Rapids Planungen als Reise in die Ungewissheit

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Quo vadis, Rapid?

Wieder stehen die Hütteldorfer nach dem Finale im ÖFB-Cup ohne Titel da, wieder musste man sich die Dominanz von RB Salzburg auf österreichischer Bühne eingestehen.

Wieder führten Kleinigkeiten dazu, dass sich die Grün-Weißen nicht für eine prinzipiell gute Leistung belohnten. Und wieder wird im Westen Wiens Nervosität einkehren.

Denn abermals in dieser Saison steuert Rapid ins Ungewisse. Lange Zeit war es das Bangen um die Meister-Gruppe, nach dem Verpassen hielt man sich am letzten Strohhalm ÖFB-Cup fest und nun bleibt nur mehr der Startplatz für einen internationalen Bewerb über einige Umwege.

Cup-Sieg hätte viele Planungen erleichtert

Der erste Cupsieg nach 24 Jahren hätte den Wienern so viel erleichtern können. Kritiker wären eine Zeit lang verstummt, und die direkte Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase hätte eine riesige Tragweite für Kühbauer und Co. gehabt.

„Aber ich glaube nicht, dass ich heute darüber reden will. Wir sind hergefahren, um das zu gewinnen und haben das leider dann nicht geschafft, aufgrund von 118 Sekunden, wo wir einfach auch nicht präsent waren. Das hat Salzburg eben gut ausgenützt und dadurch sind sie Cupsieger“, war der Rapid-Trainer kurz nach dem Schlusspfiff noch nicht bereit, in die Zukunft zu blicken.

Nur noch eine Möglichkeit bleibt den Hütteldorfern, denn ohne Europacup würden Rapid einige Einsparungen bevorstehen.

Nicht gerade ideal in einer Saison, in der noch ein neuer Sportdirektor und ein neuer Präsident ante portas stehen.

Für Europacup "müssen wir jetzt die Wut in Kraft umwandeln"

Die Rechnung ist ganz einfach: Rapid muss in der Qualifikationsgruppe Platz 1 oder zumindest Platz 2 belegen, um danach für die Endspiele um ein Europacup-Ticket berechtigt zu sein.

Der Sieger aus dem unteren Playoff empfängt in einem Spiel am 28. Mai den Zweiten der Qualifikations-Gruppe. Der Gewinner dieses Duells liefert sich am 30. Mai und am 2. Juni ein Hin- und Rückspiel gegen den Fünften der Meister-Gruppe um das finale EC-Ticket, das den Einstieg in Runde zwei von vier der Europa-League-Quali ermöglicht.

„Es ist natürlich schwer, aber wir müssen die Energie nutzen, die wir jetzt haben, die Wut in Kraft umwandeln. Samstag ist das nächste wichtige Spiel, jetzt geht es darum, dass wir uns über Platz sieben qualifizieren, das werden wir machen“, kündigt Torhüter Richard Strebinger bereits an.

Doch Versprechen gab es in dieser Saison bereits zuhauf. Nur wenige Ziele wurden wirklich erreicht. Auch unter Trainer Didi Kühbauer konnte das Schiff noch nicht in sicheres Fahrwasser manövriert werden.

"Dürfen nicht den Kopf in den Sand stecken"

Einiges hat sich verändert, Rapid ist stabiler geworden, aber noch nicht stabil genug, um langfristig planen zu können oder auf einer Erfolgswelle zu schwimmen, welche die Hütteldorfer in Richtung ihrer Ziele schwemmt.

Wie Kühbauer nun die Mannschaft wieder aufrichten will? „Man hat die weiteren Aufgaben. Wir haben dieses Cup-Finale leider verloren“, muss auch der Burgenländer erst die 0:2-Pleite verdauen.

„Und für die nächsten Spiele darf man jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Man muss es versuchen, wieder aufstehen und am Samstag ein gutes Spiel abliefern.“

Da geht es zur Admira, wo man in den vergangenen Jahren immer wieder Schwierigkeiten hatte. Nach der Heimniederlage gegen Hartberg darf sich Rapid jedoch kaum noch Umfaller erlauben.

"…sonst werden wir auch die anderen Spiele verlieren"

Mittelfeld-Abräumer Dejan Ljubicic war einer der wenigen Spieler, die sich nach der Final-Niederlage stellten, während andere abwinkten.

„Klar, muss man weitermachen. Wir sollen nicht die Köpfe hängen lassen, sondern weitermachen, sonst werden wir auch die anderen Spiele verlieren“, mahnt der defensive Mittelfeldspieler zur Vorsicht.

Stefan Schwab muss den Klub als Kapitän immer nach außen hin vertreten, immer wieder Durchhalteparolen ausgeben und sich vor alle anderen stellen. Diesmal fiel es aber auch ihm schwer, positiv in die Zukunft zu blicken.

Zumindest prophezeite er harte Tage. „Wahrscheinlich wird es dauern, bis der Schiri im nächsten Spiel anpfeift“, gab der Saalfeldner zu.

Ohne Europacup gehen Rapid Argumente im Personalpoker aus

Doch nicht nur für die Spieler und den Trainer stellt sich nun wieder eine neue Situation ein. Auch auf Noch-Sportdirektor Fredy Bickel und seinen noch nicht feststehenden Nachfolger kommen dadurch schwierige Aufgaben zu.

Denn die Ungewissheit, ob Rapid kommende Saison überhaupt international spielt, wirkt sich auch indirekt auf Vertragsverhandlungen aus – egal, ob bei Verlängerungen oder Transfers.

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Denn ohne Europacup-Teilnahme gehen den Wienern in vielerlei Hinsicht die Argumente aus, Spieler auf Dauer zu halten oder neue Spieler mit Perspektive dazuzugewinnen.

Gut möglich auch, dass sich der eine oder andere Kandidat, der sich ins Rampenlicht gespielt hat und schon seit Jahren auf einen Auslandstransfer hinarbeitet, dann doch nicht mehr länger warten will und prompt in dieser Phase Nägel mit Köpfen macht.

Neun Spiele Mehraufwand für Ziel Europacup

Zuerst stehen noch vier entscheidende Spiele in der Quali-Gruppe an, die über Sein oder Nichtsein entscheiden.

Der Weg in den Europacup ist ein steiniger. Während mit dem Cupsieg ein einziges Spiel gereicht hätte und dann Ruhe gewesen wäre, summiert sich im besten Falle nun der Aufwand.

Drei Spiele entscheiden nach der Meisterschaft noch, ob man überhaupt in die EL-Quali kommt. Dort müssten mit dem Einstieg in der 2. Runde, drei Runden mit insgesamt sechs Spielen überstanden werden. Der Mehraufwand beträgt damit neun (!) Spiele und ein zeitliches Zusatzaufkommen nach der aktuellen und vor der kommenden Saison.

Schwab meint sinnbildlich ein letztes Mal im Bezug auf das Cup-Finale: „Wir stehen mit leeren Händen da, hätten uns das Leben viel schöner machen können. Aber wir müssen es abhaken, das nützt nichts.“

Textquelle: © LAOLA1.at

Cup-Finale: Was Didi Kühbauer und Rapid richtig weh tut

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