Scherb: "Demir passt perfekt zu Barca"

Scherb: Foto: © GEPA
 

"Ich habe in weiser Voraussicht für Mitte August einen Kurzurlaub in Barcelona geplant. Darauf freue ich mich jetzt noch mehr!", lacht Martin Scherb.

Der ÖFB-Nachwuchs-Teamchef hat den Wechsel von Yusuf Demir zum FC Barcelona mit großer Freude registriert. "Eine super Geschichte", sagt er.

Es gibt kaum einen geeigneteren Mann, um über den Transfer des 18-Jährigen nach Katalonien zu sprechen. Demir bezeichnet den 52-Jährigen neben SCR-Coach Didi Kühbauer als jenen Trainer, der ihn in seiner bisherigen Karriere am meisten geprägt hat. Es gibt nicht viele Menschen im Fußball-Geschäft, denen das Talent bedingungslos vertraut, Scherb ist einer von ihnen. Und darüber hinaus ist der Niederösterreicher auch noch großer Barca-Fan, reist regelmäßig in die Metropole an der Nordost-Küste der iberischen Halbinsel.

Scherb ist sich sicher: "Er passt mit seinem Spielstil perfekt nach Spanien."

VIDEO: Demirs letzte Pflichtspiel-Tore für Rapid

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)

Scherb kennt Demir schon lange, betreut den Jahrgang 2003 des ÖFB seit Jahren. Die beiden haben schon oft über den großen Traum des Talents gesprochen. "Ich weiß aus vielen Gesprächen mit ihm, wie sehr er den FC Barcelona liebt. Er wird sich sicher zu 100 Prozent reinhauen, damit sich sein großer Traum, einmal im Camp Nou aufzulaufen, erfüllt", ist sich der Coach sicher.

Der Fuß in der Tür

Der fünffache Champions-League-Sieger leiht den 18-Jährigen zunächst für eine Saison vom SK Rapid aus, lässt sich das eine halbe Million Euro kosten. Im Sommer 2022 können die "Blaugrana" dann eine Kaufoption in der Höhe von zehn Millionen Euro ziehen.

Die Katalanen haben Demir als Neuzugang für die B-Mannschaft, die in der dritthöchsten Leistungsstufe spielt, angekündigt. Wie tatsächlich mit dem Offensivspieler geplant wird, ist noch offen. Scherb hat eine Vermutung: "Ich weiß nicht konkret, was Barca mit ihm vorhat. Wahrscheinlich werden sie ihn zunächst bei Barca B parken und in Ruhe ankommen lassen."

"Er ist einer der handlungsschnellsten und lösungsschnellsten Spieler, die ich jemals gesehen habe. Da spreche ich nicht nur von den österreichischen Spielern, sondern auch von den internationalen Spielern, die ich gesehen habe."

Martin Scherb

Aus Sicht der ÖFB-Coaches spielt das aktuell aber gar keine so große Rolle. Auf die Frage, ob Demir schon bereit sei, um bei Barca zu reüssieren, antwortet er: "Das wird man sehen. Darum geht es aktuell auch gar nicht. Wichtig ist, dass er dort den Fuß in der Tür hat – ob bei Barca B oder der Profimannschaft, ist unerheblich. Wer so viel Qualität hat, wird sich mittelfristig auch durchsetzen."

Dass der Kicker, der im März 2021 sein bisher einziges A-Länderspiel unter Franco Foda absolviert hat, perfekt in La Liga passt, liegt für Scherb auf der Hand: "Er ist einer der handlungsschnellsten und lösungsschnellsten Spieler, die ich jemals gesehen habe. Da spreche ich nicht nur von den österreichischen Spielern, sondern auch von den internationalen Spielern, die ich gesehen habe. Er findet Lösungen, er sieht Passoptionen, Möglichkeiten, den Gegner auszuspielen, Möglichkeiten zum Abschluss, die andere Spieler nicht sehen."

"Diese Handlungsschnelligkeit ist eine Grundvoraussetzung, um ein gutes Passspiel zu haben und gut im Eins-gegen-Eins zu sein. Das sind Fähigkeiten, die man in Spanien speziell braucht. Noch dazu hat er eine natürliche Gabe, sich immer super anzubieten. All diese Attribute werden ihm in Spanien helfen", führt er aus. Demir hat den St. Pöltener übrigens nach seiner Meinung zu diversen Transfer-Optionen gefragt. "Ja, das hat er. Mehr will ich dazu aber öffentlich nicht sagen", grinst Scherb.

Vorbereitungsstart bei den Profis

Demirs Zeit in Barcelona beginnt am Samstag mit den medizinischen Tests. Am Montag findet dann unter Trainer Ronald Koeman die erste Trainingseinheit statt - weil einige Stammkräfte zum Start der Vorbereitung noch nicht mit von der Partie sind, dürfen sich der Neo-Legionär und neun weitere Barca-Youngster zumindest zunächst bei den Profis zeigen.

Und im August kommt dann Scherb zu Besuch...

Den Wechsel sieht er jedenfalls als Erfolgsstory einer österreichischen Talente-Entwicklung: "Speziell Steffen Hofmann und Willi Schuldes haben sich extrem um ihn gekümmert. Gemeinsam mit uns vom ÖFB beim 'Projekt 12' wurde er super gefördert."

Scherb fühlt sich ein wenig an Christoph Baumgartner erinnert - der Hoffenheim-Legionär galt wie Demir schon in ganz jungen Jahren als riesiges Talent und ist spätestens seit der EURO 2020 Shootingstar im ÖFB-Team: "Da hat auch jeder gewusst, dass es passieren wird. Die Frage war nur, wie und was. Man kann das schon vergleichen. Ich wünsche ihm, dass es jetzt so steil nach oben geht wie beim 'Baumi'."

VIDEO: Sergi Barjuan, das ist der neue Coach von Barcas B-Team



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