UEFA-Konferenz: So geht es im Fußball weiter

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Die Corona-Pandemie hat Spuren im europäischen Fußball-Kalender hinterlassen. Alle nationalen Ligen - mit Ausnahme der weißrussischen - mussten pausieren, ihren Saisonstart verschieben oder den Spielbetrieb gänzlich einstellen, so der Fall in Frankreich, Belgien und Schottland.

Auch an Kontinental-Bewerbe und Länderspiele war nicht zu denken. Doch nun, wo der Fußball in Europa langsam wieder Fahrt aufnimmt, tagt auch das UEFA-Exekutiv-Komitee heute Mittwoch und morgen Donnerstag per Video-Konferenz. Bereits heute Nachmittag wird der slowenische UEFA-Präsident Aleksander Ceferin im Rahmen einer Online-Pressekonferenz die Erkenntnisse präsentieren.

Klub-Wettbewerbe

Die Kontinental-Bewerbe der Herren ruhen auf Klub-Ebene seit dem Hinspiel im Europa-League-Achtelfinale am 12. März. In der Champions League ist das Achtelfinale erst teilweise abgeschlossen. Zwar stehen Paris Saint-Germain, Atalanta Bergamo, Atletico Madrid und RB Leipzig bereits fix im Viertelfinale, bei den restlichen Duellen zwischen Real Madrid und Manchester City, Chelsea gegen Bayern München, Lyon vs. Juventus sowie Napoli - Barcelona fehlt jeweils das Rückspiel.

Eine Etage "darunter" stellt sich die Situation ähnlich dar, mit zwei Ausnahmen. Während in sechs Duellen, darunter auch LASK gegen Manchester United, die Hinspiele bereits absolviert wurden, stehen diese bei den italienisch-spanischen Paarungen noch aus.

Inter Mailand hätte Getafe empfangen sollen, der AS Rom wäre in Sevilla gefordert gewesen. Beide Spiele wurden aufgrund der prekären Lage in Italien abgesagt.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Der europäische Verband wird den weiteren Fahrplan für die beiden Wettkämpfe und wohl auch einen neuen Modus bekanntgeben. Die Champions- und Europa League sollen jeweils als Finalturniere an einem Ort über die Bühne gehen. Statt Hin- und Rückspiel soll es nur eine Partie in den K.o.-Duellen geben.

Laut Medienberichten soll bei Paarungen, in denen aktuell nur das Hinspiel stattgefunden hat, auch noch das Rückspiel bestritten werden. Danach soll auf ein Spiel pro Paarung umstellt werden. Der LASK verlor das Hinspiel im Europa-League-Achtelfinale gegen Manchester United daheim mit 0:5 und wartet mindestens genauso gespannt auf die Erkenntnisse wie die restliche Fußball-Welt.

Das Champions-League-Finale ist für Ende August vorgesehen.

Finalturniere geplant

Das Champions-League-Endspiel hätte in Istanbul stattfinden sollen, das geplante Finalturnier wird wohl aber an das andere Ende des Kontinents übersiedeln. Lissabon hat sich als Austrager in den vergangen Wochen in die Pole Position bringen können. Vergleichsweise niedrige Corona-Zahlen und die vorhandene Stadion-Infrastruktur untermauern diese Position.

Spiele könnten sowohl im Estadio Jose Alvalde von Sporting, Schauplatz des UEFA-Cup-Endspiels von 2005 als auch im Estadio da Luz von Benfica, wo bereits die Finalspiele der EURO 2004 und der Champions League 2014 über die Bühne gingen, stattfinden. Auch die spanische Hauptstadt Madrid brachte sich ins Spiel.

Das Europa-League-Finale wird aus dem polnischen Danzig abgezogen und wohl nach Deutschland verfrachtet. Als heißester Kandidat gilt Nordrhein-Westfalen, wo in Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Duisburg gespielt werden soll. Zur Debatte stand auch der Rhein-Main-Raum rund um Frankfurt, die erste Variante scheint aber wahrscheinlicher.

Österreich hofft auf fünf Europacup-Startplätze

Während in den nationalen Ligen um Titel und Europacup-Startplätze gerittert wird, steht noch gar nicht fest, in welcher Form die Qualifikationsrunden und Gruppenphase der Champions- bzw. Europa League 2020/21 über die Bühne gehen können. Auch dazu berät die UEFA am Mittwoch.

Und dabei ist auch speziell Österreich betroffen. Prinzipiell wäre der Meister im Champions-League-Playoff, der Vizemeister in der dritten Quali-Runde dabei. In der Europa League hätte der Liga-Dritte einen Fixplatz in der Gruppenphase, der Vierte und der Sieger des Playoffs müssten Qualifikation spielen.

Allerdings wird nun auch entschieden, ob das Teilnehmerfeld möglicherweise verkleinert wird und Vereine durch ausstehende Europacup-Erfahrungen Abschlagszahlungen erhalten. Denkbar wäre, dass es im Playoff zwischen dem Fünften der Meister-Gruppe und dem Quali-Gruppen-Sieger, nur mehr ums Geld geht - das berichtet die "Krone".

Der neugeschaffene dritte UEFA-Bewerb der Männer, aktuell nur als "UEFA Europa Conference League" bekannt, ist von der Corona-Pandemie nicht betroffen und wird auch am Mittwoch nicht behandelt. An der Austragung ab der Saison 2021/22 hält Europas Verband fest.

Viola Park wackelt

Auch die Champions League der Frauen wird auf der Agenda der UEFA stehen. Hierzu wird ebenfalls über den weiteren Saisonverlauf und die kommende Spielzeit beraten. Im Gegensatz zu den Männern, sind bei den Frauen alle Achtelfinal-Paarungen absolviert, die Viertelfinal-Hinspiele im März wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die verblieben Teams sollen ein Final-8-Tunier nach Vorbild der Herren-Bewerbe bestreiten. Fix scheint, dass das Finale nicht wie ursprünglich geplant in Wien stattfinden wird. Der Viola Park zu Favoriten hätte Bühne für das Endspiel sein sollen, stattdessen wandert das Finaltunier wohl nach Spanien ab.

Auch die Youth League, in der Österreich mit Red Bull Salzburg weiterhin vertreten ist, steht aktuell still. Das Achtelfinale wurde nur teilweise abgeschlossen, die Begegnungen zwischen Inter Mailand und Stade Rennes sowie Juventus gegen Real Madrid stehen noch aus.

In der Youth League werden die K.o.-Duelle in einem einzigen Spiel entschieden, die beiden Halbfinali und das Endspiel finden im Sportzentrum gegenüber des UEFA-Hauptquartiers im schweizerischen Nyon statt. Möglich erscheint, dass bereits die vier Viertelfinalspiele ebenfalls nach Nyon übersiedeln. Der Kontinental-Verband wird jedenfalls am Mittwoch über den weiteren Verlauf des aktuellen Bewerbs entscheiden, auf die kommende Saison aber noch nicht eingehen.

Bewerbe der Nationalmannschaften

Die Europameisterschaft 2020, die in diesen Tagen voll im Gange wäre, ist ebenfalls der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen und wurde auf 2021 verlegt. Die UEFA wird heute die Spielorte und den Spielplan der EM-Endrunde neu behandeln.

Das ÖFB-Team, das in Gruppe C in der Amsterdam Arena in den Niederlanden und im Nationalstadion von Bukarest in Rumänien gespielt hätte, darf sich über Planungssicherheit freuen. Beide Standorte haben der UEFA grünes Licht für das kommende Jahr gegeben.

UEFA-Präsident Ceferin hält eine Reduzierung der Gastgeberländer für die EM nicht ausgeschlossen. Einige Gastgeberstädte wie Bilbao im spanischen Baskenland hatten zuletzt Probleme geäußert, den neuen Termin gewährleisten zu können.

Indes muss auch noch die EM-Qualifikation abgeschlossen werden. 16 verbliebene Teams matchen sich in vier Pfaden um jeweils einen Startplatz an der Endrunde. Auch diesbezüglich soll es von der UEFA ein Update geben. Die Qualifikationsspiele hätten bereits Ende März über die Bühne gehen sollen.

Nach der Europameisterschaft geht es für die Nationalteams in der UEFA Nations League weiter. Dass der aktuelle Start-Termin Anfang September halten wird, scheint mehr als unwahrscheinlich. ÖFB-Teamchef Franco Foda rechnet mit einem Beginn im November.

Österreich trifft in Gruppe B1 auf Norwegen, Nordirland und dem potenziellen EM-Gegner Rumänien. Da die Nations-League-Platzierung auch Einfluss auf die Qualifikation zur WM 2022 in Katar hat, wird die UEFA auch das Auslosungs-Prozedere behandeln – allerdings erst am Donnerstag.

Ebenfalls aufs Tapet kommen die U21-Europameisterschaft der Männer, sowie die U17-EM der Frauen und die U19-EM der Männer. Erstere hätte im Sommer 2021 stattfinden sollen, wird aber wegen der Verschiebung der EURO ins kommende Jahr aber wohl erst 2022 stattfinden. Bei Junioren-Turnieren könnte es dann, ähnlich wie bei den Olympischen Spielen zu Diskussionen um die Altersregelung kommen.

Morgen Donnerstag wird die UEFA neben dem WM-Quali-Prozedere auch die Lizenzierungsbestimmungen der Klubs und das Financial Fair Play unter die Lupe nehmen. Ebenso werden Richtlinien zum Kopfball ausgearbeitet. Einige Verbände reglementieren das Köpfen von Kindern und Jugendlichen bereits, da eine Gefahr durch Kopf- und Gehirnverletzungen gegeben sei.

Textquelle: © LAOLA1.at

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