Bickel ärgerten Transferzeit-Nebengeräusche

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Hinter dem SK Rapid und vor allem Sportchef Fredy Bickel liegen turbulente Wochen.

Trotz allem geht der Schweizer positiv ins Frühjahr, da es im neuen Jahr wirklich "Spaß und Freude macht", wie sich die Mannschaft und das Trainerteam präsentiert.

Was jedoch noch nachwirkt, ist die Transferphase, wo vor allem die leidige Stürmersuche Probleme bereitete. In dieser Hinsicht gibt Bickel Fehler zu, hält aber rückblickend auf das Transferfenst fest: "Trotz sportlich schwierigen Herausforderungen, die wir uns selber aufgebürdet haben, hatten wir einen durchaus durchdachten, ruhigen Winter – das wird viele überraschen. Es wäre aber so, hätten wir nicht diese Probleme mit der Verpflichtung des Stürmers gehabt – dazu müssen wir stehen."

Fast im Soll bei Spieler-Abgängen und Verlängerungen

Ansonsten hätte man alle Vorhaben fast zu hundert Prozent in die Tat umgesetzt. In erster Linie plante Rapid voraus. Vertragstechnisch wurde die Zukunft einiger Spieler geklärt, so dass mit einer Ausnahme alle Spieler zumindest bis 2020 ein Arbeitspapier vorliegen haben.

Bei der einzigen Ausnahme handelt es sich um Andrei Ivan, der nur auf Leihbasis vom FK Krasnodar kam. "Da haben wir am Ende der Saison eine Option, da ist alles ausverhandelt, auch ein weiterer möglicher Zweijahresvertrag", erklärt Bickel, dass man auch beim Rumänen alle Zügel in der eigenen Hand hält.

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Ansonsten wurden erfolgreich Lösungen für fünf Spieler gefunden, die in der Rückrunde keine Rolle bei den Grün-Weißen gespielt hätten. Christoph Haas soll beim SV Horn seine Torhüter-Qualitäten unter Beweis stellen, Aleksandar Kostic versucht sich bei Radnicki Nis zu etablieren.

Der einstige FC-Barcelona-Nachwuchsspieler Jeremy Guillemenot wechselte nach einem verpatzten halben Jahr zum FC St. Gallen. Bickel gibt zu: "Er war überfordert, mit seinen und unseren Erwartungen, aber er kann jetzt dort sein zweifelsfrei großes Talent beweisen." Auch Philipp Malicsek "befand sich in einer Sackgasse und soll nach einem Rückschritt in die 2. Liga zum FAC in Zukunft wieder zwei Schritt vorwärts machen.

Frühjahrs-Lösung für Mocinic noch möglich

Die Vorhaben wurden nicht zu 100 Prozent umgesetzt, da noch keine Lösung bei Ivan Mocinic gefunden wurde, doch Bickel ist zuversichtlich, da es noch zwei interessante Optionen, um den Kroaten in den kommenden Tagen noch auszuleihen und ihm Spielpraxis zu ermöglichen.

Bickel erklärt: "Wir wollen ihn nicht verlieren und glauben weiterhin an ihn, aber er braucht einen guten Verein auf möglichst hohem Niveau, wo er regelmäßig spielen kann. Dies wird entscheidend für die Fortsetzung seiner Karriere sein. Daher ist die Entscheidung auch relativ schwierig."

Erste Verhandlungen mit Kalajdzic

26 Kaderspieler stehen noch auf der Liste, davon fehlt weiter der Langzeitverletzte Tamas Szanto nach einem Knorpelschaden und Mocinic soll noch verliehen werden - bleiben 24 Spieler für die zweite Saisonhälfte. Neu dabei im Team sind nur zwei Neue. Mit Srdjan Grahovac ein alter Bekannter im zentralen Mittelfeld und mit Aliou Badji der lang ersehnte Stürmer. Schon beim Amtsantritt von Didi Kühbauer im Oktober wurde der Bedarf auf diesen beiden Positionen herausgestrichen.

Mit Grahovac lief alles einwandfrei. Der Deal kam frühzeitig zustande, auch wenn sich Rapid bis Jänner gedulden musste, ehe der Vertrag mit Astana aufgelöst werden konnte. Sein ablösefreier Wechsel war eine Voraussetzung, da das Transferbudget für den Stürmer eingeplant war.

Die Stürmersuche kurz zusammengefasst: Sasa Kalajdzic von der Admira war der erste Wunschspieler, mit dem Gespräche geführt wurden, doch auch Badji stand auf einer fünf Namen umfassenden Spielerliste.

Mit Kalajdzic war alles vorbereitet, wegen der Verletzung wartete man ab und konnte sich schlussendlich nicht mehr mit der Admira einigen. Mit Vakoun Issouf Bayo war ebenfalls schon alles geklärt, bis Celtic Glasgow kurz vor Schluss alles vermasselte. Bei Maurides Junior musste man sich im Dezember aus eigenen Stücken zurückziehen, da er durch den Medizincheck rasselte.

Fehler und viele Nebengeräusche ärgern Bickel

Blieben noch Andres Vombergar und Badji. Für den Argentinier forderte Olimpija Ljubljana anfangs drei Millionen Euro, "unstemmbar für Rapid", und ging erst kurz vor Schluss auf den finanziellen Rahmen Rapids ein. Deshalb wurde es Badjo, an dem man schon im Dezember dran war.

Auch da musste sich Rapid erst einmal aus den Verhandlungen ausklinken, da Djurgardens IF über drei Millionen Euro forderte. Erst nach und nach konnte der Preis gedrückt werden. "Schlussendlich hat es geklappt, einen Stürmer zu holen, der schon zu Beginn auf der Wunschliste stand und der unser Budget nicht überzogen hat." Der aber durch die späte Verpflichtung nicht mehr in der Europa League gegen Inter Mailand spielen kann und für den vorerst noch die Spielerlaubnis fehlt.

Fehler gibt Bickel zu, viel mehr störten ihn jedoch die daraus resultierenden Nebengeräusche. "Es war wirklich zum verrückt werden, die ganze Fußballwelt wusste, dass wir einen Stürmer verpflichten wollten, alle wussten, dass wir dafür ein gutes Budget zur Verfügung hatten, dies hat es etwas schwieriger gemacht. Alle hatten Forderungen und wussten, dass wir unter einem gewissen Zeitdruck stehen, viele Vereine und auch Agenten haben das natürlich ausgenützt, und teils auch mit gezielten Informationen an die Presse das Ganze erschwert. Kaum hatten wir vertragliche Details mit Spielern oder Vereinen festgelegt, tauchte der Name in der Presse auf – bewusst, um den Preis hochzuhalten oder damit ein anderer Kandidat ins Rennen einsteigen konnte."

"Wir waren wirklich sehr gut vorbereitet und waren uns sicher, zu Jahresbeginn einen Namen präsentieren zu können. Wir haben uns aber mit gewissen Informationen im November und Dezember selber in diese Schwierigkeiten gebracht. Schlussendlich hat es geklappt - leider mit vielen Nebengeräuschen."


Textquelle: © LAOLA1.at

Rapid: Knasmüllner-Rache an Ex-Klub Inter Mailand?

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