Wo Rapids Didi Kühbauer einen "dicken Hals kriegt"

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Rien ne va plus - nichts geht mehr!

Die Vorbereitung ist so gut wie zu Ende und somit auch Didi Kühbauers erste volle Vorbereitung als Trainer des SK Rapid.

Veränderungen waren unumgänglich, der 47-Jährige wollte Signale setzen, Grundregeln aufstellen und Rapid wieder auf ein Niveau heben, um den verfahrenen Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Denn die SCR-Ikone hätte sich mit Sicherheit einen besseren Zeitpunkt für die Erfüllung seines Trainertraums bei seinem Herzensklub aussuchen können. Doch er jammert nicht, nimmt die Herausforderungen professionell hin und steckt sein grün-weißes Umfeld mit Motivation, Zielstrebigkeit und - für ihn früher untypisch - Ruhe und Geduld an.

Im großen LAOLA1-Interview vor dem Saisonstart erklärt Kühbauer, was er überhaupt nicht verträgt, was er von den Spielern fordert, was er verändert und warum Blauäugigkeit im Frühjahr verboten ist. Zudem verrät er, was er von "Konzepttrainern" hält und warum er als Gerechtigkeits-Fanatiker mittlerweile doch geerdet ist.

LAOLA1: Die Vorbereitung ist so gut wie zu Ende. Was stimmt Sie positiv, was nicht?

Dietmar Kühbauer: Sie war generell sehr positiv, wenn man die eine Halbzeit im Testspiel gegen Odense ausnimmt. Die Trainingsarbeit war sehr gut, auch die Spiele. Wir haben gewusst, woran wir arbeiten und was wir verändern müssen. Von der Trainingsplanung haben wir uns sehr gut abgesprochen im Staff und haben auch alles durchziehen können, was wir wollten. Aber das ist immer die alte Leier: Natürlich haben die Jungs alle mitgezogen, damit sie dann in der Startelf stehen.

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LAOLA1: Seit Ihrer Ankunft musste reagiert und improvisiert werden, um das Beste aus der verfahrenen Situation zu machen. Inwieweit konnte man alles hinter sich lassen und nun bei Null starten, oder werden immer Altlasten dabei sein?

Kühbauer: Wäre ich ab Sommer da gewesen, wäre es was anderes gewesen. Aber ich habe diese Spieler zur Verfügung, will mit den Jungs erfolgreich sein und werde alles daran setzen, dass man im Frühjahr schon das sehen kann, was wir vorhaben. Im Herbst konnten wir aufgrund der englischen Wochen kaum etwas eintrainieren, das war schwierig. Diese Intensität wie jetzt in der Vorbereitung war bisher nicht möglich. Ich hoffe, das sieht man dann in der Meisterschaft.

Kühbauer stand LAOLA1-Redakteur Alexander Karper Rede und Antwort

LAOLA1: Mit der ersten Vorbereitung kann der Trainer seine Vorstellungen umsetzen, damit steigen die Erwartungen. Wie gut ist es gelungen, das System Kühbauer zu implementieren?

Kühbauer: Es ging einfach darum, dass wir unser Spiel verändern mussten. Man hat im Herbst gesehen, dass die Arbeit gegen den Ball nicht die beste bzw. das Verhalten speziell in der Rückwärtsbewegung nicht gut war – das fängt vorne beim Stürmer an. Wir haben schon sehr gut gearbeitet, um den Gegner intensiver zu bekämpfen und nicht mehr so blauäugig zu spielen wie im Herbst.

LAOLA1: Rapid hat sich mit Ihnen den großen Trainereffekt erhofft. Wieviel kreiden Sie sich selbst an, dass es nicht von Anfang an geklappt hat oder was war das größte Problem?

Kühbauer: Natürlich wünscht man sich nur Siege, aber von der Zeit her war es nicht möglich, etwas zu ändern. Wir konnten immer nur improvisieren und aufgrund der vielen Spiele kaum das trainieren, was wir wollten. Ich hätte es mir auch besser gewünscht, aber die Situation musste man leider so annehmen.

LAOLA1: Was war bisher aus Ihrer Sicht das größte Problem im Herbst, an dem man jetzt in der Vorbereitung gearbeitet hat? Was ist falsch gelaufen?

Kühbauer: Wir haben den Donnerstag-Sonntag-Rhythmus nie richtig verarbeitet. In der Meisterschaft waren wir nie richtig am Platz – was aber notwendig gewesen wäre. Deshalb mussten wir jetzt was verändern. Wir haben sehr oft mit viel Risiko gespielt, ohne dass wir in der Restverteidigung gut besetzt waren. Die Gegner stehen gegen uns sehr tief und haben unsere Ballverluste in der Vorwärtsbewegung sehr gut ausgenützt. Dadurch sind wir oft als Verlierer vom Platz gegangen, obwohl wir bei manchen dieser Spiele die weit bessere Mannschaft waren.

LAOLA1: Worauf lagen generell die Prioritäten in der Vorbereitung abseits der Absicherung?

Kühbauer: Es ist ja schon ein wichtiger Aspekt, dass man den Gegner nicht mehr so einladen darf, dass dieser die Räume bekommt, um uns auszukontern. Das hat man auch beim 1:6 gegen die Austria gesehen, die ab der ersten Minute mit allen elf Spielern hinten waren und dann den Platz genützt haben. Weil wir in den ersten 30 Minuten die bessere Mannschaft waren, aber dann eben wieder diesen Fehler gemacht haben und mit dem Ausschluss ist das Spiel nach hinten losgegangen. Wir müssen im Block alle nach vorne gemeinsam arbeiten und nach hinten auch – aber nicht mehr so blauäugig wie im Herbst.

LAOLA1: Das war sicher ein wichtiger Bestandteil, aber sicher nicht alles, worauf Sie Wert gelegt haben. Was waren die wesentlichen Punkte, die abgearbeitet wurden?

Kühbauer: Was ich gerade gesagt habe. Da haben wir die größten Probleme gehabt und ich werde jetzt nicht noch irgendwelche Probleme suchen, die nicht vorhanden sind. Natürlich war es auch im Offensivspiel so, dass wir im letzten Drittel nicht das erbracht haben, was wir brauchen. Wir sind sehr oft in den Strafraum gekommen, haben aber schlechte Lösungen gefunden und wenn wir über die Seiten gekommen sind, war die Strafraumbesetzung nicht so gut, dass man immer einen Spieler findet. Solche Dinge, wie das Einlaufen, waren schon dabei, aber das war nicht das Hauptproblem.

"Es kann durchaus sein, dass mal jemand einen schlechten Tag hat. Aber was ich nicht vertrage, ist, wenn man die anderen für sich laufen lässt, wenn es für einen nicht klappt. Das ist schon eine Grundregel: Die Elf, die auf dem Platz stehen, aber auch die dahinter, müssen jederzeit bereit sein. Das ist das Wesentliche, damit auch die Fans wieder sehen, dass wir das Rapid verkörpern, wofür wir immer gestanden sind."

Kühbauers Grundregel, um Rapid zu verkörpern

LAOLA1: Der Mannschaft wurde von vielen Seiten die Einsatzbereitschaft und auch die Qualität abgesprochen. Wie haben Sie die Mannschaft kennengelernt?

Kühbauer: Ich habe natürlich viele Spieler gekannt, einige nicht persönlich, die Neuerwerbungen kannte ich kaum. Aber mein Spiel steht sehr wohl für Aggressivität, Laufarbeit und wenn es fußballerisch mal nicht funktioniert, dann muss man alles reinlegen, damit man dem Gegner das Spiel nicht übergibt, so dass er einem einen Knoten reinspielen kann. Das war mir schon sehr wichtig, dieses Signal zu setzen, dass wir körperlich präsent sind.

LAOLA1: Also zweifeln Sie nicht an der Qualität oder den Persönlichkeiten im Team und sind überzeugt, dass diese das Ruder herumreißen können?

Kühbauer: Jeder hat jetzt die Chance, sich in den drei Monaten zu zeigen. Ich habe auch angekündigt, dass ich wirklich darauf schaue, wer uns im Training zeigt, dass er unter den ersten Elf sein will. Das ist mir sehr wichtig! Es kann durchaus sein, dass mal jemand einen schlechten Tag hat. Aber was ich nicht vertrage, ist, wenn man die anderen für sich laufen lässt, wenn es für einen nicht klappt. Das ist schon eine Grundregel: Die Elf, die auf dem Platz stehen, aber auch die dahinter, müssen jederzeit bereit sein. Das ist das Wesentliche, damit auch die Fans wieder sehen, dass wir das Rapid verkörpern, wofür wir immer gestanden sind.

LAOLA1: Haben sich einige Führungsspieler im Herbst selbst zu viel unter Druck gesetzt?

Kühbauer: Der eine oder andere garantiert. Aber den Herbst schließen wir zum Glück ab. Die Fehler haben wir aufgearbeitet, wir wissen, woran es gelegen ist und mir ist es enorm wichtig, dass wir nach vorne schauen. Wir wollen alle zusammen ein neues Gesicht präsentieren. Das heißt jetzt nicht, dass man jedes Spiel gewinnen kann, aber wir müssen in jedem Spiel die Möglichkeit haben, als Sieger vom Platz zu gehen. Wir sind halt meistens der Favorit, und müssen auch so spielen.

LAOLA1: Sie haben betont, auf Namen keine Rücksicht mehr zu nehmen. Braucht die Mannschaft generell eine härtere Hand oder kriegt jeder bei Ihnen, was er braucht?

Kühbauer: Wenn man alles über einen Kamm scheren würde, wäre das falsch. Es gibt sehr wohl Spieler, mit denen du im Vieraugengespräch anders sprechen musst. Jeder hat ein anderes Naturell, das kann man nicht verändern. Aber in der Arbeit muss es dasselbe sein. Ob es ein intro- oder extrovertierter Spieler ist, ist mir gleich. Am Platz muss man das sehen.

LAOLA1: Aber diese oft betonte Wohlfühloase wird es bei Rapid vorerst nicht mehr geben?

Kühbauer: Nein! Das hat generell mit einer Wohlfühloase nicht viel zu tun, dass wir Profis sind und Aufgaben zu erfüllen haben. Als Trainer verlangt man nur von der Mannschaft, dass sie hundert Prozent bringt. Jeder Spieler sollte das abrufen können – es wird nicht immer der Fall sein. Aber wenn jeder Spieler nahe rankommt, können wir eine sehr gute Mannschaft sein.

LAOLA1: Ihr langjähriger Co-Trainer Manfred Nastl hat Ihr besonderes Gespür für unterschiedliche Spieler betont. Sehen Sie das selbst als eine Ihrer Stärken?

Kühbauer: Man muss ja einen guten Zugang zu Spielern haben. Das heißt aber nicht, dass ich jemandem etwas schenke. Das glauben auch sicher nicht die Ex-Admiraner im Team, die eine Vergangenheit mit mir haben. Jeder Spieler wird von mir gut behandelt, solange er mir oder dem Trainerteam gut entgegentritt. Mir ist sehr wichtig, dass man Respekt hat und trotzdem will ich von jedem Spieler etwas einfordern.

"Ich bin nicht der Typ, der - nur weil es wunderbar ausschaut – am Platz auf dem Laptop herumdrückt und eigentlich hat es der Spieler nicht verstanden. Wobei Video-Analyse bei uns im Trainerteam ein riesiges Thema ist. Aber man kann es auch übertreiben. Das richtige Maß macht es aus."

Systeme? Taktik? Laptop- und Konzepttrainer?

LAOLA1: Wie flexibel wollen Sie das Team ausrichten, um auf Situationen und Gegner reagieren zu können? Bisher gab es oft nur einen Plan A.

Kühbauer: Das ist immer so eine Sache mit Systemen. Als Trainer hört es sich gut an, zu sagen, ich will fünf Systeme spielen. Aber in Wahrheit ist es so: Ein Trainer muss das spielen, was die Mannschaft anbietet. Es kann schon sein, dass es eine Systemveränderung gibt, aber es geht um die Bereitschaft der Spieler – das ist das Entscheidende. Ich kann kein 4-3-3 spielen, wenn mir in Wahrheit die Spieler vorne stehen bleiben. Wenn wir im 4-2-3-1 stehen bleiben, ist das auch ein Problem, auch im 4-4-2. Es geht immer darum: Wie bereit ist der Spieler, in diesem System zu arbeiten und was hat er in gewissen Situationen zu tun?

LAOLA1: Höre ich da heraus, dass Sie kein großer Fan von Laptop- oder Konzept-Trainern sind, die alles haargenau am Papier festhalten und die Systemfrage in den Vordergrund rücken?

Kühbauer: Nein, wir beschäftigen uns schon sehr mit Video-Analyse, da machen wir einiges. Aber ich bin nicht der Typ, der - nur weil es wunderbar ausschaut – am Platz auf dem Laptop herumdrückt und eigentlich hat es der Spieler nicht verstanden. Wobei Video-Analyse bei uns im Trainerteam ein riesiges Thema ist. Aber man kann es auch übertreiben. Das richtige Maß macht es aus.

LAOLA1: Das richtige Maß ist ein gutes Stichwort: Wie viel Risiko wird Rapid im Frühjahr eingehen müssen, um vielleicht doch noch das obere Playoff zu erreichen?

Kühbauer: Risiko gehört immer im Fußball dazu. Wir werden als Rapid jetzt nicht abwarten, was passiert. Dass wir eine spielbestimmende Mannschaft sind, wird sich nicht verändern. Nur mit dem Aspekt, dass wir nicht glauben, das Spiel in den ersten acht Minuten mit 3:0 entscheiden zu müssen. Man kann das Spiel dominieren und den Kopf einschalten. Wir müssen darauf hinarbeiten, dass ein Spiel 90 Minuten dauert. Aber Rapid muss immer offensiv spielen.

LAOLA1: Kann man sagen, dass Rapid in den ersten Frühjahrsspielen eigentlich nichts zu verlieren, aber mit dem Erreichen des Meisterplayoffs viel mehr zu gewinnen hat?

Kühbauer: Wir haben jetzt die vier Spiele, dann ist eh der Schnitt. Aber wir wollen versuchen, diese Spiele zu gewinnen, ganz klar. Alles andere wird uns nicht helfen. Das muss generell der Sinn von Rapid Wien sein. Aber manchmal hat man von draußen das Gefühl gehabt, dass es heute nicht reichen wird. Das darf halt nicht sein. Ich will im Frühjahr schon bemerken, dass wir unbedingt als Sieger vom Platz gehen wollen.

LAOLA1: Also hat es Spiele gegeben, wo Sie von Anfang an gewusst haben, dass es nicht reichen wird?

Kühbauer: Ich bin noch nie in ein Spiel gegangen und habe vor dem Anpfiff so gedacht. Wenn du dann aber den Spielverlauf analysierst, und du etwa gegen die Austria 1:4 hinten bist, da kann dir nicht einmal mehr David Copperfield helfen. Da muss man dann halt versuchen, dass man die Niederlage im Rahmen hält. Aber es ist schon so, dass man manchmal das Gefühl hatte: Da stockt was! Im Frühjahr will ich spüren, dass es nicht nur eine Wortspende ist, sondern dass das auch ersichtlich ist, dass wir gewinnen wollen.

LAOLA1: In puncto Zielsetzung: Ist das obere Playoff für Sie ein Muss oder was passiert, wenn es Rapid nicht schafft?

Kühbauer: Wir werden alles daran setzen und es ist unser Bestreben, unsere Spiele zu gewinnen. Ob es dann reicht, steht auf einem anderen Blatt. Die Frage wäre: Wer hat den Charakter, um auch unten zu zeigen, worum es geht? Aber so lange wir noch die Restchance haben, werden wir daran glauben. Das große Problem ist aber, dass wir auch auf Gegner-Hilfe hoffen müssen. Wenn es so sein sollte, müssen wir aber in den drei Monaten genau so weiterarbeiten, um ein neues Rapid zu sein.

LAOLA1: Welche Auswirkungen würde das Verpassen des Meisterplayoffs arbeitstechnisch haben? Die Gegner sind anders, die Kritik und der Druck werden dadurch nicht geringer.

Kühbauer: Ich glaube jetzt nicht, dass wir absteigen würden – soweit denke ich nicht. Aber oben würde man andere Spiele sehen als unten. Die kleinen Mannschaften suchen ihr Heil in der Defensive, was verständlich ist. Wir könnten es vielleicht positiv dafür nützen, dass wir dann Zeit hätten, gegen diese defensiven Bollwerke Lösungen zu finden.

LAOLA1: Es wurde immer betont, dass es zwischen Ihnen und Fredy Bickel einen guten Austausch gibt, was Transfers betrifft. Reichen die Winter-Verpflichtungen, um die Lücken zu schließen und das Team besser zu machen?

Kühbauer: Wir haben nur einen gewissen Rahmen. Jeder Trainer hätte gerne fünf bis zehn Spieler, aber es ist halt leider nicht machbar. Deswegen muss ich nicht auf irgendeinen Wunsch hin etwas verändern. Hätten wir keinen Stürmer bekommen, wäre es halt so gewesen. Bei Srdjan Grahovac wussten wir, was wir kriegen. Er war ablösefrei, ist ein taktisch sehr cleverer Spieler, der uns gefehlt hat. Er ist intelligent, spricht die Sprache, hat sich hier immer wohl gefühlt und da habe ich nie das Gefühl gehabt, dass er weg gewesen wäre.

LAOLA1: Diese Trainer gibt es aber, die mit einer „Wunschliste“ zu einem Verein kommen – das war durchaus auch schon bei Rapid der Fall.

Kühbauer: Ja, das ist halt die Meinung der Öffentlichkeit, dass ein neuer Trainer eine Liste mit 20 Namen vorlegt. Wir drehen uns da immer im Kreis. Wir werden jetzt für das Frühjahr schauen, dass wir Spieler frühzeitiger an uns binden können. Mir ist schon wichtig, dass wir wissen – wenn die Saison beendet ist – welche Spieler wir haben und wo wir was brauchen. Jeder Trainer kann eine Spielerliste vorlegen, aber im Fußball ist wichtig, dass man sie auch bezahlen kann.

"Ich vertrage es überhaupt nicht, wenn man immer wieder dieselben Fehler macht, die zwar dann erkennt, wunderbar analysiert, aber eine Woche drauf wieder macht. Da kriege ich dann schon einen dicken Hals, das gefällt mir gar nicht. Undiszipliniertheit natürlich auch."

Und was bringt Kühbauer auf die Palme?

LAOLA1: Sie gehen sehr ruhig mit der doch angespannten Situation um, wirken mittlerweile geerdet, was früher vielleicht anders war. Wie kam es zu diesem persönlichen Wandel?

Kühbauer: Jetzt bin ich zehn Jahre Profi-Trainer, irgendwann wird man ruhiger. Die Emotionen und die Leidenschaft sind noch immer in mir drinnen, wobei ich sie jetzt besser kontrolliere. Man muss nicht immer herumschreien, man wird besonnener und weiß ganz genau, dass sehr viele Augen auf dich schauen. Das bedeutet ja nicht, dass ich nicht irgendwann mal wieder Emotionen zeige. Aber ich glaube trotzdem, dass man authentisch bleiben soll – und das ist bei mir nach wie vor der Fall.

LAOLA1: Wann ist bei Ihnen trotzdem das Maß voll? Was bringt Sie zur Weißglut?

Kühbauer: Ich vertrage es überhaupt nicht, wenn man immer wieder dieselben Fehler macht, die zwar dann erkennt, wunderbar analysiert, aber eine Woche drauf wieder macht. Da kriege ich dann schon einen dicken Hals, das gefällt mir gar nicht. Undiszipliniertheit natürlich auch.

LAOLA1: Würden Sie sich als Gerechtigkeits-Fanatiker sehen, in Bezug auf den früheren Umgang mit Schiedsrichtern, Medien,…?

Kühbauer: Das war ich früher definitiv! Aber ich habe mitgekriegt, dass man damit eigentlich nichts gewinnen kann. Obwohl du Recht hast – nicht immer natürlich, das muss ich auch dazu sagen – ist es so, dass du nur bei einem kleinen Teil gewinnen kannst. Der große Teil fragt eigentlich, warum fordert er die Gerechtigkeit ein? Er kann nur verlieren, dadurch habe ich des Öfteren verloren. Aber trotzdem will ich diese Zeit nicht missen.


Textquelle: © LAOLA1.at

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