SVM: Neustart unter den Pappeln

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"Ich bin vor ein paar Wochen privat hier bei der Generali Arena vorbeigefahren und habe mir gedacht: 'Ob ich da wohl bald mal drinnen stehe?'"

Klaus Schmidt war nach seiner Premiere als Trainer des SV Mattersburg irgendwie auch froh. Froh, zurück zu sein, wieder im Geschäft nach dem Aus in Altach mit Ende der vorigen Saison.

Dass das Geschäft aber eben ist, wie es ist, musste er beim 1:2 der Burgenländer im Auswärtsspiel gegen die Wiener Austria (Spielbericht >>>) auch feststellen.

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"Vom feinsten wäre es gewesen, wenn wir da etwas im Bus mit nach Hause nehmen hätten können. Es ist schön, wieder dabei zu sein, es ist aber auch gnadenlos, hier zu sitzen und ein 1:2 kommentieren zu müssen", sagt der Steirer.

Es war der erste Auftritt des SVM nach dem kompletten Umbruch. Peu à peu hatte Klub-Boss Martin Pucher die gesamte sportliche Leitung umgekrempelt. Zunächst musste Co-Trainer Renato Gligoroski gehen, dann war auch für Trainer Gerald Baumgartner und Sportdirektor Franz Lederer die Zeit unter den Pappeln abgelaufen.

Robert Almer, erst im Sommer als neuer Tormann-Trainer zum Verein gekommen, wurde neuer Sportdirektor, bald darauf folgte Schmidt als neuer Coach.

"Eigentlich hätten wir Spieler den Kopf hinhalten müssen"

Markus Kuster

"Leider ist es sportlich nicht so gelaufen. Dann ist der Trainer leider das schwächste Glied, obwohl eigentlich eher wir Spieler den Kopf hinhalten hätten müssen", sagt Goalie Markus Kuster auf die turbulenten Zeiten in Mattersburg angesprochen.

Beim Aufwärmen wird der Keeper immer noch von Almer eingeschossen. Der 34-Jährige ist der einzige Sportliche Leiter der Liga, der mit Fußballschuhen auf der Betreuerbank sitzt. Vorrangig beschäftigt sich der frühere Nationalteam-Goalie aber mit seiner neuen Aufgabe.

"Es ist im Moment sehr intensiv. Es sind viele Dinge, die neu sind, die neu auf mich zukommen. Es ist learning by doing. Es macht viel Spaß", sagt Almer.

VIDEO: Die Highlights von Mattersburgs Spiel bei der Austria

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)

Dass die Burgenländer in den finalen Tagen der Transferzeit nicht zugeschlagen haben, kann der Neo-Sportchef erklären: "Es war schwer, wirklich seriös Dinge auszuloten. Ich war erst kurz im Amt, die Trainersituation war lange offen. Man sollte sich ja schon mit dem Trainer abstimmen, welches System er spielt, welche Stürmertypen gefragt sind. Deshalb war die Situation nicht einfach."

Nachsatz: "Wir haben von Haus aus gesagt, wenn wir jemanden holen, soll es jemand sein, der uns wirklich weiterhilft. Es soll kein Schuss ins Blaue sein, wir wollen niemanden auf gut Glück verpflichten."

Am Dienstag konnten die Burgenländer schließlich ihre Stürmer-Suche abschließen. Nicht Philipp Prosenik, der ein Probetraining absolvierte, sondern Martin Pusic geht ab sofort auf Torejagd im Pappelstadion.

Auf die Mannschaft wartet viel Arbeit. Der Fußball, den Schmidt künftig spielen lassen wird, wird sich von jenem, den Baumgartner praktizieren ließ, unterscheiden.

Kuster freut sich schon: "Die ersten Eindrücke sind sehr, sehr positiv. Er hat mit jedem von uns ein Einzelgespräch geführt, hat viel Wert auf Taktik gelegt. Ich freue mich schon auf die nächsten Wochen. Ich bin gespannt, was wir in der Länderspielpause noch probieren."

"Seine Handschrift konnte man im Spiel gegen die Austria schon sehen", ist sich Kuster sicher. Die Burgenländer agierten mit einer Fünferkette, vorne liefen mit Andreas Gruber und Rene Renner zwei Männer auf, die keine gelernten Stürmer sind.

Die Austria tat sich in der ersten Hälfte mit ihrer Raute im Mittelfeld schwer gegen die breit aufgestellten Gäste, die mit Seitenwechseln immer wieder Räume schaffen konnten.

"Wir haben uns als Trainerteam sehr gut auf die Partie vorbereitet, die Mannschaft hat das sehr gut umgesetzt, viele Dinge richtig gemacht", freut sich Schmidt.

Der Trainer konkretisiert: "Die Spielanlage hat es mit sich gebracht, dass die Flügelverteidiger Höller und Lercher in Positionen kommen werden, wo sie zu Abschlüssen kommen. Ich habe von ihnen verlangt, dass sie sich in Kontersituationen einschalten, das haben sie beherzigt. Und vorne hatten wir schnelle Spieler – Renner und Gruber haben das richtig gut gemacht. Ich muss ihnen ein Kompliment aussprechen."

Auch Almer hat gefallen, was er gesehen hat: "Wir haben in dieser Woche versucht, alle Gas zu geben, an einem Strang zu ziehen und die Ideen von Klaus Schmidt umzusetzen. Wenn man die erste Hälfte gesehen hat, war das schon ganz gut. Aber natürlich war wenig Zeit, um das zu perfektionieren. Aber das stimmt mich schon positiv, dass wir wieder einen Schritt nach vorne machen, wenn wir jetzt in der Länderspielpause arbeiten können."

Der neue SVM hat noch viel zu tun. Aber der Start gibt den Burgenländern Hoffnung. "Die Mannschaft hat sich im besten Anzug gezeigt. Deswegen sind wir nach dem 1:2 gegen die Austria nicht traurig, wir sind enttäuscht", hält Schmidt fest. Und er persönlich ist trotzdem auch ein bisschen froh, wieder mit von der Partie zu sein.

Textquelle: © LAOLA1.at

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