These 1: Eigentlich kann man sich jetzt schon jede Diskussion ersparen: Bayern wird Meister. Punkt.
Jonas Pamperl:
Ich wüsste nicht, wann die Rollen in den letzten Jahren je so klar verteilt waren. Ja, die Bayern werden Meister - und das nicht einmal irgendwie knapp.
Die Frage, bezogen auf die Bundesliga, ist viel eher: Welchen Rekord brechen sie als Nächstes? Der Torrekord wurde vergangene Saison mit 21 Treffern pulverisiert, das Offensivtrio kam gemeinsam auf 104 Scorer usw.
Die Chancen stehen heuer nicht schlecht, dass die Bayern eine gesamte Bundesliga-Saison ungeschlagen bleiben. Damit wären sie der zweite Klub nach Leverkusen.
Selbst bei einer Verletzungsmisere sehe ich keine Chance, dass der Rekordmeister einzuholen ist. Ob die Saison ein Erfolg wird, hängt ohnehin vom Abschneiden in der Champions League ab.
Florian Gabriel:
Auch wenn ich der Spannung in der Liga wegen gerne dagegenhalten würde, fehlen mir jegliche Argumente. Die Offensive der Bayern ist innerhalb der Liga nicht aufzuhalten und sucht auch in Europa ihresgleichen.
Man hatte in den letzten Jahren, vor allem aufgrund der Fabel-Saison von Bayer Leverkusen unter Xabi Alonso, den Eindruck, dass die Lücke zwischen dem Rekordmeister und der Konkurrenz kleiner wird.
Seit Vincent Kompany das Zepter in München übernommen hat, ist diese Lücke aber so groß geworden, wie schon lange nicht mehr.
Platz eins ist also in der Bundesliga bereits vor dem Auftaktspiel vergeben. Spannend wird der Kampf um die Champions-League-Ränge. Da werden sich auch heuer mit Dortmund, Leverkusen, Leipzig, Stuttgart, Hoffenheim und vielleicht Frankfurt viele Teams um die Top 4 matchen.
These 2: Mindestens ein österreichischer Trainer wird seinen Klub in dieser Saison in die Champions League führen.
Florian Gabriel:
In einer "normalen Saison" sind durch den FC Bayern und Borussia Dortmund zwei der vier möglichen CL-Plätze bereits vergeben. Bleiben also nur zwei Tickets – und um die kämpfen mit Leverkusen, Leipzig, Stuttgart, Hoffenheim und Frankfurt gleich mehrere Teams.
Unter den österreichischen Trainern hat Christian Ilzer mit der TSG die besten Karten. In der vergangenen Saison fehlte auf Rang vier nur ein Punkt und Andreas Schicker hat im Sommer erneut ordentlich am Kader gearbeitet.
Das Problem ist aber weniger die Qualität der TSG als die der Konkurrenz: Stuttgart sehe ich noch einmal eine Stufe über Hoffenheim.
Und auch Leverkusen und Leipzig haben für mich individuell die besseren Mannschaften. Bei beiden Klubs gab es jedoch erneut einen großen Umbruch. Zudem sind deren Trainer Carles Martinez bzw. Martin Demichelis in der Liga noch unerfahren. Das könnte eine Chance für die eingespielten Hoffenheimer werden.
Für Adi Hütter und die Eintracht würde eine CL-Quali wohl an eine Meisterleistung grenzen. Im vergangenen Jahr hatte der Klub seine Probleme, mit Brown hat man einen wichtigen Abwehrspieler verloren und die Neuzugänge sind mehr ein Versprechen für die Zukunft als für eine sofortige CL-Teilnahme.
Jonas Pamperl
Wie es Flo schon richtigerweise beschrieben hat, sind wohl die ersten drei Plätze besetzt. Komplett ausschließen kann ich diese These trotzdem nicht.
Das liegt zum einen an Ilzer und der guten Arbeit, die er in Sinsheim macht. Trotz Dreifachbelastung traue ich den Hoffenheimern zu, die letzte Saison noch einmal zu übertreffen. Und wer weiß: Vielleicht präsentieren sich die deutschen Klubs international ja sogar so gut, dass ein fünfter CL-Platz dabei herausspringt. Und Rang fünf traue ich der Ilzer-Truppe durchaus zu.
Für Hütters Eintracht wäre ein internationaler Startplatz mit dem aktuellen Kader und der durchwachsenen Vorbereitung schon ein Erfolg. Hier rechne ich nicht damit, dass die SGE überhaupt an die CL-Ränge heranschnuppert.
Daher kommt hier mein Hot Take: Es wird zumindest ein Österreicher in die Champions League kommen - und zwar mit Leipzig. Von Martin Demichelis halte ich nämlich nicht viel, er wird noch während der laufenden Saison entlassen. Dann übernimmt Oliver Glasner, der von Evangelos Marinakis ebenfalls die Tür gezeigt bekommt. Und der ehemalige Palace-Erfolgscoach führt die "Roten Bullen" anschließend in die "Königsklasse".
These 3: Elversberg und Paderborn brauchen sich erst gar nicht an die Bundesliga gewöhnen. Gerade Paderborn weiß, wie das Spiel läuft: Nach einer Saison geht es direkt zurück in die 2. Bundesliga.
Jonas Pamperl:
Da muss ich widersprechen. Wenngleich Paderborns Chancen wohl marginal sind, könnte Elversberg den Klassenerhalt sehr wohl schaffen.
Wie problemlos die erste Saison eines erstmaligen Aufsteigers laufen kann, hat Heidenheim vor nicht allzu langer Zeit gezeigt. Die Neuzugänge Francis Onyedika, Noel Futkeu oder auch Luca Sirch wirken vielversprechend.
Schon in der 2. Bundesliga hat die SVE gezeigt, dass sie mehr aus den begrenzten Mitteln machen kann.
Mit Union Berlin und Werder Bremen könnten zudem zwei etablierte Teams unten reinrutschen. Dem dritten Aufsteiger, Schalke 04 mit Miron Muslic, traue ich ein - relativ - ruhiges Aufstiegsjahr zu. Oder hoffe zumindest darauf.
Florian Gabriel:
Die Aufsteiger sind meist im ersten Jahr die Topfavoriten auf den direkten Wiederabstieg. Am Ende erwischt es dann trotzdem oft ganz andere Teams: Oder wer hätte zu Beginn der vergangenen Saison gedacht, dass der VfL Wolfsburg in die zweite Liga absteigt?
Ich glaube, ähnlich wie Jonas, dass es am Ende nur einen Aufsteiger erwischen wird: Auch ich rechne dabei am ehesten mit Paderborn. Schalke ist zu erfahren und Elversberg hat sich stark entwickelt.
Für mich werden von den etablierten Kräften vor allem Werder Bremen und der 1. FC Köln im Abstiegskampf zu finden sein.
These 4: Trotz aktueller Verletzungspause: Christoph Baumgartner wird zum Saisonende erneut alle ÖFB-Legionäre im Bereich der Scorerpunkte anführen.
Florian Gabriel:
Ich würde es ihm ohne Zweifel wünschen. Christoph Baumgartner war in der vergangenen Saison neben Yan Diomande, der für 135 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte, der überragende Mann bei RB Leipzig. Mit 13 Toren und neun Vorlagen in 33 Ligaspielen war er der beste Scorer der "Roten Bullen".
Seine schwere Oberschenkelverletzung, die ihm die WM kostete, wird ihn aber wohl noch große Teile der Hinrunde begleiten. Ein Comeback vor November ist wohl nicht realistisch. Und auch dann wird der Offensivspieler wohl eher langsam als schnell in den Matchrhythmus gebracht.
Für Baumi geht es in erster Linie darum, seine Form wiederzufinden. Denn wenn er die hat, ist er sowohl bei Leipzig als auch im ÖFB-Team unverzichtbar.
Um noch die These zu beantworten: Ja, ich traue ihm die meisten Scorer aller ÖFB-Legionäre zu. Baumgartner wird auch 2026/27 noch zweistellig scoren, ob es da so viele andere Österreicher gibt, die das schaffen, wird man sehen. Heiße Kandidaten: Neo-Hoffenheimer Patrick Wimmer, Konrad Laimer und Michael Gregoritsch.
Jonas Pamperl:
In erster Linie kann man "Baumi" nur einen möglichst erfolgreichen Weg zurück wünschen. Aber sollte er erst im November zurückkehren, wird er - erstens - nicht gleich bei 100 Prozent sein und - zweitens - hat er da bereits ein Drittel der Bundesliga-Saison verpasst.
Darum sage ich jetzt einfach mal: Er wird in dieser Saison nicht der ÖFB-Topscorer im deutschen Oberhaus.
Der beste Kandidat dafür ist meiner Meinung nach Konny Laimer, der in der Vorsaison als Rechtsverteidiger auf unfassbare zwölf Torbeteiligungen kam. Die Bayern schätze ich noch stärker ein, warum sollte sich also nicht auch Laimer steigern können.
Nicht zu unterschätzen ist auch Gregoritsch, der in nur 17 Bundesliga-Partien 2025/26 auf neun Scorer kam. "Gregerl" war allerdings ziemlich effizient und war weitestgehend gesetzt. Zwar geht er auch als Stammspieler in die neue Saison, Rodrigo Ribeiro (kam nun fest für 5 Mio. von Sporting) scharrt dahinter mit den Hufen - ich rechne damit, dass er im Saisonverlauf mehr und mehr Minuten bekommt.