"Was diese Mannschaft bislang über die Saison leistet, ist für mich wirklich herausragend."
Trotz dieses erheblichen finanziellen Rückstands haben sich die Grazer als Salzburg-Herausforderer Nummer eins etabliert, Hartberg-Coach Markus Schopp spricht sogar von der "momentan wahrscheinlich besten Mannschaft in Österreich".
Mit dem Cup-Duell in Salzburg, dem Schlager gegen Rapid und dem Gastspiel in der Oststeiermark hat Sturm alle drei Auftakt-Hürden genommen.
"Was diese Mannschaft bislang über die Saison leistet, ist für mich wirklich herausragend", lobt der Coach.
In der Hitze des Gefechts wird nicht gebusselt
Vor allem ihren Umgang mit Rückschlägen kann Ilzer nicht hoch genug einordnen:
"Für mich wird immer zu leicht darüber hinweggeschaut, dass wir den Transfer von Rasmus Höjlund hatten und ihn weggesteckt haben. Wir haben bei Feyenoord 0:6 verloren, die Mannschaft hat es weggesteckt und gleich wieder gewonnen. Wir hatten im Oktober neun Spiele und haben keines verloren. Jetzt haben wir eine Flut an Ausfällen und gewinnen in Hartberg in einer brisanten Situation auf einem schwierigen Platz mit viel Kampf und Fight."
Dafür benötigt es viel Energie - auf dem Platz sowieso, aber auch von außerhalb. "Das muss ich von draußen genauso vorleben, wie ich es drinnen von meiner Mannschaft haben will", kommentiert Ilzer die eine oder andere Emotion seinerseits.
Dies gehöre jedoch dazu: "Dass man sich heraußen in der Hitze des Gefechts nicht abbusselt, wird jeder verstehen."
Richtige Reaktion auf die Frühjahrs-Müdigkeit
Während der 90 Minuten sind Emotionen gefragt, abseits der Spiele durchaus auch kühle Analyse. Mit drei Siegen in den ersten drei Spielen hat Sturm die notorische Auftakt-Schwäche im Frühjahr zumindest dieses Jahr ad acta gelegt.
"Natürlich war es ein Thema für uns, warum Sturm Graz über zehn Jahre lang mit fünf oder sechs verschiedenen Trainer immer so schlecht startet. Wir haben gewisse Entscheidungen getroffen und einfach Dinge verändert", weist Ilzer auf die vielen Trainingslager in der Vorbereitung hin.
In dieser Hinsicht knüpft der Steirer an seine nach dem Sieg gegen Rapid getätigte Forderung nach einer infrastrukturellen Aufholjagd an.
Konkret geht es darum, dass im Trainingszentrum Messendorf kein Platz mit Rasenheizung zur Verfügung steht: "Bei diesem Thema müssen wir sicher nachlegen. Aber das ist alles in Planung, es ist nur im Herbst noch nicht genehmigt worden. Der Verein SK Sturm wollte das eh schon errichten."
Ein Zeichen absoluter Professionalität
Wann man Mitglieder der prominent besetzten Verletztenliste wie Gregory Wüthrich, Albian Ajeti oder Otar Kiteishvili wieder im Mannschaftstraining in Messendorf und vor allem wieder im Meisterschaftsbetrieb sieht, ist offen.
"Wir dürfen ja nicht zu ungeduldig sein!", warnt Ilzer, dass die diversen Muskelverletzungen Zeit brauchen, bis sie wirklich auskuriert sind, "wir werden sicher nicht in Panik verfallen und die verletzten Spieler zu früh wieder reindrängen."
Auch wenn es das ersatzgeschwächte Team in Hartberg versäumt hat, die Partie frühzeitig auf Eis zu legen, hat Ilzer einen "reifen Auftritt" gesehen.
Was uns dies über diese Mannschaft sagt? "Dass jeder zu jedem Zeitpunkt bereit ist, was ein Zeichen absoluter Professionalität ist. Es zeigt auch, dass durch den ganzen Kader extreme Qualität herrscht. Jene, die reingekommen sind, haben auf genauso hohem Level performt. Einfach ein Riesen-Kompliment an die Mannschaft."