Die größten Sensationen der Fußball-Geschichte

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"Solche Geschichten schreibt nur der Fußball!"

Eine vielbemühte Floskel – der viel Wahrheitsgehalt anhaftet. Keine andere Sportart sorgt für so viele Emotionen, und das nicht nur bei den Fans von sehr erfolgreichen Vereinen. Von Zeit zu Zeit schafft es ein Außenseiter, die ganze Welt mit seiner Geschichte zu erstaunen und Dinge zu vollbringen, die zuvor niemand erwartet hätte.

Vom Sensations-Europameistern über Dorfklub-Märchen bis zu Fußball-Ereignissen, die ein ganzes Land einten: LAOLA1 hat die größten Geschichten aus der Fußball-Welt zusammengetragen:

1950: Stille im Maracana

Die Namen der brasilianischen Spieler waren bereits in die Medaillen eingraviert. Niemand hatte vor dem entscheidenden Spiel der Finalrunde den Anflug eines Zweifels daran, dass die Gastgeber den WM-Titel holen würden. Doch Uruguay versetzte den 200.000 Brasilianern im Maracana den größten Schock ihres Lebens. Die "Selecao" führte zwar 1:0, doch Schiaffino und Ghiggia drehten das Spiel. Aus Angst vor Ausschreitungen wurde der WM-Pokal in den Stadion-Katakomben übergeben.

1973: Revie und die schwarzen Katzen

Sunderland hat nach dem Zweiten Weltkrieg nur einen einzigen Titel geholt. Dieser Triumph der "Black Cats" war aber umso bemerkenswerter. In den FA-Cup startete der Zweitligist, wie man das als Zweitligist nunmal so tut – einfach mal schauen, vielleicht gehen ja ein paar Runden. Und plötzlich stand die Truppe im Endspiel. Dort wartete Leeds United, dass unter Manager Don Revie in dieser Zeit eines der dominantesten Teams, das die Insel je gesehen hat, war. Doch Ian Porterfield sorgte mit seinem Goldtor zum 1:0 für die Sensation. 100.000 Zuseher wurden im Wembley Zeugen, wie der Zweitligist das große, aus elf Internationalen bestehende Leeds besiegt hatte.

1978-1980: Nottinghams überraschende Dominanz

44 Tage lang durfte sich Brian Clough Leeds-Manager nennen, ehe er 1974 entlassen wurde. Kurz darauf übernahm er Nottingham Forest, das seit 1972 ein eher tristes Dasein in der Zweitklassigkeit fristete. Was folgte, war unglaublich: Aufstieg 1977, Meistertitel im Aufstiegsjahr und zwei aufeinanderfolgende Triumphe im Europapokal der Landesmeister – mit Finalsiegen gegen Malmö und den Hamburger SV.

1984/85: Hans-Peter und Preben

Romeo und Julia ist die größte Liebesgeschichte, die in Verona jemals gespielt hat. Unmittelbar danach kommt die Beziehung der Hellas-Fans zu ihrer Meistermannschaft. Nachdem das Team mit dem deutschen Hans-Peter Briegel und dem Dänen Preben Elkjaer verstärkt worden war, gelang die ganz große Sensation. Gut möglich, dass der Titelgewinn auch damit zu tun hatte, dass nach dem Wettskandal erstmals die Schiedsrichter-Ansetzungen via Los entschieden worden waren...

1987/88: Das Ende der zwei Städte

In Griechenland wird entweder ein Klub aus Athen oder ein Klub aus Thessaloniki Meister. Ende der 1980er-Jahre gab es eine einzige Ausnahme. AE Larisa durchbrach die Dominanz. Weil dem Bulgaren Georgi Tsingov die Einnahme von Codein nachgewiesen wurde, entschied der Verband im März 1988, Larisa vier Punkte abzuziehen. Die Fans reagierten mit tagelangen Blockaden der Autobahn, ehe sich die Politik einmischte und der Punkteabzug für nichtig erklärt wurde.

Foto: © getty

1992: Aus dem Urlaub zum Europameister

Weil das sich im Bürgerkrieg befindliche Jugoslawien kurzerhand von der Teilnahme ausgeschlossen wurde, durfte Dänemark an der EM in Schweden teilnehmen. Die Kicker kamen praktisch direkt aus dem Urlaub, Superstar Michael Laudrup verzichtete sogar. Am Ende führte Teamchef Richard Möller Nielsen seine Mannen sensationell zum Titel. Das Finale gegen Deutschland wurde 2:0 gewonnen.

Foto: © getty

1997/98: König Otto und seine "Roten Teufel"

Deutschland war geschockt! Zum und bisher auch einzigen Mal in der Geschichte wurde ein Aufsteiger auf Anhieb Meister. In der ersten Runde gewann der 1. FC Kaiserslautern gegen Titelkandidat FC Bayern, ab der vierten Runde gab der Aufsteiger Platz eins nicht mehr her. Olaf Marschall, Ciriaco Sforza, Miroslav Kadlec und Co. wurden zu Legenden am Betzenberg – Otto Rehhagel sowieso.

1997/98: Eine umstrittene Sensation

Im Sommer 1997 feierte Obilic Belgrad den Aufstieg in die höchste Spielklasse Jugoslawiens, ein Jahr später war der Klub plötzlich Meister. Das klingt alles nach einem Märchen. Die Schattenseite: Der Klub wurde massiv von Zeljko Raznatovic, besser bekannt als Arkan, unterstützt. Der Anführer der serbischen Paramilitärs soll die Gegner massiv bedroht und unter Druck gesetzt haben.


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1999/00: Der Dorfklub

Ungefähr 7.000 Einwohner hat Herfölge - und einen Klub, der sich dänischer Meister nennen durfte. Der Klub, der die meiste Zeit seiner Geschichte in den unteren Ligen herumkrebste, schockte 2000 die dänische Fußballlandschaft und holte aus dem Nichts den Meistertitel. Im Jahr darauf fuhr der Klub nur noch sieben Siege ein und stieg wieder ab.

2000/01: Den Titel erkämpft

Seit 1946 hatten Fußball-Fans in Portugal warten müssen, ehe der Meister zum zweiten Mal in der Geschichte nicht Porto, Benfica oder Sporting hieß. Trainer Jaime Pacheco ließ Boavistas Team genau jenen Fußball spielen, für den der Verein seit vielen Jahrzehnten steht – defensiv stark, unerbittlich um jeden Zentimeter Rasen kämpfend und trotzdem mit einer nicht zu verachtenden Offensive. In diesem einen Jahr lief es perfekt.

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2004: König Otto und seine Hellenen

Griechenland als Europameister! Das war eine der größten Sensationen überhaupt. Die von Otto Rehhagel trainierten Griechen rund um Kostas Katsouranis, Angelos Charisteas und Theodoros Zagorakis hatten in der Gruppenphase nicht unbedingt geglänzt. Dann haben sie sich aber gegen Frankreich (1:0) und Tschechien (1:0 n.V.) mit ihrem Defensivfußball bis ins Endspiel gekämpft, wo Portugal besiegt wurde (1:0).

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2007: Ein kurzer Moment des Friedens

Der Sommer 2007 ließ die Menschen ihr großes Leid im kriegsgebeutelten Land zumindest für einige Momente vergessen. Eine Mannschaft aus Underdogs war angetreten, um beim Asia Cup teilzunehmen. In der K.o.-Phase wurden Vietnam und Südkorea aus dem Bewerb geworfen, im Finale gegen Saudi-Arabien sorgte Younis Mahmoud für den ganz großen Triumph. Schiiten und Sunniten feierten in einem Team und gemeinsam auf den Straßen von Bagdad.

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2011/12: Montpellier schockt Paris

PSG hatte nach dem Einstieg der Kataris keine Kosten und Mühen gescheut, um die Liga zu dominieren. Montpelliers Budget war nicht unwesentlich geringer als die 42 Millionen Euro Ablöse, die die Pariser alleine für Javier Pastore ausgegeben hatten. Doch am Ende hatten Olivier Giroud, Younes Belhanda und Co. die Nase vorne.

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2013: Paschinger Wunder

Mit unglaublichen 82 Zählern, also Punkterekord, hatte die Wiener Austria unter Peter Stöger den Meisterteller geholt. Das Double sollte nur noch Formsache sein. Immerhin wartete mit Pasching ein Klub aus der Regionalliga auf die Veilchen. Doch die Oberösterreicher, trainiert von Gerald Baumgartner, hatten gegen Austria Salzburg, Austria Klagenfurt, Austria Lustenau, Rapid und RB Salzburg schon bewiesen, wozu sie fähig sind. Daniel Sobkova erzielte im Happel-Stadion das einzige Tor, der Drittligist durfte Europacup spielen.

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2013/14: Der Beginn des Dreikampfs

Barca, Barca, Real, Real, Barca, Barca, Barca, Real und Barca – so wurde der spanische Meistertitel von 2005 bis 2013 vergeben. Und dann kam Diego Simeone mit Atletico Madrid und durchbrach die Vorherrschaft der beiden Klubs rund um die Superstars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi. Dem unglaublich intensiven, kämpferischen Spiel der "Rojiblancos" hatte die Schöngeister von Barca und Real am Ende nichts entgegenzusetzen.

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2015/16: Die ganze Premier League ausgefuchst

Das jüngste Märchen in unserer Aufzählung ist zugleich eine der größten Underdog-Geschichten überhaupt. Leicester City krönte sich 2016 zum Champion in der Premier League, wohlgemerkt der vielleicht größten, auf jeden Fall aber prestigeträchtigsten Liga im Fußball überhaupt – und das nur ein Jahr nach dem Aufstieg. Die Quote vor der Saison? 5000:1! Und dabei war es nicht einmal eine knappe Angelegenheit: Zehn Punkte Vorsprung brachten die "Foxes" auf Arsenal ins Ziel. Dass schon in der nächsten Saison – trotz Champions League – wieder beinharter Abstiegskampf für Leicester angesagt war, unterstreicht die Außergewöhnlichkeit dieser Geschichte nur. Gary Lineker wird es freuen, er bezahlte seine Ungläubigkeit mit einem Studio-Auftritt in der Unterhose.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»

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