Nikola Dovedan: Mit aller Macht in die Bundesliga

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Erfüllt sich Nikola Dovedan mit oder via Nürnberg seinen großen Traum?

"Ich habe mir das Ziel gesetzt, einmal in der deutschen Bundesliga zu spielen. Bis ich das nicht erreicht habe, werde ich weiter Gas geben - und natürlich auch, wenn ich es erreicht habe. Das ist mein Traum, und den werde ich weiter verfolgen. So gehe ich es jetzt auch mit Nürnberg an - am besten, ich schaffe es mit Nürnberg", erklärt der ÖFB-Legionär.

Nach zwei Saisonen beim 1. FC Heidenheim wechselte der Niederösterreicher im Sommer für eine Ablöse von 2,5 Millionen Euro innerhalb der 2. deutschen Bundesliga zum Bundesliga-Absteiger aus Franken - und fühlt sich dort auch seinem zweiten großen Traum ein Stück näher: dem Nationalteam.

Unbedingt ins Nationalteam

"Ich will unbedingt einmal im Nationalteam spielen", lässt der 25-Jährige keine Zweifel an seinen ÖFB-Ambitionen, "natürlich habe ich jetzt in Nürnberg eine größere Reichweite als in Heidenheim. Ich hoffe, dass ich dadurch noch mehr in die Position komme, damit ich näher dran bin am Nationalteam. Vielleicht klappt es einmal mit einer Einberufung."

Unrealistisch ist dieses Ziel nicht. Teamchef Franco Foda nannte Dovedans Namen schon zu Jahresbeginn, als es um Kandidaten ging, die er im Auge habe.

Für Heidenheim brachte es die Offensivkraft in der vergangenen Spielzeit in 29 Liga-Spielen auf acht Tore und sechs Assists. Im DFB-Pokal traf er drei Mal, darunter bei der Achtelfinal-Überraschung gegen Bayer Leverkusen. Im Viertelfinale lieferte man Branchen-Kaiser FC Bayern München eine denkwürdige Schlacht, die mit 4:5 verloren ging.

Platz fünf stand am Ende der Saison mit Heidenheim zu Buche - auf den zweiten Platz, der zum direkten Aufstieg berechtigt hätte, fehlten nur zwei Punkte. Die Wahrscheinlichkeit, mit einer klassischen Fahrstuhlmannschaft wie dem 1. FC Nürnberg den Sprung zu schaffen, erscheint dennoch größer.

Als großer Verein auftreten

"Ich erwarte bei den Heimspielen im Durchschnitt 30.000 Fans. Daran sieht man, welche Reichweite der Verein hat. Es ist ein großer Verein in Deutschland, und so wollen wir uns auch in der 2. Bundesliga präsentieren"

"Der Verein ist riesengroß. Alleine wenn man sieht, wie viele Fans uns ins Trainingslager nach Österreich begleitet haben, ist das schon ein Zeichen. Ich erwarte bei den Heimspielen im Durchschnitt 30.000 Fans. Daran sieht man, welche Reichweite der Verein hat. Es ist ein großer Verein in Deutschland, und so wollen wir uns auch in der 2. Bundesliga präsentieren", verdeutlicht Dovedan.

Offiziell spricht man beim "Club" von einem zweijährigen Projekt, mit dem unter dem österreichischen Coach Damir Canadi die Rückkehr ins Oberhaus gelingen soll. Schafft man es ein Jahr früher, wird sich niemand wehren.

"Unser Ziel ist es auf jeden Fall, von Anfang an oben mitzuspielen", stellt Dovedan klar. Der Mittelfeldspieler möchte dazu seinen Beitrag leisten: "Ich möchte gut in die Mannschaft reinfinden und mich etablieren, so viele Spielminuten wie möglich sammeln, Tore sowie Assists machen und damit der Mannschaft helfen."

Stimmt die Leistung nicht, droht auch unter Canadi die Bank

Canadi half ihm schon einmal, sich zu etablieren - und zwar in der österreichischen Bundesliga. Nach Zweitliga-Jahren beim FC Liefering und dem LASK lotste der Wiener im Sommer 2016 Dovedan zum SCR Altach, wo er sich auf Anhieb etablieren konnte. Während Canadi damals in der Winterpause zum SK Rapid weiterzog, verschlug es Dovedan im folgenden Sommer nach Heidenheim.

"Wenn die Leistung stimmt, werde ich auch spielen. Wenn ich jedoch nicht regelmäßig meine Leistung bringe, werde ich auf der Bank sitzen - dann ist egal, ob mich der Trainer gut kennt oder gerade erst kennengelernt hat."

Nun ist man wieder vereint. "Klar ist es gut, dass ich den Trainer kenne und weiß, was er will. Dadurch habe ich vielleicht einen kleinen Vorteil", meint Dovedan, vertritt jedoch die Ansicht, dass es letztlich irrelevant ist, ob man einen Übungsleiter bereits kennt oder nicht - durchsetzen müsse man sich schließlich immer wieder aufs Neue.

"Die Saison ist ziemlich lange. Wenn die Leistung stimmt, werde ich auch spielen. Wenn ich jedoch nicht regelmäßig meine Leistung bringe, werde ich auf der Bank sitzen - dann ist egal, ob mich der Trainer gut kennt oder gerade erst kennengelernt hat", macht sich der gebürtige Tullner diesbezüglich keine Illusionen.

Neben Canadi stehen mit Georg Margreitter, Lukas Jäger und Andreas Lukse weitere aus der Heimat vertraute Gesichter beim FCN unter Vertrag. "Es ist gut, wenn man ein paar Spieler kennt, dadurch war die Eingewöhnungsphase ziemlich leicht. Aber die Mannschaft ist charakterlich so gut, dass es mir auch nicht schwer gefallen wäre, wenn kein Österreicher da wäre", glaubt Dovedan.

Rapid nicht gewinnen lassen

Am Sonntag gastierte er mit Nürnberg zum Abschluss des Österreich-Camps beim SK Rapid Wien. Als einer der wenigen Nürnberg-Kicker durfte Dovedan durchspielen ("Wichtig, dass ich wieder einmal 90 Minuten in den Beinen habe"), zufrieden war er mit seiner Darbietung jedoch nicht ganz:

"Wir hatten in der ersten Halbzeit viele Räume, konnten auch ordentlich nach vorne spielen, aber die eine oder andere Szene müssen wir besser ausspielen. Persönlich war ich da auch eher schwach. Normal ist es meine Stärke, dass ich die Lücke finde und Zug zum Tor habe."

"Am Sand" seien alle Nürnberg-Spieler nach dem intensiven Trainingslager gegen Ende hin gewesen. Trotzdem hätte man diese stimmungsvolle Partie - Fan-Freundschaft hin oder her - gewinnen wollen:

"Es wäre eine Lüge, wenn ich sagen würde, wir treten an und schauen, was passiert. Es ist auch schön, dass die Fans eine Freundschaft haben und dass die Stimmung überragend war. Aber wir sind hergekommen, um das Spiel zu gewinnen und nicht zu sagen: 'Die Fans sind Freunde, jetzt lassen wir Rapid gewinnen.'"

Richtig zählen Siege dann allerdings ab dem letzten Juli-Wochenende, wenn Nürnberg bei Dynamo Dresden die Mission Wiederaufstieg startet. Ab dann geht es auch um die Erfüllung von Dovedans großem Traum.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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