Schon in der fünften Minute durfte Greil jubeln, nachdem er per Volley durch die Beine von Jungwirth einschoss.
"In diesem Moment war es sehr schön - eine unfassbare Stimmung, die die Vorarlberger auf die Beine gestellt haben. Leider ist das 1:1 schnell gefallen." Moses Usor glich fünf Minuten darauf nicht weniger sehenswert aus.
Die böse Vorahnung
Das 2:1, bei dem Greil Vesel Demaku bediente, feierte der Altacher Unterschiedsspieler schon deutlich verhaltener. Aus zwei Gründen: "Ich war körperlich schon ein bisschen am Limit, musste durchschnaufen. Außerdem hab' ich gewusst: Das Spiel läuft noch lange."
Und Greils Gefühl sollte sich nicht täuschen. Adeniran besorgte in der 66. Minute den verdienten Ausgleich. "Das war wahrscheinlich der Knackpunkt", meinte Jäger. Bis dahin habe man nicht viel zugelassen. "Wenn wir das Tor nicht bekommen, wird es für den LASK ganz, ganz eklig."
So kam es eben nicht - in weiterer Folge ging es sogar in die Verlängerung. Und da konnten die Linzer ihre qualitativen und körperlichen Vorteile deutlich besser ausspielen. "Beide Mannschaften werden müde. Aber was für eine Qualität der LASK von der Bank bringt, ist ein Wahnsinn", meint Ognjen Zaric.
"Der LASK hat in der Offensivreihe echt die größte Macht, muss man sagen. Das hat sich heute bewahrheitet", gibt Greil zu. Die Vorentscheidung brachte allerdings der linke Schienenspieler George Bello.
Unverständnis beim 2:3: "Sehr ärgerlich"
Zum Zeitpunkt dieses Gegentors verteidigte Altach nur mit acht Feldspielern, zwei Spieler lagen nach einem Zusammenstoß in der anderen Hälfte am Boden. Hätte Schiedsrichter Weinberger die Partie also unterbrechen sollen? Ja, wenn es nach so ziemlich allen Altachern geht.
"Ich bin keiner, der Ausreden sucht. Persönlich hätte ich mir gewünscht, weil ein Spieler mit Kopfverletzung am Boden liegt", sagt Cheftrainer Ognjen Zaric, für den besagtes Tor definitiv spielentscheidend war.
Die endgültige Entscheidung durch Adeniran sowie der gerechte Platzverweis von Marlon Mustapha waren schließlich nur noch Randnotizen im Cupfinale 2026.
Tatsächlich der größte Erfolg?
Was es nun mit dem größten Erfolg der Altacher Vereinshistorie auf sich hat? Das war streng genommen die Teilnahme am Cupfinale an sich.
"Das sind Fakten und es ist wahrscheinlich so, weil wir waren noch nie im Finale", erzählt Zaric nüchtern. Emotional schaut es wohl nicht nur im Trainer anders aus: "Wenn du dieses Spiel verlierst, bleibt die Enttäuschung. Es wäre gelogen, würde ich etwas anderes sagen."
"Alles auf dem Platz gelassen"
Positiv können die Vorarlberger aber durchaus die Leistung über die ersten 90 Minuten mitnehmen. "Wir wollten uns nicht verstecken gegen die aktuell beste Mannschaft Österreichs", sagt Zaric beim "ORF".
"Physisch und vom Mut her haben wir alles am Platz gelassen, waren taktisch gut eingestellt. Im Vorhinein: Ich hätte vor dem Spiel sofort unterschrieben, dass wir so gut drinnen sind, dem LASK so viele Probleme bereiten", meint Greil, der das Gefühl einer Cup-Niederlage aus seiner Zeit mit dem SK Rapid kennt.
"Ich habe so ein Finale schon einmal gespielt, hab das auch verloren. Es kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo man als Fußballer auf die positiven Dinge zurückschauen kann. Der Punkt wird sicher kommen."