Bayern nimmt Debakel bei Hoffenheim gelassen

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Es war das große Schock-Ergebnis des 2. Spieltags der deutschen Bundesliga! Die TSG Hoffenheim fügt Triple-Sieger Bayern München im heimischen Stadion eine 4:1-Klatsche zu (Spielbericht >>>).

Zwar hat auch Borussia Dortmund am Samstag gegen den FC Augsburg mit einer 0:2-Niederlage Federn lassen müssen, doch gerade von den Bayern hat man solche Ergebnisse in letzter Zeit nicht mehr gekannt, immerhin datiert die letzte Pleite der Bayern in einem Pflichtspiel zum 7. Dezember 2019 zurück (1:2 gegen Mönchengladbach).

Dementsprechend ernüchternd fällt auch die erste Stellungnahme von Bayern-Cheftrainer Hansi Flick aus. "Riesenkompliment an Hoffenheim. Die Mannschaft hat eine sehr starke Leistung gezeigt. Sie hat unsere Räume sehr gut zugemacht. Wir hatten wenig Gelegenheit, unser Offensivspiel so vorzutragen, wie wir es normalerweise können", so Flick.

Bayern wollen "keine Ausreden suchen"

Ausreden, wie zum Beispiel den engen Terminkalender der Bayern, die erst am Donnerstag in Budapest gegen den FC Sevilla um den UEFA Super Cup spielten, will der Bayern-Cheftrainer keine gelten lassen.

"Ich schiebe die Niederlage nicht auf Müdigkeit. Wir haben es einfach nicht geschafft, entschlossener unsere Chancen herauszuspielen, mit der Dynamik, mit der wir das normalerweise können", sagt der Triple-Coach.

"Es gab vielerlei Gründe für die Niederlage. Aber von der Einsatzbereitschaft und dem Willen her, kann ich der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen. Die Mentalität nach den 120 Minuten von Donnerstag war top. Wir haken das Spiel jetzt ab", gibt sich Flick überraschend gelassen über die erste Pflichtspiel-Niederlage im Jahr 2020.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Müller: "Haben verdient verloren"

Bayern-Kapitän Manuel Neuer schließt sich der Meinung seines Cheftrainers an. "Wir suchen jetzt keine Ausreden. Das erwartet uns einfach in diesem Jahr. Es ist eben alle paar Tage ein Spiel. Wir als Mannschaft wissen, was uns erwartet. Deswegen können wir jetzt nicht so viel darüber reden, dass wir jetzt nach dem Spiel kaputt sind, sondern wir müssen das annehmen."

Auch Thomas Müller reagiert auf die Frage des Kräfteverschleißes etwas genervt. "Der Akku ist natürlich nicht zufrieden, aber ich denke nicht, dass das heute an körperlichen Geschichten lag. Ich denke, dass wir genug Kraft hatten. Wir haben ja auch ein paar frische Kräfte gebracht, die Diskussion brauchen wir nicht anstoßen."

"Summa summarum haben wir verdient verloren. Wir bleiben dran. Wir haben alles gegeben. Man hat gesehen, dass wir beißen wollten, auch wenn es am Ende etwas chaotisch wurde, aber das ist auch okay. Ob wir 2:1, 3:1 oder 4:1 verlieren, ist am Ende egal", versucht Müller einen Schlussstrich unter die Begegnung zu ziehen.

Das nächste Spiel für die Münchner steht bereits am kommenden Mittwoch auf dem Programm, dann bestreiten die Bayern den deutschen Supercup gegen Vizemeister Borussia Dortmund.

Hoeneß: "Haben richtig was drauf"

Während man auf Seiten des FC Bayern nach der ersten Niederlage seit Monaten um eine Erklärung bemüht ist, blickt man im Lager der TSG Hoffenheim verblüfft auf die Anzeigetafel. "Man muss es einfach so sehen, dass alles aufgegangen ist. Es ist so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben", meint Hoffenheim-Cheftrainer Sebastian Hoeneß nach der Partie.

Genau jener Hoeneß, der vor wenigen Wochen noch als Cheftrainer der zweiten Mannschaft des FC Bayern auf der Betreuerbank saß. Mit den Amateuren der Bayern gewann der 38-Jährige die 3. Liga, auch in Hoffenheim scheinen seine Ideen nach nur wenigen Wochen bereits gefruchtet zu haben. Immerhin lachen die Sinsheimer nach zwei Spieltagen von der Tabellenspitze.

"Um ehrlich zu sein, bedeutet mir die Tabelle nach dem zweiten Spieltag gar nichts. Es wird ein Thema sein für die Woche, aber das Thema ist für uns irrelevant. Für uns wird es wichtig sein, heute die Freude rauszulassen und das Gefühl mitzunehmen, dass wir richtig was draufhaben", so Hoeneß.

"Geschichtsträchtiges Spiel" für Hoffenheim

"Es wird jetzt die Kunst sein, sich wirklich gut vorzubereiten auf Frankfurt, das heutige Spiel wirklich gut einzuordnen. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Bayern ein Spiel hatten über 120 Minuten. Nichtsdestotrotz war es eine starke Leistung. Auch im Erfolg ist es mir wichtig, sachlich, analytisch und klar zu bleiben. Genauso wird es auch im Misserfolgsfall sein", versucht der Hoffenheim-Cheftrainer den Erfolg richtig einzuordnen.

Auch TSG-Sportdirektor Alexander Rosen zeigt sich nach dem überraschenden Sieg völlig von den Socken. "Es war ein überragender Nachmittag, die 6030, die da waren, haben Stimmung gemacht, als wären es 60.000. Es war ein ganz besonderer Moment, eine ganz besondere Geschichte", so Rosen.

"Es ist ein geschichtsträchtiges Spiel für uns. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das letzte Spiel vor Zuschauern gegen Bayern war, als wir 0:6 verloren hatten und völlig chancenlos waren", spricht Rosen das letzte Heimspiel gegen die Bayern an, damals noch mit einem ganz anderen Ende.

Textquelle: © LAOLA1.at

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