Nach Verläng.
2:4
2:1 , 0:3 , 0:0
NEWS

"Die Leute können wieder stolz auf den LASK sein"

Lange 61 Jahre ohne großen Titel sind endlich vorbei. Trotz Fehlstarts und ein bisschen Nervosität hat der LASK am Freitag Geschichte geschrieben:

"Die Leute können wieder stolz auf den LASK sein" Foto: © GEPA

Das schwarz-weiße Warten hat ein Ende.

Erstmals seit 1965 wandert wieder ein (großer) Titel zum LASK. Mit einem 4:2-Sieg über den SCR Altach in einem packenden Finale des UNIQA ÖFB-Cups (Spielbericht>>>) konnten die "Athletiker" ihre so treuen wie sehnsüchtigen Fans endlich wieder mit einer Trophäe beschenken.

"Es freut mich für ganz Oberösterreich, dass die Leute wieder stolz auf den LASK sein können", so der gerührte Sportdirektor Dino Buric.

Kalajdzic: "Ein Heimspiel für uns"

Rund 15.000 Linzer Fans pilgerten am Freitag nach Klagenfurt, um ihre Mannschaft vor Ort zu unterstützen. "Es war ein Heimspiel für uns, die Stimmung war top", zieht Sasa Kalajdzic den Hut.

Ähnliches empfindet Coach Dietmar Kühbauer: "Der Support war fantastisch. Für die Fans freut es mich wirklich ungemein, weil sie den Klub total unterstützen. Ich habe es noch nie erlebt, dass sie uns auspfeifen, auch wenn wir schlechte Spiele gemacht haben. Und die haben wir garantiert gemacht."

"Am Anfang habe ich mir gedacht. Oida, was ist heute los?"

Sascha Horvath

Von einem schlechten Spiel war der LASK-Auftritt im Wörthersee-Stadion weit entfernt. Ein idealer Auftakt schaut aber anders aus, findet nicht nur Sascha Horvath: "Am Anfang habe ich mir gedacht. Oida, was ist heute los? Wir waren immer einen Schritt zu spät dran."

Für Kühbauer hat das durchaus mentale Gründe: "Man hat heute sehr wohl gemerkt, dass die Jungs den Druck ein bisschen gespürt haben. Jeder hat geglaubt - außer mir und dem Trainerteam -, dass es einfach ist, das Spiel zu gewinnen."

Deshalb hat seine Mannschaft "nicht so flüssig gespielt, wie wir es kennen". Das größte Problem sei gewesen, "dass wir nicht aktiv geworden sind, viele zweite Bälle sind dort runtergefallen, wo wir nicht dabei waren. Wir haben oftmals reagiert, statt zu agieren", analysiert Kühbauer.

Kühbauer über Adeniran-Ausgleich: "Dann war klar, dass wir gewinnen"

test
Matchwinner und gleichzeitig ÖFB-Cup-Torschützenkönig: Samuel Adeniran
Foto: ©GEPA

Der LASK ging so mit einem 1:2-Rückstand in die Pause, auch danach lief nicht sofort alles nach Wunsch. Bis Kalajdzic traumhaft auf Samuel Adeniran weiterleitete und der US-Amerikaner nicht minder schön vollendete.

"Das Tor vom 'Samu' war dann der Dosenöffner. Ein unglaubliches Tor. Dann war klar, dass wir das Spiel gewinnen werden", so Kühbauer über Adenirans Treffer in der 66. Spielminute.

Tatsächlich merkte man nach diesem Ausgleich prompt, welch großer Nackenschlag dieser für die Altacher in physischer Hinsicht war. Spätestens mit Anpfiff der Verlängerung waren die Vorarlberger sichtlich erschöpft, während der LASK unbedingt eine Entscheidung vor dem Elfmeterschießen herbeiführen wollte.

"Man hat gesehen, dass wir frischer waren, dass Altach immer mehr Milch gegeben hat, auf Deutsch gesagt", findet Kühbauer.

Bellos Fehlschuss ins Glück - "Sonst wäre der Ball auf der Autobahn gewesen"

Die Vorentscheidung wurde schließlich in Form von George Bello herbeigeführt, der die Kugel mit seinem schwächeren rechten Fuß volley und per Aufsetzer - letzteres wohl nicht ganz absichtlich - zum 3:2 in die Maschen haute.

Auch hierzu hat der LASK-Coach eine gewohnt bissige Bemerkung: "Wenn er den richtig getroffen hätte, wäre der Ball auf der Autobahn gewesen. Er hat ihn nicht richtig erwischt, das war die gute Geschichte. Aber das Entscheidende ist, dass er im Sechzehner war und dort seinen Gas-Fuß gut benutzt hat."

Eine Achterbahnfahrt, die noch nicht zu Ende ist

Der Triumph des LASK war kurz darauf nach Adenirans zweitem Treffer klar. Schlussendlich "war es ein verdienter Sieg, aber ein hart erkämpfter", pustet Kühbauer durch.

Dies stellt den vorläufigen Höhepunkt einer wilden Saison der Stahlstädter dar. "Die Saison war eine Achterbahnfahrt von Anfang bis zum Ende. Ich weiß nicht, ob das Hoch- oder Runterfahren ärger ist", sagt Kalajdzic dazu.

Eines steht trotz des Pokalsiegs fest: Ganz oben angekommen ist die schwarz-weiße Achterbahn noch nicht. Es gäbe da noch ein Double von vor 61 Jahren zu wiederholen.

So feiert der LASK den Cup-Titel

Kommentare