Siebenhandl-Blackout: "Es tut mir vom Herzen weh"

Siebenhandl-Blackout: Foto: © GEPA
 

Drei Spiele, null Punkte - der SK Sturm Graz steht auch nach dem dritten Gruppenspiel in der UEFA Europa League mit leeren Händen da.

Trotz einer speziell in der ersten Hälfte starken Leistung verloren die Murstädter zuhause gegen La-Liga-Tabellenführer Real Sociedad mit 0:1 (Spielbericht >>>). Die tragische Figur des Spiels war in Sturm-Schlussmann Jörg Siebenhandl schnell gefunden. Sein Blackout in der 69. Minute führte zum schließlich entscheidenden Treffer von Alexander Isak.

Der 31-Jährige schildert die Situation im Interview nach dem Spiel bei "ServusTV": "Der Ball wurde abgefälscht, eine extrem bittere Situation. Solche Situationen sind als Torhüter total schlimm, weil du einfach alleine dastehst. Es tut mir vom Herzen weh, denn die Jungs haben heute so viel geleistet – das ist für mich das Allerschlimmste, wenn so ein Fehler passiert. Damit habe ich den Einsatz von den Jungs etwas zerstört."

Siebehandl gefasst, Ilzer übt Kritik an Schiri Stieler

Daher bringt es dem ehemaligen ÖFB-Teamgoalie auch recht wenig, dass er zuvor "gut gehalten" habe. "Aber mit dem einen Fehler verlieren wir die Partie, deswegen brauche ich nicht viel darüber nachdenken, was vorher war. Ich muss mir jetzt genau ansehen, was in dieser Situation passiert ist."

Dennoch richtet Siebenhandl den Blick sofort wieder nach vorne: "Es ist nicht schwer, den Kopf wieder freizukriegen. Mir ist nach einem solchen Fehler immer wichtig, das Spiel gut zu beenden. Das habe ich dann auch gemacht. Fehler gehören dazu, es muss einfach normal weitergehen."

Dass dem Siegtreffer vermutlich ein nicht geahndetes Foul von Alexander Sorloth an Jusuf Gazibegovic vorausgeht, stößt vor allem Cheftrainer Christian Ilzer sauer auf. Der 44-Jährige kann nicht nachvollziehen, warum Schiedsrichter Tobias Stieler sich die Szene nicht selbst auf dem Feld nochmal ansieht.

"Es gibt die Möglichkeit, da rauszugehen und sich die Szene nochmal in Ruhe anzusehen. Ich habe mir die Szene ebenfalls angesehen und habe einen klaren Schlag gegen das Knie von Gazibegovic gesehen. Deshalb kommt er zu Sturz, da kann man schon Foul pfeifen", übt Ilzer Kritik am deutschen Referee.

Gorenc-Stankovic: "Da haben sie uns Schwierigkeiten bereitet"

Während es dem Spielleiter also etwas vorzuwerfen gibt, kann man bei den Grazern eigentlich wenig beanstanden. In der ersten Halbzeit bot Sturm eine starke Leistung, agierte mit Real Sociedad "auf Augenhöhe", wie Ilzer nach dem Spiel festhielt. Jakob Jantscher meint sogar, dass "wir mit etwas mehr Nachdruck sogar ein Tor hätten erzielen können."

Im zweiten Spielabschnitt sei Sociedad "besser ins Spiel gekommen, wir haben nicht mehr so gut gepresst. Sociedad ist eine gute Mannschaft, die sich dann schnell auf das Pressing einstellt. Deswegen haben sie dann den Treffer auch erzielt", erklärt Jantscher weiter.

Jon Gorenc-Stankovic, der in der Schlussphase der Partie mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde und somit beim "Rückspiel" in 14 Tagen im Baskenland fehlen wird, führt aus: "Wir haben auch in der zweiten Halbzeit viel versucht, aber Sociedad ist dann besser ins Positionsspiel gekommen. Da haben sie uns Schwierigkeiten bereitet. Wir haben trotzdem gut gespielt, aber hatten nicht mehr so viele Tormöglichkeiten."

Trotz "bestem EL-Auftritt" droht in 14 Tagen das Europacup-Aus

Daher meint Chefbetreuer Ilzer auch: "In der zweiten Hälfte war Real Sociedad besser und ein nicht unverdienter Sieger." Nachsatz: "Aber mit dem Gegentor und den zwei Verletzten (Alexander Prass musste schon in der ersten Halbzeit wegen Muskelproblemen raus, Anm.) ist es eine Niederlage, die sehr schmerzt."

Sturm Graz könne dennoch auf dem "besten Auftritt in der Europa League aufbauen." So sieht es auch Siebenhandl: "Wir können eine super Leistung aus diesem Spiel mitnehmen. Die Jungs haben heute alles gegeben, auch in den Spielen davor. Es haben uns immer wieder Nuancen gefehlt, damit wir Punkte mitnehmen. Wir haben aber noch drei Spiele und wollen in denen abliefern."

Und Gorenc-Stankovic fügt zum Abschluss hinzu: "In 14 Tagen haben wir die nächste Gelegenheit, endlich zu gewinnen."

Zuvor stehen für die Grazer jedoch zwei wichtige Wochen an: Erst geht es zum Spitzenspiel der Bundesliga nach Salzburg, dann empfängt man im ÖFB-Cup-Achtelfinale die SV Ried. Schlussendlich gastiert der Wolfsberger AC im Pack-Derby noch in Graz, bevor es zu einem wohl entscheidenden Gruppenspiel nach San Sebastian geht.

Bei einer Niederlage im Baskenland ist die K.o.-Phase der UEFA Europa League unerreichbar, bei einem gleichzeitigen Sieg der PSV Eindhoven in Monaco stünde das Europacup-Aus bereits frühzeitig fest.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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