Ausschreitungen: Totti-Appell an Roma-Fans

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Vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League zwischen der AS Roma und dem FC Liverpool (Hin 2:5) am Mittwoch (20:45 Uhr im LIVE-Ticker) richtet Francesco Totti einen Appell an die Fans der Italiener.

Der Ex-Kapitän ruft nach den Ausschreitungen beim Hinspiel, bei denen ein Liverpool-Fan von Roma-Hooligans schwer verletzt wurde, auf der Klub-Homepage zur Vernunft auf. "Die Welt blickt nach Rom, und wir wollen uns von unserer besten Seite zeigen. Wir sind die Botschafter Roms und haben eine große Verantwortung in und außerhalb des Olympiastadions", wird Totti auf der Klub-Homepage zitiert.

Die Tifosi seien aufgerufen, die "Werte des Sports, der Gastfreundlichkeit und des Respekts für die Gegner" zu ehren.

"Es geht nicht um Leben und Tod"

Auch die römische Bürgermeisterin und ihr Kollege aus Liverpool haben in einer gemeinsamen Pressemitteilung an ein friedliches Miteinander appeliert. Roma-Präsident Jim Pallotta mahnt, es gehe bei den Spielen "nicht um Leben und Tod".

Die Sorgen um den 53-jährigen Liverpool-Fan, der bei den Ausschreitungen vor einer Woche schwer verletzt wurde, trüben die Vorfreude auf das Match. "Der Fußball und das Leben sind in diesem Fall zwei unterschiedliche Dinge", betont Roma-Sportdirektor Monchi. "Ich bin sehr katholisch, und ich bete für ihn und seine Familie."

Nun gelte es zu beweisen, dass Roma-Anhänger nicht gewalttätig seien. Liverpool-Fans wurden trotzdem gewarnt, nicht zu Fuß zum Stadion zu gehen und spezielle Shuttlebusse zu nehmen. Über 1000 Sicherheitskräfte sollen in der italienischen Hauptstadt zusätzlich für Sicherheit sorgen, außerdem soll ab Dienstagabend für 36 Stunden ein Verkaufsverbot von Alkohol im Stadtzentrum und rund um das Olympiastadion gelten.

Insgesamt werden rund 5000 Liverpool-Fans in Rom erwartet, 50 davon seien laut Polizei als "gefährlich" eingestuft.

Roma will "neuerliches Wunder" schaffen

Sportlich hofft die AS Roma auf die nächste Sensation in der Königsklasse. "Wir müssen daran glauben und mit dieser Mentalität, diesen Fans und dieser Leidenschaft ein neuerliches Wunder schaffen", erklärte Coach Eusebio Di Francesco, dessen Elf zuhause vor der Aufgabe steht, ein 2:5 aufzuholen.

Ähnliches war den Römern erst im Viertelfinale der aktuellen Saison gelungen. Nach einem 1:4 beim FC Barcelona, sicherte man sich mit einem Heim-3:0 noch den Aufstieg. Di Francesco macht sich freilich keine Illusionen. "Liverpool ist ein richtig gefährliches Team, das dir sofort wehtun kann, sobald du ihnen einen Zentimeter lässt", erklärte der 48-Jährige. Auch Sportdirektor Monchi warnte: "Liverpool zu schlagen ist schwieriger als Barcelona zu schlagen."

Sorgen bereitet den Römern ihr ehemaliger Stürmer Mohamed Salah, der jetzt in Liverpooler Diensten steht. "Sein Talent ist angeboren, und jetzt hat er ein unglaubliches Selbstvertrauen", sagte Roma-Torwart Alisson Becker in der "Gazzetta dello Sport" über den Ägypter, "aber wenn wir als Team spielen, können wir ihn stoppen." Im Hinspiel funktionierte das nicht.

Unruhe bei Liverpool

Liverpool hat jedenfalls beste Karten auf den ersten CL-Finaleinzug seit elf Jahren. "Wir haben die Basis dafür geschaffen, jetzt müssen wir es zu Ende bringen", sagte Klopp. Kurz vor dem Duell gab es anlässlich des Abgangs seines Co-Trainers Zeljko Buvac allerdings mediale Unruhe. Der Guardian nannte es eine "erhebliche Störung", die Zeitung Independent schrieb von "schrecklichem Timing".

Offiziell hieß es, der 56-jährige Buvac nehme "eine persönliche Auszeit bis zum Saisonende". Die britischen Medien spekulierten am Dienstag weiter über einen heftigen Streit zwischen den langjährigen Weggefährten. Allerdings sollen sich die beiden auch früher schon ab und zu heftig gestritten haben. Immer gab es eine Versöhnung. Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Rom blockt Klopp Fragen zu Buvac mit Verweis auf das Klub-Statement ab.

Stattdessen spricht der Deutsche lieber über das Spiel: "Wir wollen für unsere Träume kämpfen und unbedingt ins Finale. Nach dem 5:2 hatten viele das Gefühl, dass wir das Spiel verloren hätten. Aber Rom muss 3:0 gewinnen. Wir werden nicht in der Kabine bleiben. Wir wollen gewinnen. Für uns ist es eine große Möglichkeit", sagte Klopp.

Der Coach fordert einen mutigen Auftritt seiner Mannschaft. "Es geht darum, aktiv zu sein. Wir sind auch sehr schwer zu bespielen. Wir müssen mutig sein und nach vorne spielen. Wir können die Ausgangslage besser ausnutzen als Rom. Sie müssen immer mehr Risiko gehen. Das müssen wir ausnutzen", so Klopp. "Es ist noch nicht entschieden, das ist alles, was wir wissen. Wir müssen einfach bereit sein." Romas Comeback gegen Barcelona sei eine "Warnung".

Schöne Geste der Roma

Lobende Worte gibt es von Klopp auch für die geplante Geste der Roma. Die Spieler werden beim Aufwärmen ein Shirt mit einer Botschaft für den schwer verletzten Liverpool-Fan tragen.

"Das ist eine ganz tolle Geste. Der Klub hat schon sehr große Gesten gezeigt. Es treffen zwei Teams aufeinander, die es verdient haben. Es geht nicht um irgendeine Schlacht. Rom hat sich auch im Hinspiel gut präsentiert und ist immer drangeblieben. In diesen Momenten sollten alle Fußballfans zusammenhalten und gegenseitig Respekt zeigen", sagte Klopp.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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