"Am Anfang habe ich mir gedacht. Oida, was ist heute los?"
Von einem schlechten Spiel war der LASK-Auftritt im Wörthersee-Stadion weit entfernt. Ein idealer Auftakt schaut aber anders aus, findet nicht nur Sascha Horvath: "Am Anfang habe ich mir gedacht. Oida, was ist heute los? Wir waren immer einen Schritt zu spät dran."
Für Kühbauer hat das durchaus mentale Gründe: "Man hat heute sehr wohl gemerkt, dass die Jungs den Druck ein bisschen gespürt haben. Jeder hat geglaubt - außer mir und dem Trainerteam -, dass es einfach ist, das Spiel zu gewinnen."
Deshalb hat seine Mannschaft "nicht so flüssig gespielt, wie wir es kennen". Das größte Problem sei gewesen, "dass wir nicht aktiv geworden sind, viele zweite Bälle sind dort runtergefallen, wo wir nicht dabei waren. Wir haben oftmals reagiert, statt zu agieren", analysiert Kühbauer.
Kühbauer über Adeniran-Ausgleich: "Dann war klar, dass wir gewinnen"
Der LASK ging so mit einem 1:2-Rückstand in die Pause, auch danach lief nicht sofort alles nach Wunsch. Bis Kalajdzic traumhaft auf Samuel Adeniran weiterleitete und der US-Amerikaner nicht minder schön vollendete.
"Das Tor vom 'Samu' war dann der Dosenöffner. Ein unglaubliches Tor. Dann war klar, dass wir das Spiel gewinnen werden", so Kühbauer über Adenirans Treffer in der 66. Spielminute.
Tatsächlich merkte man nach diesem Ausgleich prompt, welch großer Nackenschlag dieser für die Altacher in physischer Hinsicht war. Spätestens mit Anpfiff der Verlängerung waren die Vorarlberger sichtlich erschöpft, während der LASK unbedingt eine Entscheidung vor dem Elfmeterschießen herbeiführen wollte.
"Man hat gesehen, dass wir frischer waren, dass Altach immer mehr Milch gegeben hat, auf Deutsch gesagt", findet Kühbauer.
Bellos Fehlschuss ins Glück - "Sonst wäre der Ball auf der Autobahn gewesen"
Die Vorentscheidung wurde schließlich in Form von George Bello herbeigeführt, der die Kugel mit seinem schwächeren rechten Fuß volley und per Aufsetzer - letzteres wohl nicht ganz absichtlich - zum 3:2 in die Maschen haute.
Auch hierzu hat der LASK-Coach eine gewohnt bissige Bemerkung: "Wenn er den richtig getroffen hätte, wäre der Ball auf der Autobahn gewesen. Er hat ihn nicht richtig erwischt, das war die gute Geschichte. Aber das Entscheidende ist, dass er im Sechzehner war und dort seinen Gas-Fuß gut benutzt hat."
Eine Achterbahnfahrt, die noch nicht zu Ende ist
Der Triumph des LASK war kurz darauf nach Adenirans zweitem Treffer klar. Schlussendlich "war es ein verdienter Sieg, aber ein hart erkämpfter", pustet Kühbauer durch.
Dies stellt den vorläufigen Höhepunkt einer wilden Saison der Stahlstädter dar. "Die Saison war eine Achterbahnfahrt von Anfang bis zum Ende. Ich weiß nicht, ob das Hoch- oder Runterfahren ärger ist", sagt Kalajdzic dazu.
Eines steht trotz des Pokalsiegs fest: Ganz oben angekommen ist die schwarz-weiße Achterbahn noch nicht. Es gäbe da noch ein Double von vor 61 Jahren zu wiederholen.