"Maschine" Haaland: Irre CL-Statistik

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Was für ein Befreiungsschlag für Borussia Dortmund!

Der BVB setzt sich im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League auswärts beim FC Sevilla mit 3:2 durch (Spielbericht >>>) und lässt die Krise in der deutschen Bundesliga kurzfristig hinter sich.

"Wir wollen immer unser wahres Gesicht zeigen, aber wir sind alle nur Menschen", war Kapitän Marco Reus nach dem Schlusspfiff bei "Sky" erleichtert. "Nur Menschen"? Zumindest bei einem fällt dieser Vergleich aufgrund irrer Statistiken schwer.

Denn Ex-Salzburg-Stürmer Erling Haaland ist in der Königsklasse weiterhin eine "Maschine". In seinem 13. Einsatz in diesem Bewerb erzielte er mit seinem Doppelpack die Treffer 17 und 18 in der Champions League - unfassbar. In dieser Saison hält er als Top-Torschütze bei acht Volltreffern, alle 52 Minuten zappelt der Ball bei ihm im Netz, zudem ist er der jüngste Spieler, der jemals diese Werte erreicht hat.

In Haaland-Manier beantwortete der 20-jährige Youngster die Frage, warum dieser Bewerb ihm so besonders liegt. "Ich weiß es nicht, um ehrlich zu sein. Es sind super Spiele, es ist diese Hymne, es sind Abendspiele - ich mag das einfach. Es war eine großartige Nacht!"

Dabei kam er diesmal in einer Sonderrolle zum Einsatz.

"Sonderrolle" für Haaland machte sich bezahlt

Denn Trainer Edin Terzic verrät, dass der norwegische Superstar diesmal anders eingesetzt wurde, um gezielt Angriffe gegen Sevillas Abwehrreihe zu starten.

"Wir haben Erling diesmal eine Sonderrolle gegeben. Wir wollten ihn hinter dem Ball haben, er sollte nicht aktiv ins Pressing gehen, weil dann ein hohes Risiko besteht, wenn er die Abwehr andribbelt. Wir wollten ihn mit einem Kontakt hinter die Abwehr schicken. Das hat er toll gemacht und sich belohnt. Die Wege, die er für uns gemacht hat, waren großartig", lobt der Chefcoach, der ab Sommer wieder ins zweite Glied rückt und dem Verein als Co-Trainer von Marco Rose erhalten bleibt.

"Klar, das macht Haaland richtig gut", lobte auch Reus den Doppelpack-Schützen, der auch den Assist zum dritten Tor lieferte. Trotzdem wollte er die mannschaftliche Geschlossenheit, die zuletzt oft vermisst wurde, hervorstreichen. "In der ersten Halbzeit kannst du keinen richtig rausheben. Wir haben als Team sehr gut zusammengearbeitet, das hatten wir uns vorgenommen. Das hat sehr gut geklappt."

Auf die drei Tore in Sevilla kann sich Dortmund durchaus etwas einbilden. 726 Minuten am Stück blieben die Andalusier im Vorfeld dieser Partie ohne Gegentreffer, der BVB schenkte den Spaniern gleich einmal in 45 Minuten drei Tore ein.

Haalands gutes Gefühl, weil alle im Kopf bereit waren

Bezugnehmend auf die Krise meinte Reus: "Am besten kommst du da raus, wenn du aggressiv bist, anfängst zu fighten. Das haben wir gemacht und dadurch mehr Selbstvertrauen bekommen. Dadurch sieht man dann auch unsere spielerische Klasse und Qualität, aber wir belohnen uns meistens nur eine Halbzeit oder 60 Minuten."

Denn alle waren sich einig, dass in den zweiten 45 Minuten ein Abfall stattfand. "Das 2:3 war sehr bitter", so der Kapitän. Elfmeter-Alarm in der Schlussphase hätte die Partie fast kippen lassen, auch weil Sevilla auf Fünferkette umgestellt hatte. "Wir sind nach frühem Rückstand ruhig geblieben, haben unseren Plan verfolgt, das war eine sehr gute Leistung. Das haben wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr geschafft, hatten zu viele Ballverluste, die Ordnung verloren, sie haben umgestellt auf Fünferkette und wir hatten Probleme beim Anlaufen. Da müssen wir als Team schneller reagieren, um zu wissen, was sie tun. Aber ich bin zufrieden, dass wir gewonnen haben."

Haaland streicht das gute Gefühl hervor, dass er vor allem in der ersten Halbzeit hatte, "da alle im Kopf bereit waren". Das müsse in Zukunft wieder öfter der Fall sein.

Denn schon am Samstag wartet das Revierderby beim abgeschlagenen Schlusslicht Schalke, auch im Rückspiel gegen Sevilla am 9. März wird es dann noch einmal eng. "Da steht noch viel Arbeit an", weiß auch Trainer Terzic. Wenn Haaland aber wieder seine CL-Form abruft, kann wenig schiefgehen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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