Endstand
2:0
1:0 , 1:0
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WAC: "Würde mir wünschen, dass in der Kabine mal gefetzt wird"

Beim Wolfsberger AC brennt nach der Niederlage beim GAK der Hut. Bei manchen im Team soll der Einsatzwillen fehlen.

WAC: "Würde mir wünschen, dass in der Kabine mal gefetzt wird" Foto: © GEPA

Letztes Jahr noch Cupsieger, um einen Hauch hätte man sogar den Meistertitel gewonnen!

Zehn Monate später offenbaren sich beim WAC große Probleme. Man hat Glück, dass es bei Blau-Weiß Linz im Moment auch so gar nicht läuft, ansonsten wäre man akut abstiegsgefährdet.

In den letzten zwölf Spielen setzte es neun Niederlagen, der letzte Sieg gelang Anfang Dezember. Neuer negativer Höhepunkt war die 0:2-Niederlage beim GAK, in der die Mannschaft über weite Strecken das schlechtere Team war.

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30 Minuten reichen nicht

Dabei sah WAC-Trainer Ismail Atalan bis zum 1:0 ein eher chancenarmes Spiel auf beiden Seiten, wie er im "Sky"-Interview meinte: "Und dann muss man sagen, waren das brutal schlechte 25 Minuten von uns bis zur Halbzeit, wo wir keine Gegenwehr hatten."

Nach der Pause zeigten sich die Wolfsberger zunächst verbessert, hatten auch einige Chancen, die beste parierte GAK-Torhüter Franz Stolz nach einem Schuss des eingewechselten Jessic Ngankam.

"Ich glaube, wenn wir 90 Minuten so gespielt hätten wie bis zum 2:0, dann wäre es vielleicht anders geworden. Aber das Spiel dauert 90 Minuten, nicht nur 30", war sich Atalan bewusst.

Mangelnde Motivation

Der Coach glaubt, dass sich einige in der Mannschaft der Situation noch nicht bewusst seien. "Einsatz ist nicht verhandelbar. Im Endeffekt sind wir als Trainer nur Motivationshelfer. Wir sind ja keine Motivatoren. Ein Spieler muss von sich aus eine intrinsische Motivation haben, um auf den Platz zu gehen. Und egal um was es geht, auch gewinnen zu wollen."

Dieses Gefühl habe ihm an diesem Nachmittag zum Teil gefehlt. "Manchmal würde ich mir wünschen, dass in der Kabine bei uns mal gefetzt wird. Es ist totale Stille, es sind alle sehr enttäuscht. Wir haben vor dem Spiel gesagt, es ist wichtig zu akzeptieren, dass wir so eine Phase haben. Ich glaube, damit tun sie sich immer noch schwer."

"Geht um den Abstiegskampf"

Dass es nun beim WAC zu einer Trainerdiskussion kommen könnte, ist Atalan bewusst. "Es ist ja mittlerweile ziemlich einfach geworden, wenn man mal Spiele verliert. Es geht ja immer nur darum, sobald man zwei Spiele verliert, gibt es mal einen neuen Trainer."

Aber: "Es geht um Fußballspielen, dass man auf den Platz geht und ein Spiel gewinnen will. Wenn ein Trainer der Grund ist, ein Spiel nicht zu gewinnen, dann weiß ich nicht, ob man das überhaupt will. Wenn man auf den Platz geht und den grünen Rasen sieht und 5000 Zuschauer, die Eintritt bezahlt haben, um die Spiele zu sehen, dann will man das Spiel gewinnen."

Nicolas Wimmer schlug in dieselbe Kerbe: "Wir haben keine Leidenschaft, wir haben keine Einsatzbereitschaft, ein paar Spieler bei uns geben einfach zu wenig Gas. Sie begreifen nicht, um was es jetzt geht, um Abstiegskampf und nicht dass wir locker und lässig Siebenter werden."

Er wisse nicht, warum die Mannschaft noch immer so locker mit der Situation umgehe, jetzt sei Kampfgeist gefragt.

GAK will Schwung mitnehmen

Ganz anders war die Stimmung natürlich beim GAK. Trainer Ferdinand Feldhofer zeigte sich erfreut, wie seine Mannschaft die Situation angenommen und wie cool sie agiert habe. "Wir haben uns über die ganze Spielzeit den Sieg wirklich verdient, haben hochkarätige Chancen und viele Standardsituationen kreiert, deshalb bin ich sehr stolz auf die Burschen."

Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf Schlusslicht Blau-Weiß Linz nun. Ein doch etwas beruhigender Polster. Dennoch gäbe es keinen Grund zum Abheben. "Wir haben gewonnen, das ist schön, aber wir müssen jetzt wirklich von Spiel zu Spiel schauen. Nächste Woche kann es schon wieder ganz anders ausschauen, und nach der Länderspielpause ist das direkte Duell gegen Blau-Weiß."

Man schaue nur auf sich selbst, und darauf, schnellstmöglich die nötigen Punkte zu machen. "Seit Ende des Herbstes haben wir begonnen, eine Mannschaft zu sein, und das sieht man jetzt immer mehr."

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