Klinsmann als US-Teamchef entlassen

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Jürgen Klinsmann ist nicht mehr Teamchef der USA.

Der US-Verband gibt am Montag nach den jüngsten Misserfolgen die vorzeitige Trennung vom Deutschen bekannt. Wie es um die Zukunft seines Assistenten Andreas Herzog bestellt ist, steht mittlerweile auch schon fest.

Klinsmann war seit 2011 im Amt und hatte die USA unter anderem ins WM-Achtelfinale 2014 geführt. Österreichs Rekord-Internationaler Herzog ist seit 2011 Co-Trainer der USA, seit 2015 betreut er auch das U23-Team (=Olympiateam).


"Müssen andere Richtung einschlagen"

Die Amerikaner drohen angesichts der jüngsten Misserfolge die WM 2018 in Russland zu verpassen. "Wir sind davon überzeugt, dass wir jetzt eine andere Richtung einschlagen müssen", kommentierte Verbandschef Sunil Gulati die Entscheidung.

Der 52-Jährige Klinsmann hatte die US-Amerikaner seit Juli 2011 trainiert, im Dezember 2011 stieß Herzog zum Trainerteam. Das Duo war mit der US-Auswahl bei der WM 2014 ins Achtelfinale gekommen. Obendrein hatten die Amerikaner 2013 den Gold Cup gewonnen.

Das Ende hat sich angedeutet

Die Beurlaubung von Klinsmann, Weltmeister von 1990 und ehemaliger deutscher Teamchef, hatte sich zuletzt bereits angedeutet. Beim 0:4 in Costa Rica in der vergangenen Woche hatten die US-Fußballer die höchste Pleite in der WM-Qualifikation seit 1957 kassiert. Gulati verweigerte Klinsmann anschließend die Rückendeckung und kündigte Gespräche mit dem Deutschen an.

Nun folgte die Trennung - obwohl Klinsmann im US-Verband jede Menge vorangebracht hat, wie der Präsident einräumte. "Er hat jeden in unserem Verband dazu aufgefordert, neue Wege zu gehen. Dank ihm sind wir als Organisation gewachsen", lobte Gulati.

Zuviele taktische Fehler?

Der Druck auf den Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft hatte schon nach dem 1:2 gegen den Erzrivalen Mexiko am 12. November erheblich zugenommen. Mit null Punkten und einem Torverhältnis von 1:6 stehen die US-Boys momentan auf dem letzten Tabellenplatz der Sechser-Endrunde, die Teilnahme an der WM 2018 in Russland ist stark gefährdet. Nur die ersten drei Mannschaften qualifizieren sich direkt, der Vierte hat noch die Chance über die Play-offs.

Derzeit haben Costa Rica (6 Punkte), Mexiko (4) und Panama (4) die besten Aussichten. Auch Honduras (3) und Trinidad & Tobago (0) liegen in der Tabelle noch vor den Amerikanern.

Klinsmann hatte sich zuletzt auffällig viele taktische Fehler ankreiden müssen. Nach seinem Fauxpas gegen Mexiko, als er im ungewohnten 3-5-2-System begann und nach einer halben Stunde alles über den Haufen warf, stellte er gegen Costa Rica wieder auf 4-4-2 um - was ebenfalls nicht funktionierte.

Der ehemalige Stürmer war im Juli 2011 als Nachfolger von Bob Bradley als US-Coach berufen worden. Zuvor hatte Klinsmann das DFB-Team während der WM 2006 im eigenen Land trainiert und in der Saison 2008/2009 den FC Bayern München. Die Bayern hatten sich kurz vor Ablauf der Spielzeit im April 2009 wieder von Klinsmann getrennt - damals ebenfalls wegen ausbleibender Erfolge

Alle Highlight-Videos aus Europas Top-Ligen – Premier League, La Liga, Serie A, Ligue 1 – findest du hier!

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare