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Ilzer: Keine Kampfansage an Salzburg, aber...

Ilzer: Keine Kampfansage an Salzburg, aber... Foto: © GEPA

Endlich wieder Spannung in der Admiral Bundesliga!

Dass 2023 jenes Jahr werden wird, in welchem der FC Red Bull Salzburg wieder ernsthafte Konkurrenz um den Meistertitel bekommt, dürfte nach vergangenem Freitag selbst dem letzten Zweifler am Grazer Klubfußball klar sein.

Die "Blackies" waren beim Cup-Viertelfinal-Kracher in der Red Bull Arena über 120 Minuten erneut zumindest nicht die schlechtere Mannschaft, kickten die "Bullen" im Elfmeterschießen erstmals seit zehn Jahre bereits (deutlich) vor dem Finale raus (Spiebericht>>>) und können aus den letzten vier direkten Begegnungen mit dem Liga-Krösus mittlerweile drei Siege und ein Remis vorweisen.

Auf der Pressekonferenz nach der Cup-Partie wird Sturm-Coach Christian Ilzer gleich zwei Mal gefragt, ob dieser erneute Erfolg im direkten Duell als Kampfansage Richtung Salzburg bezüglich Meisterrennen verstanden werden darf.

"Natürlich gibt uns das Selbstvertrauen"

"Ich versuche immer, geschickt auf diese Frage auszuweichen", gibt der 45-Jährige zu - nur, um dann doch eine Antwort zu geben:

"Natürlich gibt es uns Selbstvertrauen, dass wir ihnen Paroli bieten können. Wir haben eine Riesen-Siegesserie beendet. Wir wissen, dass wir Salzburg in einzelnen Spielen auf Augenhöhe begegnen können, das ist ein Zeichen unserer Top-Entwicklung. Was die Meisterschaft betrifft: Es sind noch 16 Runden zu spielen, wir sind gut beraten, wenn wir uns auf uns fokussieren und eine Aufgabe nach der anderen konzentriert abarbeiten", so der Steirer.

Welche Endplatzierung am Ende herausschaut, ist für Ilzer (zumindest offiziell) nebensächlich, wenn die Leistung seines Teams den mittlerweile äußerst hohen Ansprüchen in der steirischen Landeshauptstadt gerecht wird:

"Wenn wir alles abrufen und Salzburg oder noch irgendein anderes Team besser ist, dann können wir uns keinen Vorwurf machen und uns trotzdem über eine erfolgreiche Saison freuen."

Ilzer warnt: "Haben den Cup noch nicht geholt"

Deutlich offensiver lautet die Zielsetzung für den ÖFB-Cup: Zumindest ins Finale soll der Weg der Grazer, wie zuletzt 2018, nun führen. Dass nach einem Sieg über Salzburg und einem somit deutlich machbareren verbliebenen Teilnehmerfeld der sechste Pokalsieg der Vereinsgeschichte nun der Anspruch der "Blackies" sein wird und muss, sollte allerdings auch klar sein.

"Wenn du nach 120 Minuten nach so einem Fight so aufsteigst, ist das natürlich ein fantastischer Moment. Die Jungs feiern diesen Erfolg in der Kabine. Das ist auch gut so. Aber am Ende haben wir das Viertelfinale nach einem sehr ausgeglichenen Spiel über 120 Minuten gewonnen und stehen jetzt im Halbfinale. Und mehr ist das nicht", drückt Ilzer auf die Euphorie-Bremse.

Der Sieg über den Titelfavoriten Nummer eins sei nur ein Etappen-Erfolg, so Ilzer weiter: "Es ist wichtig, dass wir jetzt nicht glauben, wir haben den Cup bereits geholt. Bis dahin gibt es noch zwei extrem harte Spiele."

Dass das Ausschalten der Mozartstädter aber doch etwas bedeutsamer für die "Blackies" war als die meisten anderen Halbfinal-Einzüge der letzten Jahre, zeigte die Reaktion der Steirer nach dem entscheidenden verschossenen Elfmeter von Nicolas Capaldo.

"Gefühlt ein Heimspiel" für Sturm in Salzburg

Das gesamte Grazer Team feierte den Aufstieg noch am Rasen wie einen Titelgewinn, noch minutenlang nach Abpfiff wurde vor dem Auswärtssektor voll frenetischer Sturm-Fans gefeiert.

Die mitgereisten steirischen Anhänger waren trotz einer Verkaufssperre von Salzburger Seite zahlreich und lautstark in der Red Bull Arena vertreten. Schon vor der Partie zierten zahlreiche leere Puntigamer-Bierdosen den Weg zum Stadion, während des Spiels wurde 120 Minuten lang so ausdauernd im schwarzen Fanblock gesungen, "dass es gefühlt ein Heimspiel von uns war", lobt Ilzer.

Für den Sturm-Coach war es "fantastisch, welche Energie von unseren Fans rüberkam. Ich weiß ganz genau, was los wäre, wenn ein Endspiel in Klagenfurt mit unserer Beteiligung stattfände. Es wäre unglaublich schön, wenn uns das gelingt".

Träumen ist in Graz nach dem bisher in dieser Saison Gezeigten allemal erlaubt - nicht nur, was den ÖFB-Cup betrifft.

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