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Dank einer Förderzusage vom Land Vorarlberg sei die Lage für den Verein "derzeit nicht existenzbedrohend. Wir wissen aber nicht, wie es mit den Sponsoren weitergeht und wie sich die Situation allgemein entwickelt. Wenn die Herbstsaison wegen der Pandemie nicht planmäßig starten kann, dann wird es kritisch. Da weiß ich nicht, ob alle Vereine in der Bundesliga weiterspielen können oder wollen", meint Weiss.
Finanzieller Kollaps möglich
"Das ist ein absolut realistisches Szenario. Je länger diese Krise dauert, desto härter werden die Vereine damit zu kämpfen haben", versichert Thomas Hollerer, der Generalsekretär des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB). Gleichzeitig merkt Hollerer aber auch an: "Ich weiß, dass der Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler sehr intensiv mit seinem Stab an den Überbrückungshilfen für die Vereine arbeitet. Wir brauchen diese Hilfe dringend."
Das gelte selbstverständlich auch für die Männer-Bundesliga. "Und wenn wir das nicht schaffen, dann werden wir nicht mehr darüber diskutieren, dass sich derzeitige Tabellenführer benachteiligt fühlen, dass sie nicht aufsteigen können, sondern wir werden darüber diskutieren, wie wir die Liga aufgrund der entstehenden Lücken der Vereine, die wegbrechen, auffüllen können", warnt Hollerer.
Thomas Wirnsberger, der Obmann und sportliche Leiter von Frauen-Rekordmeister Neulengbach, dankt indes dem Sportland Niederösterreich für die Spitzensportförderung. "Das ist top", sagt der Steirer, der "auch schon von Sponsoren die Zusage bekommen hat, dass sie weitermachen". Diese Unterstützung sei enorm wichtig, denn alleine die Strom- und Wasserrechnung für die Stadion-Infrastruktur in Neulengbach verschlinge einen fünfstelligen Betrag im Jahr. Normalerweise würden dafür die Kantinenumsätze aufgewendet. Deshalb hofft Wirnsberger, dass im Herbst wieder vor Publikum gespielt werden kann.
Dass durch die aktuelle Situation, Spielerinnen ihre Karriere beenden könnten, glaubt er nicht. Denn Frauen würden ja nicht wegen des Geldes, sondern aus Leidenschaft spielen. "Und so kann man nicht aufhören zum Fußballspielen. Wenn, dann will man das selber entscheiden. Ein Virus sollte nicht über die Karriere entscheiden", betont Wirnsberger.
Dieser Überzeugung ist auch Top-Skispringerin Daniela Iraschko-Stolz, die früher auch als Fußballerin in der Bundesliga spielte und hinter Neulengbach dreimal Vizemeisterin mit dem FC Wacker Innsbruck wurde. "Es gibt keine Österreicherin in der Bundesliga, die Vollprofi ist", erläutert die 36-Jährige. "Es ist für viele ein Hobby, das man nur mit Leidenschaft und Herz betreibt."
FIFPro sieht Frauen-Profifußball in Gefahr
Laut einem Bericht der Spielergewerkschaft FIFPro laufen viele Profi-Fußballerinnen Gefahr, ihren Lebensunterhalt aufgrund der aktuellen Zwangspause durch die Coronakrise zu verlieren. Es seien deshalb spezifische Maßnahmen erforderlich, um den Frauenfußball während der Pandemie zu unterstützen. Andernfalls sei dieser existenziell bedroht, warnt die FIFPro.
Der Bericht weist einmal mehr auf das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen im Fußball hin - angefangen von den Gehältern über die Sponsoren bis hin zur Etablierung des Profistatus. "Das Fehlen schriftlicher Verträge, die kurzfristige Laufzeit von Arbeitsverträgen, das Fehlen von Krankenversicherungen sowie das Fehlen grundlegender Rechte zum Schutz der Arbeitnehmer bedeuten ein hohes Risiko für die Spielerinnen, ihren Lebensunterhalt zu verlieren", betont die Spielergewerkschaft.