Diese "Jungbullen" haben eine Zukunft im ÖFB-Team

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Der immense Einfluss des FC Red Bull Salzburg auf das österreichische Nationalteam ist mittlerweile nicht mehr zu leugnen.

Aktuell ist er sogar so groß, dass ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel nach der verpassten WM-Quali eine Grundsatzdiskussion vom Zaun brach, als er das österreichische Nationalteam in eine "spielerische" und in eine "Red-Bull-Ecke" unterteilte.

Tatsächlich standen bei der Playoff-Niederlage gegen Wales gleich sechs ehemalige Salzburg-Kicker in der Startelf. Stefan Lainer, Martin Hinteregger, Xaver Schlager, Nicolas Seiwald und Konrad Laimer wurden allesamt sogar in der Mozartstadt ausgebildet; Marcel Sabitzer verbrachte zwar nur eine Saison in Salzburg, war allerdings zusätzlich noch fünf Jahre beim "Schwesternverein" RB Leipzig engagiert.

Und auch in den diversen rot-weiß-roten Jugendnationalteams tummeln sich zahlreiche in der mittlerweile international renommierten Red-Bull-Akademie ausgebildete Nachwuchskicker.

Einige dieser "Jungbullen" sorgen momentan wieder einmal für große Furore: Wie 2017 erreichte die U19 des FC Red Bull Salzburg nämlich das Finale der UEFA Youth League, wo am Montag (18 Uhr im LIVE-Ticker) wie beim sensationellen Titelgewinn vor fünf Jahren erneut Benfica Lissabon wartet.

Besonders erfreulich aus österreichischer Sicht: Beim spektakulären Halbfinal-Aufstieg über Atletico Madrid standen gleich sieben Kicker mit rot-weiß-rotem Pass in der Mozartstädter Startelf, vier weitere wurden von Coach Rene Aufhauser eingetauscht.

Auch wenn nicht alle rot-weiß-roten Jungspunde im Salzburger Youth-League-Kader den Sprung in die ÖFB-Elf, oder überhaupt in den Profifußball schaffen werden, die Chance ist groß, dass zumindest einige von ihnen Fußball-Österreich noch sehr viel Freude bereiten werden.

LAOLA1 legt sich auf drei aktuelle Youth-League-Helden der Salzburger fest, die früher oder später im österreichischen A-Nationalteam aufschlagen werden:

Samson Baidoo

Samson Baidoo ist nur einer von zwei Spielern, die momentan einen Vertrag bis 2027 beim FC Red Bull Salzburg besitzen; kein "Bulle" ist länger an den Verein gebunden. Vorgelegt bekam der seit drei Wochen 18-Jährige das langfristige Arbeitspapier erst kürzlich, als Christoph Freund und Co. beschlossen, den Innenverteidiger mit Sommer in den Profikader der Mozartstädter hochzuziehen.

Verdient hat sich der bis 2018 beim GAK ausgebildete, gebürtige Grazer diese Beförderung dank seiner rasanten Entwicklung in den letzten Wochen und Monaten. Nachdem er erst im vergangenen Sommer zum FC Liefering aufrückte und dort zunächst nur Innenverteidiger Nummer drei war, erkämpfte er sich - auch durch die schwere Verletzung von Bryan Okoh begünstigt - langsam, aber sicher einen Stammplatz in der 2. Liga und im Youth-League-Team. Dort wurde er unter anderem durch einen Last-Minute-Treffer gegen die U19 des VfL Wolfsburg in der Gruppenphase zum umjubelten Helden.

Den Steirer mit ghanaischen Wurzeln zeichnet neben einer klassischen Innenverteidiger-Statur eine hohe Grundgeschwindigkeit, Zweikampfstärke und ein guter Spielaufbau aus. Nicht umsonst bezeichnet er mit Antonio Rüdiger und Dayot Upamecano zwei Spieler mit ähnlichen Attributen als große Vorbilder. Aktuell kickt der Baidoo in der von Hermann Stadler gecoachten ÖFB-U18.

Tolgahan Sahin

"Frech!" So lässt sich Tolgahan Sahin in einem Wort beschreiben. Der 17-Jährige wurde erst in der aktuellen Saison zum FC Liefering befördert und hatte dort bereits am zweiten Spieltag der 2. Liga seinen ersten großen Auftritt. Als damals noch 16-Jähriger wurde er von Rene Aufhauser ausgerechnet gegen Bundesliga-Absteiger SKN St. Pölten ins kalte Wasser geworfen – und überzeugte beim 2:1-Sieg Lieferings mit einer richtig abgezockten Leistung.

Mit seinem frechen Spielstil passt der gebürtige Oberösterreicher, der 2018 aus der Jugend des LASK Richtung Mozartstadt wechselte, perfekt ins Salzburger Pressingsystem. Zumeist wird Sahin als Staubsauger auf der Sechs aufgeboten, wo der "Terrier", wie er liebevoll bezeichnet wird, seine Stärken in der Balleroberung besonders gut ausspielen kann.

Sein Spielstil und sein eher gestauchter, kleingewachsener Körperbau erinnern frappant an einen gewissen Mo Camara – es wäre keine große Überraschung, würde Sahin bei einem Abgang des Maliers früher oder später dessen Rolle im Salzburger A-Kader übernehmen. In der Wintervorbereitung wurde er von Matthias Jaissle bereits einmal auf dieser Position getestet. Momentan besitzt Sahin allerdings keinen über den Sommer hinausgehenden Vertrag in der Mozartstadt.

Rotzfrech war auch das Tor des Linksfußes zum zwischenzeitlichen 4:0 im Youth-League-Halbfinale gegen Atletico Madrid. Zwar hatte Sahin etwas Glück, dass sein Weitschuss aus knapp 25 Metern abgefälscht wurde, dennoch wurde offensichtlich, wie ausgereift die Schusstechnik des jungen Sechsers bereits ist. In der Youth League ist Sahin – wenn fit – genau so wie in diversen ÖFB-Jugendnationalteams gesetzt. Zuletzt kickte er ebenfalls in der ÖFB-U18.

Dijon Kameri

Würde man in der Red Bull Akademie eine Blaupause für die Zehnerposition besitzen, sie würde exakt dem Profil von Dijon Kameri entsprechen. Der seit Kurzem 18-Jährige bringt alles mit, was ein offensiver Mittelfeldspieler in der Mozartstädter Raute können muss: Laufstärke, Technik und einen rechten Fuß mit viel Feingefühl. Der gebürtige Salzburger mit Wurzeln im Kosovo ist bereits seit seinem achten Lebensjahr beim Verein und durchlief alle Jugendmannschaften bei den "Bullen".

In der aktuellen Saison wurde der schlaksige Rechtsfuß gemeinsam mit Sahin und Baidoo in den Kader des FC Liefering aufgenommen, wo er problemlos einen Kaderplatz erobern konnte. Auch in der Youth League war Kameri mit Ausnahme einer kurzen Verletzungspause stets gesetzt und dabei eine der Schlüsselfiguren beim Erfolgslauf der "Jungbullen" bis ins Finale – unter anderem tritt er die meisten Standards.

Speziell beim Halbfinale gegen Atletico Madrid ließ er seine gesamte Klasse aufblitzen, als er die frühe Führung durch ein starkes Dribbling einleitete und nach einem Doppelpass mit Oumar Diakite mit einem Stangler auf Roko Simic vorbereitete. Sein bisheriges Karrierehighlight erlebte der Teenager im gleichen Spiel allerdings kurz vor der Pause, als er mit einem spektakulären Strahl ins Kreuzeck einen heißen Anwärter auf das Tor dieser Youth-League-Saison produzierte.

Kameri ist aufgrund seiner kosovarischen Wurzeln auch für das Nationalteam Kosovos spielberichtigt, allerdings durchlief er bisher alle Jugendmannschaften des ÖFB. Zuletzt führte er die U18 sogar als Kapitän aufs Feld.

Weitere verheißungsvolle ÖFB-Juwele

Baidoo, Sahin und Kameri sind nicht die einzigen jungen Österreicher aus dem aktuellen Kader der "Jungbullen", die das Potenzial zum Nationalspieler haben. Hier eine kleine Auswahl weiterer rot-weiß-roter Top-Talente im Salzburger U19-Kader:

Ganz oben auf dieser Liste würde Justin Omoregie (18) stehen - wenn er momentan nicht gerade verletzt wäre und deshalb für das Final Four der Youth League ausfällt. Der ÖFB-U19-Teamspieler rückt wie Baidoo im Sommer zu den großen "Bullen" auf und besitzt ebenfalls einen Vertrag bis 2027. Speziell seine Polyvalenz zeichnet den großgewachsenen Linskfuß aus; neben seiner Hauptposition im zentralen Mittelfeld kann er auch jene des Innen- bzw. Linksverteidigers und des Sechsers bekleiden.

Lukas Wallner (18) verfügt ebenfalls über großes Potenzial und einen besonders bei Innenverteidigern gerne gesehenen starken linken Fuß. Er wurde bereits Ende 2021 mit einem langfristigen Vertrag in Salzburg ausgestattet und könnte ebenfalls in der nächsten Saison die ersten Bundesliga-Einsätze bekommen. Die ÖFB-U19 führte er zuletzt als Kapitän sensationell zur EM 2022.

Der vielleicht mit dem größten fußballerischen Talent ausgestattete Kicker im aktuellen Youth-League-Kader der Salzburger ist Luka Reischl (18). Das Problem: Sein Potenzial konnte der Angreifer, der sich auch hinter den Spitzen wohlfühlt, seit seinem Aufstieg zum FC Liefering vor zwei Jahren noch zu selten zeigen; auch in der Youth League war er in dieser Saison nicht immer erste Wahl. In den letzten Wochen zeigte der Formpfeil mit einem Tor in der Youth League gegen Paris Saint-Germain und einem sehenswerten Fersen-Assist in der 2. Liga aber klar nach oben.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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