Aufstieg! Rapid zog die "Pampers aus"

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Trainer Goran Djuricin und Sportchef Fredy Bickel lagen sich nach dem Schlusspfiff in den Armen. Der SK Rapid hat es geschafft: Europa-League-Gruppenphase! Das so wichtige Saisonziel wurde erreicht.

Aufatmen konnten die Hütteldorfer allerdings erst nach 90 Minuten in Bukarest, denn das Spiel war nichts für schwache Nerven - bis zur 63. Minute war man ausgeschieden.

"Die Niederlage geht in Ordnung, aber es ist die schönste Niederlage meiner Karriere", ist Djuricin im ORF-Interview überglücklich.

Auch der Schweizer Sportchef Bickel konnte es nicht fassen: "Wunderbar, wie ist mir völlig egal!"

Djuricin: "Wir haben uns in die Hosen gekackt"

Über das "Wie" sollte man aber doch reden. Denn Rapid fand in Hälfte eins nicht zu ihrem Spiel, wirkte behebig und stand nach dem 0:2-Rückstand zur Pause mit einem Bein vor dem Aus.

"Eine sehr nervenaufreibende Partie! Erste Halbzeit ist alles schief gelaufen, was nur schief laufen kann. Dann haben wir auch zu einem sehr blöden Zeitpunkt das 0:2 bekommen. Wir haben uns erste Halbzeit in die Hosen gekackt, das muss ich ehrlich sagen. Wir sind nicht zurechtgekommen mit dem Platz, mit dem Ball. Dann haben wir in der Halbzeit gesagt: Okay, wir ziehen die Pampers aus, so können wir nicht Fußball spielen", findet Djuricin in der Analyse klare Worte.

Die "Jetzt erst Recht"-Mentalität bewirkte Wunder. "Dann haben wir mehr probiert. Wir haben in der ersten Halbzeit zu viel versucht, Fußball zu spielen von hinten, das geht auf dem Platz nur sehr schwierig. Da haben wir dann öfters mit längeren Bällen gespielt und wir hatten ja zwei Riesenchancen vergeben."

Murg und Ivan waren knapp dran, Rapids Rumäne traf in der Schlussphase auch noch die Latte. Der so wichtige Auswärtstreffer resultierte aus einem Torwartfehler des jungen Ersatzgoalies Vlad, der Schwabs Freistoß im Spiel hielt, ihn Potzmann servierte und Sonnleitner staubte mit Mithilfe von Basala zum erlösenden 1:2 ab.

Rapids Kampfgeist bei Kabinenansprache imponierte Sportchef

Die Platzverhältnisse waren nicht unwesentlich, wie auch Bickel weiß: "Ich denke, das hat unser Gegner erste Halbzeit besser gemacht. Sie versuchten gar nicht erst zu spielen. Das soll keine Entschuldigung sein, aber das war unmöglich auf diesem Platz."

Die besten Bilder vom Europa-League-Playoffs-Rückspiel FCSB gegen Rapid Wien:

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Auch Torhüter Richard Strebinger, der mit zwei Paraden in der Schlussphase Rapid den Aufstieg rettete, musste zugeben: "Entscheidend waren die zweiten und dritten Bälle, weil auf dem Platz hast du nicht wirklich Fußball spielen können. Erste Halbzeit haben wir bei den hohen Bällen die zweiten Bälle einfach überhaupt nicht gewonnen, waren überhaupt nicht kompakt. So ist auch das zweite Tor gefallen, wo wir nach einem langen Ball, den Ball verlieren und sie den Konter fahren. Zweite Halbzeit war es genau umgekehrt, da haben wir überragend gekämpft, überragend die Zweikämpfe, die zweiten Bälle gewonnen und deshalb dann das Tor gemacht. Und somit sind wir verdient aufgestiegen."

In der Pause dürfte ein Ruck durch die Mannschaft gegangen sein. Nicht nur taktisch (Bickel: "Super, wie Spieler und Trainer reagiert haben") passten sich die Wiener den äußeren Bedingungen an, auch mental war im zweiten Durchgang dieser Biss zu erkennen, der in den ersten 45 Minuten fast vollends fehlte.

Bickel berichtet seinen Eindruck aus der Kabine: "Die Mannschaft war sehr solidarisch. Ich war in der Pause in der Kabine, alle haben gesagt: Sie wollen weiter, sie wollen in diese Gruppe und das werden wir biegen. Das hat schon große Freude gemacht."

"Sehr, sehr viel Herz, Wille und Leidenschaft dabei"

Wie dem Trainer fiel natürlich auch dem Geschäftsführer Sport ein Stein vom Herzen. Schließlich hätte er beim Verpassen des Saisonziels wohl endgültig Djuricin in Frage stellen müssen. Die Art und Weise, wie sich die Spieler dann aufbäumten, macht Bickel stolz.

"Ich habe sehr, sehr viel Herz gesehen! Das kann vielleicht gar nicht jeder entscheiden oder das sieht man nicht im TV, aber wenn du das vor dem Spiel und in der Pause in der Kabine spürst, diese unendliche Freude, die die Spieler hatten. Da ist sehr, sehr viel Herz, Wille und Leidenschaft dabei."

Auch Strebinger lobte die Einstellung seiner Kollegen, welche den Aufstieg überhaupt erst möglich gemacht hatte - obwohl allen bewusst war, dass in den kommenden Wochen noch viel Luft nach oben ist.

"Der Kampf von der ganzen Mannschaft war heute unglaublich! Ivan, dem vielleicht noch ein, zwei Prozent an Fitness fehlen, der sich aber trotzdem in der 89. Minute noch in einen Schuss wirft und rausrennt – unglaublich. Die ganze Mannschaft hat extrem gefightet. Es hat mich gefreut, dass ich den einen Ball noch über die Latte lenken konnte. Einfach ein unbeschreibliches Gefühl gerade!"

Dieses dürfen die Hütteldorfer nun auf dem nächtlichen Heimflug aus Bukarest genießen und feiern. Am Freitag um 13 Uhr erfahren sie dann ihre Gegner in der Europa-League-Gruppenphase.

Textquelle: © LAOLA1.at

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