Jegliche Zweifel am Spielausgang erstickte Samuel Adeniran in der 48. Minute im Keim. Der US-Stürmer hämmerte zum 4:0 ein – die Entscheidung. Im Anschluss vergab der LASK noch Chancen auf weitere Tore.
"Wenn ich ein Haar in der Suppe suche, dann, dass wir vielleicht noch höher gewinnen können", spricht Kühbauer die vergebenen Möglichkeiten an.
Denn sein Team war über die volle Distanz die klar bessere. "Es war heute schon ein Riesenunterschied zwischen den beiden Mannschaften - Hut ab vor meiner Mannschaft", merkt der LASK-Coach an.
"Weil wenn wir den machen, dann wird wieder viel herumgeschrieben. Von dem her: Gott sei Dank war es nur ein 4:0.
Kapitän Sascha Horvath spricht am "ORF“-Mikro die vergebenen Chancen an: "Klar, wir hätten mehr Tore schießen können."
Im selben Atemzug betont er, dass die Spieler am Boden bleiben wollen – auch im Hinblick auf die verpasste Möglichkeit, den alleinigen höchsten CL-Sieg eines österreichischen Klubs zu schaffen. "Weil wenn wir den machen, dann wird wieder viel herumgeschrieben. Von dem her: Gott sei Dank war es nur ein 4:0", sagt Horvath schmunzelnd.
Der richtige Ansatz
‚Nur‘ ein 4:0, das mit einer Startelf erreicht wurde, die für den ein oder anderen im Vorfeld womöglich etwas überraschend gekommen ist. Ohne Kalajdzic oder Lang, dafür mit Usor und Adeniran vorne sowie Bogarde als Staubsauger und Verteiler auf der Sechs.
Kühbauer meint zu seiner Startformation in gewohnter Manier: "Es ist überraschend, dass ich mir gelegentlich schon etwas dabei denke.“
Was er sich gedacht hat? "Dass Slovan in der Champions League gezeigt hat, dass sie hinten richtige Probleme haben. Das war heute nicht anders, muss man ehrlich sagen.“
Aus diesem Grund habe er sich bewusst für die schnelle Variante im Angriff entschieden. "Speed ist gegen eine Abwehr, die im Moment nicht so verteidigen kann, sicherlich nicht die schlechteste Waffe.“
Kühbauer mit großem Respekt vor seinem Gegenüber
Eine besondere Waffe war in der Vergangenheit ohne Zweifel Slovan-Cheftrainer Yaya Toure. Der Ivorer gehörte zu den besten Mittelfeldspielern der Welt, gewann als Aktiver den Afrika-Cup, die Champions League und zahlreiche Meisterschaften.
Nach der Partie unterhielten sich Kühbauer und Toure für wenige Momente. Worüber denn?
"Wenn du klar gewinnst, da will ich ihn nicht auf seine Mannschaft ansprechen“, erzählt Kühbauer, der für den Spieler Yaya Toure aber einige wertschätzende Worte verlor:
"Er war ein großer, großer Spieler. Und ich glaube, in seiner Mannschaft wäre Yaya Toure heute nicht unwichtig gewesen. Aber ich denke, der Mann verdient sich Respekt.“
Vor dem BVB und Manchester United
Respekt hat sich der LASK nicht nur für die drei Punkte, sondern für die gesamtheitliche Performance in dieser Champions-League-Ligaphase verdient.
Nach vier Runden sind die Linzer mit sechs Punkten 15. - und damit auch vor (einstigen) europäischen Top-Klubs wie Manchester United, Borussia Dortmund und Atletico Madrid.
"Ja, das heißt schon was", meint der darauf angesprochene Robert Ljubicic.
Wohin kann es gehen?
Stand jetzt würde es der LASK also in die Playoffs schaffen. Mit Spekulationen über Zukunftszenarien kann Kühbauer aber wenig anfangen.
Dennoch hält er fest, dass seine Mannschaft zuletzt "wirklich gute Spiele gemacht" und "die sechs Punkte" geholt hat.
Vier Spiele - gegen Bodö/Glimt, Fenerbahce, Real Madrid und Porto - stehen noch an.
Kühbauer spricht über die beiden Szenarien: "Wir werden alles daran setzen, dass man nach der Ligaphase ein Fazit zieht und sagt: Sind wir dabei beim Kuchen oder waren wir dabei und haben es nicht so schlecht gemacht? Und das Erste wäre mir lieber."