Salzburgs Vallci: "Uns fehlt der letzte Wille!"

 

Eine Heim-Niederlage im Schlager gegen den LASK, eine bittere Pleite im Europacup-Hinspiel bei Eintracht Frankfurt und nun ein 2:2 bei einer Wiener Austria (Spielbericht >>>), die in dieser Saison nur selten überzeugen konnte.

Es gab schon lustigere Zeiten beim FC Red Bull Salzburg. Der Serienmeister hat einen Fehlstart ins neue Jahr hingelegt. "Zurzeit fehlt uns der letzte Wille. Wir müssen so ein Drecksspiel über die Zeit bringen", ärgert sich Albert Vallci nach dem Remis in Wien, bei dem in der 89. Spielminute der Ausgleich hingenommen werden musste.

Der Steirer analysiert im LAOLA1-Interview die aktuelle Lage der "Bullen" und kennt auch den Weg aus der Misere.

LAOLA1: Die Austrianer ärgern sich ein bisschen, weil es nur ein Punkt geworden ist. Wie geht ihr mit diesem Punkt um?

Albert Vallci: Wir sind es, die sich ärgern müssen! Es war kein schönes Spiel, aber wir wussten, was auf uns zukommt. Es waren viele lange Bälle, viele Zweikämpfe, viele zweite Bälle. Wir hatten teilweise super Aktionen nach vorne, aber haben die Chancen im entscheidenden Moment nicht genutzt. Wir hätten den Sack vorher zumachen können. Die Austria hat gefühlt nur durch Einwürfe und diesen einen Corner Gefahr ausgestrahlt. Da gilt es, entschlossener zu sein. Zurzeit fehlt uns der letzte Wille. Wir müssen so ein Drecksspiel über die Zeit bringen.

LAOLA1: Warum fehlt euch der letzte Wille? Gibt es dafür eine Erklärung?

Vallci: Es gibt im Fußball keine Garantie, dass man jedes Spiel gewinnt. Es ist gegen jeden Gegner schwer. Wir müssen von der ersten Minute an konzentriert ins Spiel gehen und unsere Leistung abrufen. Wenn wir das nicht schaffen, ist es einfach schwer. Wir wissen, woran es liegt – es sind die entscheidenden Momente, vorne und hinten. Wir müssen cleverer werden. Das ist jetzt eine Phase, aus der wir gemeinsam rauskommen müssen.

"Es sind sowohl vorne, als auch hinten nur Kleinigkeiten, es ist ein Spiel, in dem es Klick macht, und wir sind wieder da."

LAOLA1: Ist nach diesen Niederlagen gegen den LASK und gegen Eintracht Frankfurt schon eine gewisse Nervosität da?

Vallci: Nein, sicher nicht! Gegen den LASK war es ein enges Spiel, wenn wir in den ersten 25 Minuten in Führung gehen, ist es eine andere Partie. Aber wir waren in den entscheidenden Momenten nicht da, der LASK hat die Tore gemacht, so wie wir normalerweise, und dann kippt das Spiel halt. Natürlich sind wir dann nicht mit einem ganz so positiven Gefühl ins nächste Spiel gegangen. Über das Europa-League-Spiel brauchen wir nicht mehr viel zu sprechen, das waren einfach nicht wir. Umso wichtiger war uns dieses Spiel bei der Austria, wir wollten das unbedingt gewinnen.

LAOLA1: In der Winterpause wurde viel über die Abgänge gesprochen. Du hast vorher bemängelt, dass ihr den Sack nicht zumachen konntet. Fehlt euch vorne aktuell die Qualität, die Erling Haaland und Takumi Minamino hatten?

Vallci: Wir haben trotzdem noch genug Qualität. Wir brauchen nicht über die Qualitäten von Haaland und Minamino diskutieren, die sieht man ja auch bei ihren nächsten Stationen. Aber wir müssen auf uns schauen. Wir sind in einer Phase, in der wir uns nicht gegenseitig die Schuld zuschieben dürfen. Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Jetzt sind wir drei Spiele ohne Sieg, das ist die Realität. Wir müssen gemeinsam da raus und ich bin überzeugt, dass wir das schaffen.

LAOLA1: Ihr habt heute zwei Tore erzielt, das könnte eigentlich zum Sieg reichen.

Vallci: Ja, könnten sie. Diese beiden Gegentore ärgern uns sehr. Die Austria hat jeden Ball aufgestellt, jeden Einwurf in den Sechzehner geworfen – sie sind nur so gefährlich geworden. Hatten die aus dem Spiel überhaupt eine Aktion, aus der sie aufs Tor geschossen haben? Da fehlt uns dann die Entschlossenheit, gemeinsam in der Box zu verteidigen. Uns fehlt der letzte Wille, der letzte Punch. Das müssen wir uns durch Leidenschaft und Kampf holen. Es sind sowohl vorne, als auch hinten nur Kleinigkeiten, es ist ein Spiel, in dem es Klick macht, und wir sind wieder da.

LAOLA1: Beim 2:2 kommt Erik Palmer-Brown am Fünfer völlig frei zu Kopfball. Wie kann das passieren? Wie sieht da die Zuteilung bei den Eckbällen aus?

Vallci: Wir spielen in der Linie am Fünfer Raumdeckung und davor haben wir drei Blocker. Die Blocker sind dafür zuständig, dass die Gegenspieler nicht durchlaufen können, weil es für uns als stehende Verteidiger schwieriger ist, den Ball zu verteidigen, wenn einer mit Schwung reinspringt. Es ist uns schon zum zweiten Mal nicht gelungen, dass die Blocker vor uns enger stehen. Der darf da einfach nicht so frei zum Kopfball kommen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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