Bayern nach klarem Sieg: Demut und harte Arbeit

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Der Champions-League-Abend hätte aus Sicht des FC Bayern München eigentlich nicht viel besser laufen können. Die Münchner fegten den FC Chelsea in London klar mit 3:0 vom Platz und gehen damit als großer Favorit in das Rückspiel am 18. März.

An der Londoner Stamford Bridge konnte sich der deutsche Rekordmeister vor allem auf drei Leute verlassen: Doppeltorschützen Serge Gnabry, der damit in seinen letzten zwei Spielen gegen Londoner Klubs nicht weniger als sechs Treffer erzielte, seinen Offensiv-Kollegen und Torschützen zum dritten Treffer Robert Lewandowski und Dauerläufer Alphonso Davies.

"Es war ein absolut verdientes 3:0, wir haben bis zum Ende Gas gegeben. Wir sind mit viel Selbstvertrauen angereist und haben uns viel vorgenommen", erklärt Thomas Müller nach dem Spiel gegenüber "Sky".

Immer wieder ist aus diesem Interview herauszuhören: Die Münchner sehen nach den vergangenen nicht mehr ganz so erfolgreichen Jahren nichts mehr als selbstverständlich an. Müller erklärt stellvertretend für die Mannschaft: "Wir fühlen uns gut, haben auch die nötige Demut, dass wir uns alles erarbeiten müssen. Wir sind nicht perfekt, deshalb müssen wir an uns weiterarbeiten."

Türöffner Gnabry

Und doch war an diesem Abend nahezu alles perfekt. In der Anfangsphase haben die Münchner noch die ein oder andere Chance hinnehmen müssen, die zweite Halbzeit verlief dann fast ausschließlich nur noch in der Hälfte der Londoner.

Gerade gegen einen seiner früheren Rivalen zeigte Serge Gnabry am Dienstag groß auf: Der Ex-Arsenal-Spieler sorgte mit einem Doppelpack binnen 13 Minuten, jeweils durch Assist von Robert Lewandowski, für die Vor-Entscheidung, Chelsea war danach stehend K.o. "Arsenal fragt sich bestimmt auch, wieso er jetzt in London wie am Schnürchen trifft. Ich bin froh, dass er es erst jetzt tut, sonst wäre er vielleicht gar nicht bei uns", erklärt Müller mit einem Schmunzeln.

Nimmt Davies Alaba die Position weg?

Sonderlob gibt es außerdem für den erst 19-jährigen Kanadier Alphonso Davies, der sich gefühlt die Seele aus dem Leib rannte. Immer wieder sprintete Davies an der linken Seite, normalerweise Einsatzgebiet von David Alaba, davon, sorgte genau auf diese Weise auch für die Vorarbeit zum 3:0-Treffer durch Robert Lewandowski, der damit an jedem Tor direkt beteiligt war.

"Der Junge ist gesegnet mit einem Körper und einem Sprint, das haben wir bei den Bayern so noch nicht gehabt. Was noch beeindruckender ist, ist, dass er im letzten Jahr taktisch noch sehr viel dazugelernt hat", hagelt es von Thomas Müller großes Lob.

ÖFB-Legionär Alaba fand sich wieder einmal in der Innenverteidigung wieder und absolvierte seine Aufgabe souverän, bei weiteren Glanz-Stunden von Davies könnte eine Zukunft Alabas auf der Position der Linksverteidigung bei den Münchnern zumindest angezweifelt werden. "Links hinten kann er (Davies, Anm.) uns am meisten helfen, da hat er Weltklasse-Leistungen gezeigt", beschreibt Müller.

David Alabas Zukunft ist so oder so ungewiss - der Vertrag des Österreichers läuft bis 2021, Stefan Effenberg äußerte sich bezüglich Alaba erst am Dienstag und erklärte: "Wenn Alaba Bayern verlassen möchte, sollte man ihn gehen lassen und festhalten, dass er eine richtig coole und sehr erfolgreiche Zeit bei Bayern hatte über mehr als zehn Jahre." (Hier nachlesen)

Flick immer fester im Sattel

Die Münchner haben sich mit der gezeigten Leistung gegen Chelsea jedenfalls mit Sicherheit wieder Respekt erspielt. Der Einzug ins Viertelfinale ist nur noch Formsache, auch wenn sich Coach Hansi Flick vorsichtig zeigt: "Wir haben den ersten Schritt gemacht, das zweite Spiel zuhause wollen wir natürlich genauso angehen." Wohin es für die Münchner in dieser Champions-League-Saison noch gehen kann, will Flick nicht mutmaßen: "Jetzt erstmal das Viertelfinale, schauen dass wir das erreichen und alles was danach kommt, step by step."

Fest steht: Unter Hansi Flick liefern die Bayern bisher ab, die letzte Pflichtspiel-Niederlage datiert vom 7. Dezember 2019, seither gab es elf Siege und nur ein Remis. Dass eine Vertragsverlängerung mit dem 55-Jährigen als immer wahrscheinlicher gilt, ist da nur logisch. Flick will sich dazu nicht äußern: "Das interessiert mich überhaupt nicht. Letztendlich geht es um die Mannschaft, dass sie Erfolg hat."

Demütige Aussagen also nicht nur von Thomas Müller, sondern auch vom Cheftrainer. Fakt ist: Mit Leistungen wie in den vergangenen Monaten ist eine Vertragsverlängerung mit Hansi Flick nahezu unumgänglich. Dafür war der klare Sieg gegen Chelsea ein weiteres Indiz.

Textquelle: © LAOLA1.at

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