WAC: "Müssen wir uns selber zuschreiben"

 

0:1, 0:2, 0:3... 1:3, 2:3, 3:3.

Der Wolfsberger AC erlebt am Samstag einen Fußballabend der bittersten Art und Weise. Trotz einer komfortablen 3:0-Führung auswärts bei der SV Ried reichte es für die Lavanttaler letzten Endes nur für einen Punkt (Spielbericht >>>).

"Wir sind alle relativ sprachlos in der Kabine gewesen", erklärt WAC-Cheftrainer Robin Dutt kurz nach dem Spiel vor dem "Sky"-Mikrofon. "Ich habe noch nichts gesagt. Ich glaube, da braucht es nicht meine Worte. Die wissen natürlich schon selber, dass das ganz bitter war."

Kurz vor Schlusspfiff, in der vierten Minute der Nachspielzeit, köpfte Julian Wießmeier zum 3:3 für die SV Ried ein und "klaute" dem WAC somit noch den sicher geglaubten Sieg.

Liendl: "Es schmerzt unheimlich"

"Das darf natürlich so nie sein", meint Robin Dutt. "Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, haben uns einen gewissen Matchplan vorgenommen, den die Mannschaft auch richtig gut umgesetzt hat. Dass du dir die Butter vom Brot nehmen lässt, darf nicht sein. Wir haben uns da nicht gut angestellt."

"Es schmerzt unheimlich", zeigt sich Michael Liendl enttäuscht. "Kompliment an Ried. Die haben zweite Halbzeit alles in die Waagschale geworfen, haben sich den Punkt wahrscheinlich auch irgendwie verdient, aber das müssen wir uns schon auch selber zuschreiben. Du darfst ein 3:0 niemals hergeben."

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

"Vielleicht waren wir zu sicher", versucht Liendl Erklärungen für den späten Kollaps zu finden. "Wir haben souverän gewirkt bis auf die letzten 20, 30 Minuten. Wir waren einfach zu naiv."

"Wir müssen den einen oder anderen Konter besser ausspielen, das haben wir nicht geschafft. Deshalb sind wir ganz klar selber schuld. Das schmerzt schon unglaublich, weil wir recht souverän aufgetreten sind. Wenn du auswärts 3:0 in Führung gehst, sollte eigentlich nichts mehr anbrennen", sucht Liendl die Schuld in den eigenen Reihen.

Dutt: "Spiel zeigt unsere ganze Bandbreite"

Auch Robin Dutt versucht sich im Suchen nach Erklärungen, findet aber keine. "Ich glaube, die ganz einfachen Erklärungen gibt es in solchen Situationen nicht", sagt der Deutsche.

"Natürlich ist der Startschuss da mit dem Anschlusstreffer nach dem 3:0. Danach ist jeder von Ried mutig einen Schritt nach vorne gerückt. Wir hatten auf einmal was zu verlieren. Anstatt den Gegner laufen zu lassen, lassen wir uns hinten rein drücken. Dann geht es so aus, wie es heute ausgeht, was für uns, vor allem nach der ersten Stunde, sehr bitter ist", so Dutt.

Die defensiven Probleme des Wolfsberger AC gehen also in die nächste Runde. Seit dem Amtsantritt von Robin Dutt ist die Abwehr die Baustelle Nummer eins im Lavanttal. "Das Spiel heute zeigt unsere komplette Bandbreite, in der Offensive sind wir viel weiter als in der Defensive", sagt der Cheftrainer.

"Unsere Offensive ist eigentlich unsere beste Defensvie, wenn die läuft und wir mutig mit Gegenpressing spielen, dann macht der Gegner Fehler. Das ist unser Spiel, das gefällt uns. In die andere Richtung wird aber auch Fußball gespielt. Der Prozess scheint deutlich länger zu gehen", erklärt Dutt.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..