Als Salzburg letztmals Champions League spielte

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25 Jahre ist es mittlerweile her, als zuletzt eine Salzburger Mannschaft die UEFA Champions League aufmischte:

In der Saison 1994/95 glänzte Austria Salzburg in einer harten Gruppe mit Ajax Amsterdam, AC Milan und AEK Athen und verpasste den Aufstieg in die K.o.-Runde nur aufgrund einer knappen Niederlage am letzten Spieltag gegen die Mailänder.

Am Dienstag, also genau 9050 Tage später, geht mit dem FC Salzburg endlich wieder ein Team aus der Mozartstadt in der Königsklasse an den Start (21 Uhr im LIVE-Ticker).

LAOLA1 hat drei der ehemaligen Salzburger Helden getroffen und mit ihnen über die Champions League damals und heute gesprochen.

„Gefühl, das uns alle geprägt hat“

Heimo Pfeifenberger etwa, der damals alle sechs Gruppenspiele zur Gänze absolvierte, bekommt heute noch glänzende Augen, wenn er auf das 25-jährige Jubiläum seines CL-Auftritts angesprochen wird:

"Einerseits ist es ganz weit weg, andererseits ist es doch noch immer sehr präsent und sehr nah. Es ist noch immer ein super Gefühl, weil es uns alle sehr geprägt hat."

Heimo Pfeifenberger

„Einerseits ist es ganz weit weg, andererseits ist es doch noch immer sehr präsent und sehr nah. Es ist noch immer ein super Gefühl, weil es uns alle sehr geprägt hat. Zusammen mit sehr vielen Menschen – mit den Fans, Journalisten, Medien und der ganzen Mannschaft.“

Momente, wie als im entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen AC Milan das Wiener Ernst-Happel-Stadion bis zum letzten Platz gefüllt wurde und die Salzburger ganz Fußball-Österreich mit sich rissen, bleiben für Pfeifenberger unvergessen.

Der aktuell vereinslose ehemalige Bundesliga-Coach führt aus: „Es hat uns natürlich in unserer Persönlichkeit irrsinnig gestärkt. Wir haben sehr viele Menschen begeistert. Es hat sich in dieser Generation sehr in die Köpfe geprägt. Es ist nach wie vor ein sehr präsentes Thema.“

Vergangenheit Austria, Gegenwart Red Bull

Ähnlich sieht es auch Otto Konrad. „Grundsätzlich denke ich gerne zurück. Wenn ich darauf angesprochen werde, gebe ich gerne eine Antwort“, erklärt der ehemalige Goalie, der nur 30 Minuten in der Königsklasse verpasste, nachdem er beim Auswärtsspiel beim AC Milan von italienischen Ultras mit einer Wasserflasche beworfen wurde und ausgewechselt werden musste.

Zu sehr in der Vergangenheit will der heute 54-Jährige aber nicht leben: „Aber es ist für mich persönlich ein Teil meiner Geschichte. Es ist ein Packerl, das irgendwo im Archiv liegt, und das packe ich nur aus, wenn ich darauf angesprochen werde. Aber das ist Geschichte und sollte das auch bleiben.“

Deutlich aktueller ist das Spiel des FC Salzburg gegen den KRC Genk am Dienstag, das gleichbedeutend mit der Champions-League-Premiere der „Bullen“ ist.

Elf Mal versuchten die Salzburger über die Qualifikation den Weg in die „Königsklasse“ zu nehmen - elf Mal scheiterten sie. Über zahlreiche erfolgreiche Auftritte in der Europa League konnten die Mozartstädter unter kräftiger Mithilfe einiger anderer Bundesliga-Klubs Österreich am Ende der Saison 2017/18 schließlich auf Platz elf der UEFA 5-Jahreswertung hieven, der ein Fixticket in der Champions League wert ist.

Hütter mit besten Wünschen für Salzburg

„Es freut mich, dass Salzburg nach so vielen Jahren es erstmals geschafft haben, in die Champions League zu kommen. Sie haben es sich redlich verdient, weil sie unheimlich viele Punkte in der Europa League gesammelt haben. Deswegen haben sie sich den CL-Einzug eigentlich selbst erarbeitet“, blickt Adi Hütter mit Genugtuung auf sein Ex-Team, mit dem er selbst 2014 in der Qualifikation scheiterte.

Adi Hütter (r.) jubelte einst mit Pfeifenberger
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Für den Star-Coach gibt es nach seinem nicht ganz reibungslosen Abgang aus der Mozartstadt 2015 keine negativen Gefühle, ganz im Gegenteil: „Es freut mich speziell für den Verein, für Sportdirektor Christoph Freund und einige Spieler, mit denen ich noch zusammengearbeitet habe. Ich wünsche ihnen unglaublich viel Erfolg. Es wird nicht einfach, aber Salzburg ist, wenn sie eine gute Gruppe erwischen (Gespräch hat vor der Auslosung stattgefunden, Anm.), in der Lage auch weiterzukommen.“

Dass es mit dem FC Liverpool, dem SSC Napoli und dem KRC Genk am Ende eine attraktive, aber durchaus machbare Gruppe gespielt hat, macht einen möglichen Aufstieg nicht wirklich unrealistischer. Vor allem da die Salzburger bisher eine herausragende Saison spielen und den sommerlichen Umbruch mit Bravour gemeistert haben.

Salzburger „Kinderüberraschung“

„Ich würde sagen, das wird eine 'Kinderüberraschung' – im positiven Sinn. Es ist viel möglich. Wir wissen, dass RB in Salzburg hervorragende Arbeit leistet. Aber mit dem neuen Trainer und mit einer teilweise sehr verjüngten Mannschaft wird es natürlich eine riesengroße Herausforderung. RBS hat uns schon sehr oft überrascht und ich schließe es nicht aus, dass uns der FC Salzburg auch in der Champions League überraschen wird“, traut etwa Otto Konrad der jungen „Bullen“-Mannschaft trotz allem einiges zu.

Während der „Star“ der Mannschaft vor 25 Jahren mit Trainer Otto Baric ein damals 61-Jähriger war, sind es mit Akteuren wie Dominik Szoboszlai oder Erling Braut Haaland heute zum Teil Teenager.

„Man hat es bei den ersten Spielen in der Meisterschaft bereits gesehen, dass sie eine sehr gute, junge Mannschaft mit einigen Routiniers haben. Ich glaube, sie können sehr wohl überraschen – gegen jeden Gegner“, glaubt Heimo Pfeifenberger aber an die richtige Mischung im Kader der Salzburger.

Situation damals und heute „nicht zu vergleichen“

Dass die damalige Austria Salzburg und den heutigen FC Salzburg ansonsten aber nur mehr sehr wenig verbindet, liegt auf der Hand. Die Diskussionen um die Klubübernahme von vor 14 Jahren hallen bis heute nach, viele damalige Salzburg-Fans sind es heute nicht mehr.

Das weiß auch Otto Konrad: „Man kann die Situation heute überhaupt nicht mit damals vergleichen. Der Fußball an sich hat sich verändert, die Gesellschaft hat sich verändert und man hat vereinsintern die Ziele geändert. Die Art und Weise wie bei Red Bull gearbeitet wird – sehr erfolgreich gearbeitet wird – kann man mit der Arbeit damals überhaupt nicht vergleichen.“

Auch Heimo Pfeifenberger sieht nur wenig Gemeinsamkeiten: „Für die damalige Zeit war es ganz was Großes, in der Champions League zu spielen, da hat es sie auch noch nicht so lange gegeben. Natürlich wird es auch jetzt für Red Bull ganz was Großes, in der Königsklasse zu spielen. Die Dimensionen sind halt in allen Belangen viel größer geworden.“

Textquelle: © LAOLA1.at

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