein Sixpack beim Debüt, das Teamchef Krankl ermöglicht hat.

Bild 8 von 35 | © GEPA

THOMAS HICKERSBERGER (Austria Salzburg) - 27. März 2002 - 2:0 gegen die Slowakei: Hans Krankl war ein experimentierfreudiger Teamchef - von Anfang an. Bei seinem Einstand verhalf er auch dem Sohn seines späteren Nachfolgers Josef Hickersberger zu seinem Länderspiel-Debüt. Thomas Hickersberger wurde in Minute 83 für Ivica Vastic eingewechselt.

Bild 9 von 35 | © GEPA

RAPHAEL HOLZHAUSER (Berschoot) - 7. Oktober 2020 - 2:1 gegen Griechenland: Mit 27 Jahren hat es Holzhauser doch noch zum ÖFB-Teamspieler geschafft. Einer (auch Corona-bedingten) Absagen-Flut vor dem Griechenland-Spiel und seiner Topform in der belgischen Liga sei Dank. Die Chance besteht, das weitere Einsätze folgen.

Bild 10 von 35 | © GEPA

THOMAS JANESCHITZ (Wiener Sportclub) - 19. Mai 1993 - 0:1 in Schweden: Als langjähriger Assistent von Ex-Teamchef Marcel Koller sollte Janeschitz später noch genügend ÖFB-Erfahrung sammeln. Als Spieler beschränkte es sich auf einen ÖFB-Auftritt. Teamchef Prohaska wechselte den Stürmer in Schweden in Minute 82 für Andreas Ogris ein.

Bild 11 von 35 | © GEPA

MARIO KIENZL (Sturm Graz) - 11. Februar 2009 - 0:2 gegen Schweden: Für Teamchef Brückner sollte die 0:2-Pleite gegen Schweden das Ende im ÖFB-Team sein, für Kienzl war es Anfang und Ende gleichzeitig. Paul Scharner machte in Minute 83 Platz für den Sturm-Kicker, der zumindest in der Grazer Heimat Länderspiel-Luft schnuppern durfte. Brückner-Nachfolger Constantini nominierte ihn nicht mehr.

Bild 12 von 35 | © GEPA

ROLF LANDERL (Fortuna Sittard) - 18. Mai 2002 - 2:6 in Deutschland: Das einzige Länderspiel des Weltenbummlers wird für immer damit verbunden sein, dass sich DFB-Jungstar Sebastian Deisler im Zweikampf mit Landerl schwer verletzte und die WM 2002 verpasste. Der ÖFB-Kicker selbst verletzte sich an der Schulter und wurde zur Pause von Jürgen Panis ersetzt. Landerl Jahre später im "Kurier": "Danach hat sich vom ÖFB nie wieder jemand gemeldet. Es hat sich auch keiner erkundigt, wie es mir geht. Das ist wohl typisch österreichisch, dass man in eine Schublade geschoben wird."

Bild 13 von 35 | © GEPA

ANDREAS LASNIK (Austria Wien) - 8. August 2005 - 0:1 in England: Krankl war als Teamchef Geschichte, Nachfolger Hickersberger noch nicht im Amt. Interimslösung Ruttensteiner gönnte dem Steirer in der Zwischenzeit seine einzigen Länderspiel-Minuten, als er ihn im Old Trafford in Minute 81 für Andreas Ibertsberger aufs Feld schickte.

Bild 14 von 35 | © GEPA

MICHAEL LIENDL (Fortuna Düsseldorf) - 3. Juni 2014 - 2:1 in Tschechien: In der Koller-Ära nahm die Qualität im Kader zunehmend zu, weshalb es auch für Edeltechniker wie Liendl zunehmend schwer wurde, auf ÖFB-Einsatzzeit zu kommen. Der nunmehrige WAC-Star wurde bei seinem einzigen Länderspiel in Minute 63 für Andreas Ivanschitz eingewechselt.

Bild 15 von 35 | © GEPA

PHILIPP LIENHART (SC Freiburg) - 9. Oktober 2017 - 1:0 in Moldawien: Beim Koller-Abschied durfte der Freiburg-Legionär 90 Minuten lang ran. Unter Foda heißt das Motto eher: Oft dabei, nie im Einsatz. Lienhart ist seit Juni 2019 Stammgast im Kader, bekam von Foda jedoch noch keine Länderspiel-Minute. Dies sollte allerdings nur eine Frage der Zeit sein.

Bild 16 von 35 | © GEPA

ANDREAS LIPA (GAK) - 26. April 2000 - 1:2 gegen Kroatien: Teamchef Baric schickte den damaligen GAK-Kicker gegen Kroatien in Minute 66 für Günther Neukichner aufs Feld. An diesem Abend hatte Lipa doppelt Grund zu feiern, es war nämlich das Tag seines 29. Geburtstags.

Bild 17 von 35 | © GEPA

ANDREAS LUKSE (SCR Altach) - 15. November 2016 - 0:0 gegen die Slowakei: Es war ein kalter Abend im Happel-Stadion, das Match alles andere als ein Leckerbissen, aber Lukse durfte sich über ein zu Null beim Debüt freuen. Für den Goalie hätten es womöglich mehr Länderspiele werden können, doch eine Schulterverletzung warf ihn in der Folge in der Hackordnung wieder zurück.

Bild 18 von 35 | © GEPA

MICHAEL MADL (FC Fulham) - 15. November 2016 - 0:0 gegen die Slowakei: Im selben Match wie Lukse bekam auch Madl seine einzige Chance von Teamchef Koller, der wenn überhaupt nur in ausgewählten Tests experimentierte. Das Slowakei-Match war so eine Gelegenheit. Der damalige England-Legionär spielte in der Innenverteidigung durch.

Bild 19 von 35 | © GEPA

CHRISTOPH MONSCHEIN (Austria Wien) - 7. September 2020 - 2:3 gegen Rumänien: Beim letzten Länderspiel schnupperte der Stürmer erstmals ÖFB-Luft. Gut möglich, dass er schon bei diesem Lehrgang sein zweites Länderspiel nachlegen kann.

Bild 20 von 35 | © GEPA

ERNST OGRIS (Admira) - 5. Juni 1991 - 1:2 in Dänemark: Anders als Bruder und LAOLA1-Experte Andreas Ogris konnte Ernst Ogris keine längerfristigen Spuren im Nationalteam hinterlassen. Bei seinem einzigen Auftritt erzielte er in Dänemark jedoch mit einem herrlichen Seitfallzieher das Tor des Jahres 1991. Teamchef Riedl setzt ihn in dieser Partie 90 Minuten lang ein.

Bild 21 von 35 | © GEPA

ALEN ORMAN (Hibernian Edinburgh) - 20. November 2002 - 0:1 gegen Norwegen: Andreas Herzogs 100. Länderspiel war das einzige von Orman, das aber immerhin über die komplette Distanz. Nach diesen 90 Minuten wurde er von Teamchef Krankl nicht mehr nominiert.

Bild 22 von 35 | © GEPA

GERNOT PLASSNEGGER (Rapid) - 6. Oktober 2006 - 2:1 in Liechtenstein: Garics und Prager retteten Österreich in Vaduz mit späten Toren vor der Mega-Blamage und Teamchef Hickersberger somit den Job. Plassnegger stand da schon nicht mehr am Feld. Er wurde nach 67 Minuten von Christian Fuchs abgelöst und danach nicht mehr einberufen.

Bild 23 von 35 | © GEPA

ZELJKO RADOVIC (Rapid) - 16. August 2000 - 1:1 in Ungarn: Teamchef Baric schenkte Radovic im Angriff das Vertrauen. Nach 68 Minuten wurde der damalige Rapidler von Ronald Brunmayr abgelöst.

Bild 24 von 35 | © GEPA

KLAUS ROHSEANO (LASK) - 28. April 1999 - 7:0 gegen San Marino: Wenn man beim Debüt eines Teamchefs selbst seinen Nationalteam-Einstand feiert und danach nie mehr einberufen wird, ist etwas nicht ideal gelaufen. Die Handvoll an ÖFB-Minuten, die Rohseano (eingewechselt in Minute 81 für Thomas Winklhofer) beim 7:0 gegen San Marino sammelte, kann ihm jedoch keiner mehr nehmen.

Bild 25 von 35 | © GEPA

CHRISTOPH SAURER (LASK) - 11. Februar 2009 - 0:2 gegen Schweden: Auch Saurer debütierte beim Brückner-Abschied. In Minute 76 wurde er für Andreas Ivanschitz eingewechselt, weitere Einberufungen waren ihm nicht mehr vergönnt.

Bild 26 von 35 | © GEPA

PHILIPP SCHOBESBERGER (Rapid) - 9. Oktober 2017 - 1:0 in Moldawien: Schon 2015 holte ihn Koller erstmals in den Kader. Letztlich waren es wohl auch Verletzungen, die mehr Länderspiele verhinderten. Der Oberösterreicher wird die Hoffnung vermutlich nicht aufgeben, vorerst ist sein Debüt beim Koller-Abschied sein einziger ÖFB-Auftritt. In Chisinau wurde er in Minute 81 für Marko Arnautovic eingewechselt.

Bild 27 von 35 | © GEPA

THOMAS SCHRAMMEL (SV Ried) - 7. Juni 2011 - 3:1 gegen Lettland: Der Linksverteidiger saß in der Constantini-Ära immer wieder auf der Bank, Einsatzzeit bekam er kaum. Letztlich blieb es bei einer Minute. Gegen Lettland löste er in Graz in Minute 97 Christian Fuchs ab. Aber auch das zählt als Länderspiel!

Bild 28 von 35 | © GEPA

STEFAN SCHWAB (Rapid) - 14. November 2017 - 2:1 gegen Uruguay: Ein langjähriger und anerkannter Rapid-Kapitän mit österreichischem Reisepass, aber nur einer Länderspiel-Minute? Das war jahrzehntelang tendenziell undenkbar. Schwab kam beim Foda-Einstand in der Nachspielzeit für Marcel Sabitzer aufs Feld, wurde danach jedoch nicht mehr berücksichtigt. Vielleicht klappt es ja als PAOK-Legionär.

Bild 29 von 35 | © GEPA

STEFAN STANGL (Red Bull Salzburg) - 15. November 2016 - 0:0 gegen die Slowakei: Auch für Stangl sollte das Slowakei-Spiel der einzige Auftritt im Nationalteam bleiben. In Minute 69 wurde er für Markus Suttner eingewechselt. Der Linksverteidiger schaffte es in der Koller-Ära immer wieder in den Kader, weiterer Einsatz schaute keiner heraus.

Bild 30 von 35 | © GEPA

MARKO STANKOVIC (Sturm Graz) - 19. November 2008 - 2:4 gegen die Türkei: Der nunmehrige Sky-Reporter-Kollege hat nur ein Mal für Österreich gespielt - unter Teamchef Brückner gegen die Türkei. Aber immerhin konnte er die Heimreise mit einigen wertvollen Eindrücken im Gepäck und um die eine oder andere köstliche Anekdote reicher antreten.

Bild 31 von 35 | © GEPA

RICHARD STREBINGER (Rapid) - 16. Oktober 2018 - 0:2 in Dänemark: Davon ausgehend, dass laut der Nominierungs-Politik für den aktuellen Lehrgang zumindest sechs andere Goalies in der Hackordnung vor Strebinger stehen (Schlager, Stankovic, Pervan, Siebenhandl, Lindner, Fraisl), erscheinen die Chancen auf ein baldiges zweites Länderspiel nicht allzu hoch zu sein. Das Debüt ging bei einem typischen Test vonstatten, bei dem sich die ÖFB-Elf in Herning nicht von ihrer besten Seite präsentierte.

Bild 32 von 35 | © GEPA

GERNOT TRAUNER (LASK) - 16. Oktober 2018 - 0:2 in Dänemark: Siehe Strebinger. Der LASK-Kicker wurde in Dänemark in Minute 78 für Louis Schaub eingewechselt. Für den aktuellen Lehrgang musste die Defensivkraft absagen, sonst hätte es gute Chancen auf eine Verdopplung der bisherigen Länderspiele gegeben.

Bild 33 von 35 | © GEPA

MANUEL WEBER (Sturm Graz) - 7. Juni 2011 - 3:1 gegen Lettland: Soeben mit Sturm Meister geworden, nach den Feierlichkeiten sofort ins ÖFB-Camp eingerückt und dann auch noch in Graz das Nationalteam-Debüt gefeiert - es war bestimmt eine der denkwürdigeren Karriere-Phasen des zentralen Mittelfeldspielers, der gegen Lettland in Minute 91 für Zlatko Junuzovic eingewechselt wurde. Weber wurde sowohl von Constantini als auch von Koller für weitere Lehrgänge nominiert, weiteres Länderspiel war ihm jedoch keines mehr vergönnt.

Bild 34 von 35 | © GEPA

PHILIPP ZULECHNER (SV Grödig) - 19. November 2013 - 1:0 gegen die USA: Es war ein magischer Herbst 2013, den der Stürmer für den SV Grödig hinlegte. Das honorierte Teamchef Koller mit einer Nominierung für das Nationalteam. In Minute 85 wurde Zulechner für Lukas Hinterseer eingewechselt. Es blieb sein einziger Fußabdruck, den er im ÖFB-Team hinterlassen hat.

Bild 35 von 35 | © GEPA

Textquelle: © LAOLA1.at

Michael Gregoritsch: Von Nordirland nicht "einlullen lassen"

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare