Ranking: Salzburgs fünf größte Spiele

Ranking: Salzburgs fünf größte Spiele Foto: © GEPA
 

Es wird kein "fucking Freundschaftsspiel", das (Di., ab 18:55 Uhr im LIVE-Ticker und bei DAZN) in der Red Bull Arena über die Bühne geht.

Viel mehr wartet auf den FC Salzburg im Finale um den Gruppenaufstieg in der Champions League der amtierende Titelträger FC Liverpool und damit das bis dato größte Spiel in der Klubhistorie.

Das Duell mit den "Reds" markiert den vorläufigen Höhepunkt der letzten fast 15 Jahren, in denen Salzburg seit dem Red-Bull-Einstieg 2005 in so manche denkwürdige Partie verwickelt war.

LAOLA1 hat die Top-5 der bisher größten Spiele des FC Salzburg auf internationaler Ebene aufbereitet und gerankt:

5. FC Salzburg vs. Paris Saint-Germain 2:0, 1. Dezember 2011

Salzburg-Aufstellung vs. PSG

Es zeigte sich schon früh, dass die Europa League wie für den FC Salzburg geschaffen ist. Bereits bei der erstmaligen Austragung des Bewerbs 2009/10 konnten sich die „Bullen“ in einer Gruppe mit Lazio Rom, Villarreal und Levski Sofia mit dem Punktemaximum durchsetzen, ehe sie im Sechzehntelfinale unglücklich an Standard Lüttich scheiterten. Keine dieser Partien war aber so denkwürdig wie jene Anfang Dezember 2011 in der Red Bull Arena gegen Paris Saint-Germain.

Nachdem die Mozartstädter nach vier Spieltagen nur vier Zähler auf dem Konto und auf den Zweiten PSG bereits drei Punkte Rückstand hatten sowie mit einem 1:3 aus der ersten Begegnung im Pariser Prinzenpark im Nachteil waren, rechnete keiner mehr mit einem Salzburger Aufstieg. Nur knapp über 8.000 Zuseher fanden an diesem kalten Donnerstag nach Wals-Siezenheim – und wurden mit einem kleinen Fußballwunder belohnt.

Die Gäste aus Paris, die in diesem Jahr erstmals von den katarischen Millionen profitierten und über 100 Millionen Euro am Transfermarkt ausgaben, unterschätzten die Salzburger maßlos, ließen unter anderem den damaligen Rekordtransfer Javier Pastore zuhause und verzichteten sogar auf das Abschlusstraining.

Salzburg, damals gecoacht von Ricardo Moniz, dominierte die Partie gegen die neureichen Franzosen und ging durch Jakob Jantscher schon nach 20 Minuten in Führung. Als alles nach einem netten Prestigeerfolg aussah, verlängerte Roman Wallner in der 94. Minute eine Jantscher-Ecke per Kopf. Dusan Svento bedankte sich im Rückraum mit einem unvergesslichen Volley-Traumtor, welches das direkte Duell mit den Parisern zugunsten der Mozartstädter entschied.

Mit einem "Au revoir, Paris" verabschiedete Angreifer Stefan Maierhofer den französischen Top-Klub damals über die Stadionsprecher aus der Red Bull Arena und Salzburg die Pariser einen Spieltag später mit einem 3:2 gegen Slovan Bratislava aus dem Bewerb. Für die "Bullen" selbst ging es im Sechzehntelfinale weiter, wo sie gegen Metalist Kharkiv mit einem 1:8 gesamt völlig chancenlos waren.

4. Ajax Amsterdam vs. FC Salzburg 0:3, 20. Februar 2014

Salzburg-Aufstellung vs. Ajax

Es dauerte zwei Saisonen und den Beginn der berühmt berüchtigten Rangnick-Ära, bis in Salzburg wieder europäischer Fußball der Spitzenklasse zu sehen war. Mit dem unter Roger Schmidt 2012 eingeführten spektakulären Pressingfußball marschierten die Mozartstädter in der Europa-League-Saison 2013/14 einmal mehr mit sechs Siegen aus sechs Spielen durch die Gruppenphase.

Im Sechzehntelfinale wurde den "Bullen" schließlich Ajax Amsterdam zugelost, das in der Champions League nur knapp als Dritter hinter dem FC Barcelona und dem AC Milan auf die Europa League umsteigen musste. Einmal mehr wurden den Salzburgern nicht allzu gute Chancen eingeräumt.

Nach 14 Minuten musste Ajax-Goalie Jasper Cillessen erstmals die Kugel aus dem Netz fischen, Jonatan Soriano hatte nach einem Foul an Alan vom Elferpunkt verwandelt. Die Amsterdamer ließen sich vom bis heute unerreichten Salzburger Extrem-Pressing völlig überrumpeln, bereits in der 21. Minute stellte Sadio Mane auf 2:0.

Endgültig unsterblich machte sich Jonatan Soriano dann in der 35. Minute: Der langjährige "Bullen"-Kapitän kam an der Mittelauflage an den Ball, wähnte Cillessen zu weit aus seinem Tor heraußen und versenkte die Kugel schließlich aus gut 50 Metern über den Amsterdamer Schlussmann hinweg zum 3:0. In der zweiten Halbzeit in Amsterdam ließen es die Salzburger schließlich gnädig angehen, eine Woche darauf schossen sie Ajax in der ausverkauften Red Bull Arena mit 3:1 ab.

Wer weiß, wie weit die Reise in dieser Europa-League-Saison für die Salzburger noch gehen hätte können, hätte der Gegner im Achtelfinale nicht FC Basel geheißen. Die Schweizer Spielweise bildete das genaue Gegenteil des Salzburger Offensivfußballs. Zuhause im St. Jakob-Park ermauerten sich die "Bebbi" ein 0:0. Nach einer spektakulären Anfangsphase in der Red Bull Arena eine Woche später gingen die Salzburger schnell durch Soriano in Front, Kevin Kampl und Mane vergaben Großchancen auf eine höhere Führung. Zudem agierten die Mozartstädter nach einer Roten Karte für Marek Suchy ab der 9. Minute in Überzahl.

Der Offensivzug der Salzburger konnte nur durch die mitgereisten Basler Fans gestoppt werden, die permanent Gegenstände aufs Feld warfen und so Schiedsrichter Manuel Gräfe nach 30 Minuten zu einer Unterbrechung des Spiels zwangen. Salzburgs Rhythmus war danach gebrochen, zwei Eckballtore von Marco Streller und Gaston Sauro in Hälfte zwei verwandelte eine bis auf den letzten Platz gefüllte Red Bull Arena in ein Tal der Tränen.

3. FC Salzburg vs. KRC Genk 6:2, 17. September 2019

Salzburg-Aufstellung vs. Genk

Im September dieses Jahres war es endlich so weit. Der FC Salzburg durfte sein allererstes Spiel in der Champions League bestreiten, nachdem er zuvor gleich elf Mal in der Qualifikation gescheitert war. Doch das Warten der Mozartstädter zahlte sich mehr als aus. Schon nach zwei Minuten versetzte Erling Haaland die aufgeladene Red Bull Arena in völlige Partystimmung, die noch weit bis nach dem Schlusspfiff anhalten sollte.

Noch zweimal Haaland, Hee-chan Hwang und Dominik Szoboszlai sorgten dafür, dass Salzburg in der allerersten Hälfte in der Champions League gleich fünf Mal anschreiben konnte. In Hälfte zwei traf schließlich auch noch Andreas Ulmer. Am Ende war es ein in der Höhe völlig verdienter 6:2-Sieg über den belgischen Meister, der bestätigte, dass Salzburg sowas von "Königsklassen"-reif war.

Auch wenn danach unter anderem mit unglücklichen Niederlagen auswärts gegen Liverpool und zuhause gegen Napoli nicht alles nach Plan lief, haben die Salzburger nach dem fünften Spieltag noch immer die Chance auf den Aufstieg ins Achtelfinale. Das Heimspiel gegen Liverpool wird zur bisher größten Aufgabe für die junge "Bullen"-Mannschaft überhaupt. Gelingt dem Team von Jesse Marsch tatsächlich der sensationelle Sieg gegen den aktuellen Champions-League-Sieger, gäbe es im Frühjahr bereits das nächste größte Spiel der Klub-Geschichte.

2. RB Leipzig vs. FC Salzburg 2:3, 20. September 2018

Salzburg-Aufstellung vs. Leipzig

Auch wenn die Partie in Leipzig am ersten Spieltag der vergangenen Europa-League-Saison vergleichsweise nicht von der allergrößten sportlichen Bedeutung war, war der ideologische Wert hinter dem völlig verdienten 3:2-Sieg über den Schwesternklub umso gewaltiger. Zum einen mussten sich die Salzburger nicht nur in den deutschen Medien oft Ausbildungsklub für RB Leipzig nennen lassen. Immer wieder wechselten die besten Spieler der Salzburger nach Sachsen, was auch zu Unmut unter den eigenen Fans geführt hatte.

Zum anderen fand die Partie in der Leipziger Red Bull Arena nur drei Wochen nach dem dramatischen Playoff-Aus der Mozartstädter gegen Roter Stern Belgrad statt, bei dem der Salzburger Champions-League-Traum zum bereits elften Mal geplatzt war.

Das Team von Marco Rose ließ sich von diesem Trauma aber überhaupt nicht beirren, spielte Leipzig auswärts in der ersten Halbzeit nahezu an die Wand und lag zur Pause durch Treffer von Munas Dabbur und Amadou Haidara bereits mit 2:0 in Front. Durch Tore von Ex-Salzburger Konrad Laimer und Yussuf Poulsen kamen die Sachsen in der Schlussphase aber doch noch zum Ausgleich und verhinderten so vermeintlich eine Blamage. Den Schlusspunkt setzten aber erneut die österreichischen Gäste. Fredrik Gulbrandsen vollendendete eine Traum-Kombination über Zlatko Junuzovic und Hannes Wolf zum 3:2-Endstand in der 89. Minute.

Auch das zweite Duell mit Leipzig konnten die Salzburger in dieser Kampagne für sich entscheiden, zum bereits dritten Mal gelang den "Bullen" eine perfekte Gruppenphase mit 18 von 18 möglichen Zählern. Im Sechzehntelfinale stellte Club Brügge nur im Auswärtsspiel ein Problem dar, gegen ein abgeklärtes Napoli war dieses Mal schon im Achtelfinale Schluss.

1. FC Salzburg vs. Olympique Marseille 2:1 n.V., 3. Mai 2018

Salzburg-Aufstellung vs. Marseille

In der Europa-League-Saison 2017/18 gäbe es so viele denkwürdige Matches, die alle in diesem Ranking eine Erwähnung verdient hätten. Da wäre das 2:2 bei Real Sociedad im Sechzehntelfinale, als die Salzburger eigentlich klar unterlegen waren, mit einer Willensleistung aber doch noch den Last-Minute-Ausgleichstreffer erzielen konnten und so den Grundstein für den Aufstieg ins Achtelfinale legten.

Dort gelang schließlich ein sensationeller 2:1-Auswärtssieg über Borussia Dortmund, damals von Peter Stöger gecoacht, der mit einem 0:0 eine Woche später in der Red Bull Arena vergoldet wurde. Am spektakulärsten wurde es schließlich im Viertelfinale, als die Salzburger beim 2:4 bei Lazio Rom schon nach dem Hinspiel vor dem Aus standen und der Halbfinaltraum beim Rückspiel zuhause beim Stand von 0:1 nach 55 Minuten bereits ausgeträumt war. Was danach folgte, ist bis heute legendär: Innerhalb von 20 Minuten stellten die "Bullen" die Partie völlig auf den Kopf, erzielten gleich vier Treffer, zogen mit einem Gesamtscore von 6:5 unter die letzten Vier ein und betraten damit die größte Fußball-Bühne bisher.

Nur Olympique Marseille stellte sich den "Bullen" auf dem Weg ins Finale noch entgegen. Im Angesicht der bereits geschlagenen Teams ein vermeintlich leichter Gegner, den die Salzburger in der Gruppenphase im Herbst zudem schon mit 1:0 besiegen konnten. Von der Mega-Kulisse in dem mit 64.000 Zusehern besetzten Stade Velodrome ließen sich die jungen Mozartstädter aber etwas einschüchtern, am Ende gab es gegen taktisch gut eingestellte Franzosen eine unglückliche 0:2-Niederlage im Hinspiel.

Im Lager der "Bullen" hegte man aber keine Zweifel daran, die Begegnung im Rückspiel noch zu drehen und tatsächlich stand es nach 90 Minuten 2:0 für den österreichischen Meister. Es ging in die Verlängerung, wo ein falsch gegebener Eckball und ein weggerutschter Marin Pongracic vier Minuten vor dem vermeintlichen Elfmeterschießen Verteidiger Rolando den entscheidenden Treffer zum 1:2 für Marseille ermöglichten. Salzburg bis heute größtes Spiel ging trotz eines Sieges verloren, am Dienstag würde ein 2:1 hingegen schon reichen.

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