Die alte und neue Salzburger Fassungslosigkeit

Die alte und neue Salzburger Fassungslosigkeit Foto: © GEPA
 

Es soll einfach nicht sein.

Salzburg scheiterte auch im elften (!) Versuch in der RB-Ära, in die Gruppenphase der UEFA Champions League einzuziehen.

Dieses Mal wurde gar noch eine 2:0-Führung hergeschenkt. Roter Stern Belgrad reichten beim 7. Versuch 77 Sekunden, um auszugleichen und damit nun Teil der Königsklasse zu sein.

RBS-Kapitän Andreas Ulmer hielt nach dem Spiel mit gebrochener Stimme fest: "Wenn man in die Gesichter der Leute schaut und sieht, dass man sie enttäuscht hat, dann tut das richtig weh."

Vor allem die Art und Weise des Ausscheidens.

Die Frage nach dem Warum

Denn Salzburg war die klar bessere Mannschaft und führte mit zwei Toren. Und Salzburg schaffte es dennoch wieder nicht. Eine Erklärung dafür gab es nach der Partie nicht.

Trainer Marco Rose: "Ich habe noch keine. Es ist sehr bitter, tut auch richtig weh. Die Mannschaft hätte es sich mit der Leistung verdient gehabt und dennoch haben wir es nicht geschafft, weil wir zwei Gegentore bekommen haben, die wir auch selber zu verantworten haben. Wir hatten auch Chancen auf ein drittes, haben es nicht gemacht."

Seinen Schützlingen ging es nicht anders.

"Die Frage nach dem Warum brennt in meinem Kopf und schießt wie ein Pfeil tausend Mal hin und her. Wieso? Weshalb? Warum? Es lief so gut, trotzdem bist du am Ende wieder raus. Manchmal hat man das Gefühl, dass sich irgendetwas gegen uns verschworen hat", sagte etwa Reinhold Yabo.

Wieder nicht effizient genug

Der Offensivspieler musste im Gegensatz zum Hinspiel (0:0) zunächst auf der Bank Platz nehmen, weil sich Rose für Patson Daka in der Startelf entschied.

"Wir wollten einen Tempospieler neben Munas haben", erklärte Rose seine Überlegungen dahinter.

Nach dem Ausgleich von Roter Stern kamen Yabo (69.) und Prevljak (83.), zuletzt vierfacher Bundesliga-Torschütze, in die Partie. Beide konnten den Treffer zum Aufstieg nicht mehr erzielen.

Daka hatte vor der Pause zwei sehr gute Chancen auf Tore, doch brachte das Leder nicht im Gehäuse unter. Salzburg spielte gegen biedere Belgrader ein tolles Spiel, belohnte sich aber nicht.

"Wir haben bis auf die paar Minuten ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir haben viele Torchancen herausgespielt, hätten mehr daraus machen können", sprach Ulmer das Effizienz-Problem an.

Die Bilder aus dem dramatischen CL-Playoff-Rückspiel des FC Red Bull Salzburg gegen Roter Stern Belgrad:

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Zwei halbe Chancen reichten

Salzburg hatte genügend Chancen, um bereits vor der Pause die Partie zu entscheiden.

Yabo: "Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie aufgetreten ist. Man hat gemerkt, dass sie mit jeder Faser wollte. Wir haben auch einen guten Fußball gespielt. Dass es am Ende dann wieder so läuft, ist frustrierend, es tut weh, es ist brutal."

Salzburg traf zwei Mal - ein Mal kurz und einmal nach der Pause. Dennoch kam Roter Stern wieder zurück, auch weil richtig umgestellt wurde und Joker Milan Pavkov zwar nicht als Torschütze, aber als Unruheherd stach.

"Sie haben dann einen großen Stürmer (Pavkov, Anm.) gebracht, der ihnen gut getan hat. Wir haben es dennoch größtenteils gut verteidigt, hundertprozentige Chancen hatten sie nicht. Deswegen ist das sehr bitter und eine große Enttäuschung, weil wir bis auf ein paar Minuten eine super Partie gemacht haben", analysierte Ulmer.

Zusatz: "Man weiß, dass internationalen Gegnern eine halbe Torchance reicht, um zu treffen - das waren heute zwei halbe Chancen."

"Jetzt sind wir wieder die Blöden"

In diesen paar Minuten verlor Hannes Wolf am eigenen Sechzehner den Ball, wenige Momente später passte die Zuordnung beim hohen Ball nicht und die 9000 Roter-Stern-Fans waren aus dem Häuschen - am Ende stürmte ein Teil von ihnen auch den Platz.

Während die Serben jubelten, saßen die Salzburger fassungslos am Boden. Aber ist es am Ende des Tages nur Pech?

"Bei der Häufigkeit würden die meisten sagen, dass es nicht mehr mit Pech zu tun hat. Ich sage, jedes Spiel ist für sich zu bewerten. Man kann dieses auch nicht mit anderen vergleichen. Wir haben in der einen oder anderen Situation die falsche Entscheidung getroffen, die auf diesem Niveau international bestraft werden, in der Liga vielleicht nicht", sagte Yabo.

Am Ende hat es einfach wieder nicht gereicht.

"Natürlich sind wir jetzt wieder die Blöden, wie in den letzten Jahren", hielt Sportchef Christoph Freund auf "Sky" fest. Rose: "Klar wird jetzt ein bisschen was auf uns einprasseln, aber wir gehen weiter."

Und das in der Gruppenphase der Europa League.

Sollte Salzburg aber wieder Meister werden, würde man 2019 direkt in der Gruppenphase der UEFA Champions League einsteigen - sofern sich der CL-Champion auch via Liga für die Königsklasse qualifiziert.

Andernfalls müsste Salzburg im CL-Playoff ran - dort, wo es einfach nicht klappen will.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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