Siebenhandl: "Verbrechen am Fußball

 

Nach dem 3:3 zwischen dem SV Mattersburg und Sturm Graz (>>>Spielbericht) spielten sich turbulente Szenen im Pappelstadion ab.

Nestor El Maestro verließ fuchsteufelswild die Coaching-Zone, lief auf Schiedsrichter Josef Spurny zu, gestikulierte wild vor dem Unparteiischen und nahm ihm den Ball weg. Danach schimpfte er am Weg in die Katakomben wie ein Rohrspatz und drosch auf einen Zaun ein.

Vor den Kabinen durchbrach der Sturm-Trainer mit einem Stoß die Absperrung und trat mit voller Wucht gegen eine Tür.

In der Kabine gab es laut Augenzeugen einen Disput mit einem Ordner, der gegen die wütenden Grazer verbal einschritt.

Der Auslöser für das Ganze: Der fragwürdige Elfmeter für den SVM in der Nachspielzeit, nachdem Thomas Schrammel der Ball aus kurzer Distanz an die Hand sprang. Den folgenden Strafstoß verwandelte Ex-Blacky Andreas Gruber zum 3:3-Enstand.

"Manchmal ist es besser nichts zu sagen"

Dieser Pfiff war für die Steirer nur die Spitze des Eisbergs. „So ein Spiel zu beurteilen, ist ziemlicher Schwachsinn. Kein Kommentar. Manchmal ist es besser nichts zu sagen. Ich kann mich nur für meinen Wutanfall entschuldigen“, meinte El Maestro nachdem er sich ein wenig beruhigt hatte bei „Sky“.

Deutlichere Worte fand hingegen Tormann Jörg Siebenhandl, der in Hälfte eins bereits einen diskussionswürdigen Elfmeter von Patrick Bürger parieren konnte.

„Das war ein Verbrechen am Fußball. Das ist Wahnsinn, was da heute passiert ist. Das ist der größte Skandal bei einem Spiel, wo ich selber beteiligt war. Wahnsinn! Und da rede ich nicht nur von den großen Situationen. Die Mattersburger haben eine gewohnt harte Gangart und immer wieder unsere Konter unterbunden. Doch der Schiedsrichter hat seine Gelben Karten nicht gefunden. Die Burgenländer hätten das Spiel nicht mit allen Beteiligten beenden dürfen.“

Bereits der Führungstreffer durch Gruber war sehr fragwürdig, da Malic Siebenhandl auf den Fuß stieg.

„Ich will zum Ball gehen und er steigt mir aufs Schienbein. Es ist halt schwer, wenn man zum Ball hingehen will und jemand steigt dir drauf. Dann ist es schwierig, denn Ball zu treffen – ich will nicht sagen, dass ich die Kugel zu 100 Prozent gehalten hätte, aber so habe ich gar keine Möglichkeit“, ärgerte sich der 29-Jährige.

Siebenhandl in Rage

Richtig in Rage brachte den ÖFB-Teamspieler aber schlussendlich ebenfalls der Elferpfiff in den letzten Spielminuten.

„Nicht böse sein, aber Schrammel bekommt den Ball von unten rein. Es ist schwer, wenn man da steht und der Ball wird aus kurzer Distanz noch abgelenkt. Dass vorher der Mattersburger mit der Hand dran ist, sieht auch keiner. Das sind so Kleinigkeiten. In den letzten Wochen wird alles gegen uns ausgelegt. Ich weiß nicht. Man kann darüber diskutieren, ob es Handspiel war. Ich habe aber wenige Leute gesehen, die, wenn sie vorher so einen Scheiß gepfiffen haben, sowas auch geben.“

"Man kann darüber diskutieren, ob es Handspiel war. Aber ich habe wenige Leute gesehen, die, wenn sie vorher so einen Scheiß gepfiffen haben, sowas auch geben.“

Jörg Siebenhandl

Daher fordert und hofft Siebenhandl auf Konsequenzen von den Gremien.

„Wir Spieler müssen uns auch zusammenreißen. Am liebsten hätte ihn (den Schiedsrichter, Anm. d. Red.) wahrscheinlich jeder zusammengegrätscht, aber das können wir nicht. Vielleicht findet sich eine Person, die Geld spendet, damit wir den Videobeweis früher bekommen, weil dann passiert so etwas nicht mehr!“

Kreissl fordert Vidoebeweis

Ein aufgebrachter Sport-Geschäftsführer Günter Kreissl forderte den Videobeweis. "Es ist unerträglich, das ganze Theater macht mich verrückt. Die Schiedsrichter sind auch Opfer, da sie zu wenig gefördert werden", betonte Kreissl, der Fehlentscheidungen in den letzten Spielen monierte.

Denn Sturm fühlte sich bisher auch bei allen drei Saisonniederlagen von den Referees benachteiligt.

Beim 0:1 gegen Rapid wurde Avlonitis vor dem Gegentor laut Ansicht der Grazer regelwidrig geblockt, beim 0:1 in Hartberg haderte Sturm mit dem entscheidenden Elferpfiff.

Und beim 0:2 gegen den LASK in der Vorwoche wurde beim Stand von 0:0 ein vermeintliches Torraub-Foul von Trauner am durchbrechenden Kiril Despodov nicht geahndet.

All das hat Spuren bei El Maestro hinterlassen: "Ich bin gerne hier in Österreich, bin gefühlt Österreicher. Aber das ist jetzt nicht so ein Jahrhundertjob für mich. Unfassbar, dass ich hier gelandet bin. Wenn Sie unsere Niederlagen analysieren, wie viele waren da ganz sauber?", warf der Coach als Frage auf und meinte: „Am liebsten würde ich nach Hause gehen und Urlaub machen. So geht es mir. Ich habe gerne Spaß, aber das macht hier keinen.“

Textquelle: © LAOLA1.at

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