LASK: "Mit mehr PS Feuerwerk gezündet"

LASK: Foto: © GEPA
 

Viel wurde in der noch kurzen Saison über die Offensive des LASK spekuliert, die nominell so stark bestückt ist, in den ersten Pflichtspielen aber noch nicht richtig in Fahrt kommen wollte.

Beim 6:1-Kantersieg in der 3. Quali-Runde zur UEFA Europa Conference League gegen FK Vojvodina Novi Sad (zum Spielbericht >>) lieferte sie dann allerdings eine Kostprobe, was sie zu leisten imstande ist.

Einzig der eingewechselte Flügelspieler Marvin Potzmann durfte als Nicht-Stürmer anschreiben, ansonsten jubelten mit Mamoudou Karamako (doppelt), Thomas Goiginger, Alexander Schmidt und Husein Balic genau die Spieler, von denen LASK-Trainer Dominik Thalhammer Volltreffer erwartet.

Dementsprechend zufrieden zeigte sich Thalhammer nach Spielende: "Es tut gut, dass uns heute im zweiten Durchgang so richtig der Knopf aufgegangen ist."

Das Auftreten nach der Pause hoben auch die Spieler im "ORF"-Interview explizit hervor: "Zweite Halbzeit war das dann sehr, sehr gut, da haben wir uns in einen Rausch gespielt."

Und Offensiv-Kollege Balic ging sogar noch einen Schritt weiter: "Wir haben gewusst, dass wir mehr PS auf den Rasen bringen müssen, und zweite Halbzeit ist es uns gelungen, ein Feuerwerk zu zünden."

Vojvodina mit LASK-Tempo überfordert

Tatsächlich hatte der Gast aus Serbien, in der Anfangsphase immerhin sogar in Führung, ab der 30. Minute überhaupt nichts mehr zu melden. Von Minute zu Minute erlangten die Linzer mehr Selbstvertrauen, gewannen Zweikämpfe und setzten die gegnerische Defenisve mit immensem Tempo unter Druck.

Folgerichtig fiel durch den starken Karamoko noch vor der Pause der Ausgleich. Nur kurz nach Wiederanpfiff schnürte der Franzose, in der Vorsaison mit viel Verletzungspech lange out, sogar seinen Doppelpack und krönte sich damit zum "Man of the Match". Dafür gab es Lob von den Mitspielern. Balic: "Mamou ist wieder fit, der tut uns extrem gut."

Aber nicht nur Karamoko zeigte gegen überforderte Serben auf, auch Goiginger, Balic und die eingewechselten Akteure versprühten Spielwitz.

Balic erklärte das so: "Wir haben einiges an Qualität dazubekommen im Sturm. Das ist wichtig für den Konkurrenzkampf. Wenn man uns beim Training sieht, ist da in jeder Einheit sehr viel Feuer drinnen. Jeder will spielen. Irgendwo sieht man das dann auch am Platz, dass jeder Gas gibt."

"Sind alle super Typen"

Dass sich in Linz trotz der Abgänge von Leistungsträgern und Führungsspielern wie Gernot Trauner und Reinholf Ranftl ein starkes Kollektiv entwickelt, zeigte nicht nur das Spiel gegen Vojvodina. Vor allem wie die Oberösterreicher, die in drei der letzten vier Saisonspielen in Rückstand gerieten, aber keines davon verloren, im Laufe der Partie zulegen können, erstaunt nach einer relativen kurzen Vorbereitungszeit und einigen Veränderungen im Kadergefüge.

Wirbelwind Balic hatte dafür eine einfache Erklärung: "Wir sind alle super Typen, da fällt es uns nicht so schwer, uns zu verstehen."

Außerdem scheint man im Lager der Linzer felsenfest von den eigenen Qualitäten überzeugt. Lukas Grgic und Peter Michorl kontrollierten das Spiel aus der Zentrale heraus und sorgten so wie Grgic vor dem Potzmann-Treffer zum 4:1 für das eine oder andere Gustostückerl. Auch die zuletzt wackelige Defensive zeigte außer beim Gegentreffer gegen zugegebenermaßen eher schwache Serben eine solide Vorstellung.

"Pressing, Tempo-Fußball ist unsere DNA. Leider gelingt es uns nicht immer von Anfang an, den Gegner zu bearbeiten, aber wenn wir das schaffen, glaube ich, dass wir eine richtig gute Mannschaft sind", führte Balic aus und erklärte, wieso die Mannschaft in Rückstand so cool blieb: "Der Gegner hat dann aus einer komischen Situation das 1:0 gemacht, aber wir haben gewusst, dass wir über mehr Qualität verfügen."

Vorteil im "Exil"?

Auch das Wörthersee Stadion als ungewohnte Heimstätte brachte den LASK nicht aus der Ruhe, könnte im Vergleich zur Raiffeisen-Arena in Pasching sogar ein kleiner Vorteil sein.

Immerhin ist der Rasen in Klagenfurt flächenmäßig deutlich größer als das Spielfeld in Oberösterreich. Ein Umstand, der schon in der vergangenen Europacup-Saisonen bemerkbar war, als der LASK auf der mittlerweile abgerissenen Gugl meist bärenstark performte, und sich in Pasching eher schlecht als recht durch die Heim-Saison wurschtelte.

Auf den kommenden Gegner aus Schottland wollten weder Goiginger noch Balic vorausblicken. Goiginger: "Wir haben uns damit noch nicht beschäftigt, es war wichtig diese Hürde zu überspringen. Jetzt konzentrieren wir uns auf Sturm Graz, erst danach kommt wieder die Conference League. Da werden wir wie immer versuchen unser Bestes zu geben."

Der angesprochene Liga-Kracher gegen Sturm Graz am Sonntag wird dann die nächste Bewährungsprobe für die am Donnerstag so starke LASK-Offensive sein. Anders als die chancenlosen Serben aus Novi Sad wird von der Ilzer-Elf auch in Halbzeit zwei deutlich mehr Gegenwehr zu erwarten sein.

Sollte der LASK aber auch in Pasching die nötigen "PS auf den Rasen bringen", ist die Thalhammer-Elf mit Sicherheit auch am Sonntag für drei Punkte gut. Der Trainer blickte sogar schon weiter voraus und erinnerte an den Kantersieg gegen Dunajska Streda in der Vorsaison: "Diesem Spiel haben wir damals einen starken Herbst folgen lassen - es wäre toll, wenn uns das auch dieses Jahr gelingt und wir schon am Sonntag in der Liga gegen Sturm wieder anschreiben können."


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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