Stefan Schwab: "Das war jetzt die Lösung"

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Manchmal braucht es keine großen Umbrüche, um eine Mannschaft zurück in die Spur zu führen.

Beim SK Rapid Wien wurden nach drei ausbaufähigen Leistungen in Serie im Laufe der Woche viele Baustellen gesichtet, eine Krise war nicht zu leugnen.

Das 4:0 über Slovan Bratislava in der Europa-League-Qualifikation sorgte aber für einen kleinen Gegenbeweis, was die Leistungsfähigkeit der Hütteldorfer betrifft.

Um für eine echte Trendwende zu sorgen, muss Grün-Weiß nachlegen. Mit dem Gastspiel beim LASK in der 4. Bundesliga-Runde am Sonntag (ab 17:00 Uhr im LIVE-Ticker) steht erneut eine Nagelprobe an.

Positive Energie statt Krisen-Gerede

Schwerwiegende taktische Umbrüche gab es zwischen dem matten 0:0 gegen den WAC und dem klaren Europa-League-Heimsieg über die Slowaken nicht. Es waren drei Tage "Kopfarbeit", die Rapid zu Beginn der Woche absolvierte.

Coach Goran Djuricin verwies besonders auf die Eigenleistung der Mannschaft in dieser Hinsicht, die sich selbstkritisch zeigte und selbständig zur Problemlösung ansetzte.

Aber wo musste genau angesetzt werden?

"Das Entscheidende, was wir besprochen haben, war: Wir müssen positive Energie reinbringen und mutig sein. Wir sind eine Mannschaft, die offensiv spielen und kicken soll, sich nicht nach hinten reindrängen lassen darf, denn da haben wir Schwächen", zählte Stefan Schwab nach dem Erfolg auf.

"Wir sind eine Mannschaft, die am Ball gut ist, das war gegen Slovan der Schlüssel. Wir waren mutig, haben gekickt, den Ball laufen gelassen, mehr Spaß damit gehabt und nach vorne gespielt."

Fehlender Kampf ist nicht das Thema

Vom WAC ließ man sich vier Tage zuvor im eigenen Allianz Stadion noch die Schneid abkaufen, auch gegen Altach war man beim 1:1 nur eine Halbzeit lang die spielbestimmende Mannschaft.

Überhaupt lieferte Rapid in den ersten Auftritten der Saison 2018/19 fast immer lediglich 45 "gute" Minuten ab, ehe die Grün-Weißen nach Seitenwechsel den Faden verloren. Aufgrund dessen waren es nicht unbedingt die fußballerischen Fähigkeiten, die von außen kritisiert wurden.

"Aber wir haben das Mentalitätsthema gar nicht angesprochen. Bewusst, weil wir das schon so lange hören und wissen, dass Mentalität auch zum Fußballspielen dazugehört", versicherte die Rapid-Leitfigur.

"Wir haben defensive Schwächen. Das wissen wir. Unsere Stärke ist der Ball, und das war gegen den WAC wirklich grausam. Wir sind eine offensive Mannschaft mit lauter Fußballern drin. Da müssen wir eben Fußball spielen."

Stefan Schwab

"Die Leute reden nur, dass wir reinhauen müssen, kämpfen und fighten. Das sind Grund-Tugenden, die gehören dazu. Wir waren gegen Slovan einfach mutiger. Haben versucht, Bälle schneller zurückzuerobern", sah Schwab einen entscheidenden Unterschied und vergaß dabei auf etwas offensichtliches nicht:

"Wir haben defensive Schwächen. Das wissen wir. Unsere Stärke ist der Ball, und das war gegen den WAC wirklich grausam. Wir sind eine offensive Mannschaft und haben lauter Fußballer drin. Da müssen wir eben Fußball spielen."

Gegen Slovan hätte das um einiges besser funktioniert, weswegen die eigenen Torchancen zurückkamen und das Gesamtbild des Spiels dermaßen abwich. Denn die "Null" stand auch gegen die Wolfsberger, wie Schwab erinnerte.

"Da muss man uns nicht vorwerfen, dass wir nicht kämpfen. Da müssen wir eine Lösung für die nächsten Spiele finden. Jetzt war die Lösung, dass wir kicken müssen."

Ein grundlegend anderes Programm voraus

Ob jede Mannschaft dieses "kicken" so einfach zulassen wird, wie es Slovan Bratislava im Rückspiel tat, bleibt zu bezweifeln.

Auch die Auftritte Altachs und des WAC im Westen Wiens werden mit den kommenden Aufgaben wenig gemeinsam gehabt haben.

Nach der Auswärtsfahrt zum LASK wartet das Europa-League-Playoff gegen den FCSB, nach einem Heimspiel gegen Wacker Innsbruck stehen in der Bundesliga Gastspiele bei Sturm und Salzburg sowie das Heimderby gegen die Austria an.

Dazu kommt bis Ende September das Cup-Duell bei Mattersburg und - sollten die Hütteldorfer in die Gruppenphase der Europa League einziehen - der Auftakt von weiteren sechs internationalen Partien im Herbst.

Zum Großteil grundlegend andere Aufgaben, als sie Rapid bislang zu bewältigen hatte.

Ein Schiff ohne seinen Kapitän?

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – nachdem Grün-Weiß nun beide Extreme kennenlernen durfte, muss der Traditionsverein nach vorne blickend und um die goldene Mitte bemüht sein.

"Es war ein Lebenszeichen. Nichtsdestotrotz wissen wir, dass das ein Aufflackern war, wir das sinkende Schiff nur ein bisschen auf Kurs gebracht haben. Wir müssen kühlen Kopf bewahren und versuchen auszublenden, was auf uns einprasselt, auch wenn das nicht ganz einfach ist", meinte Schwab.

Ob das Rapid-Schiff beim LASK mit seinem etatmäßigen Kapitän in See sticht, bleibt abzuwarten und ist eher zu bezweifeln. Schon der Einsatz gegen Slovan stand auf der Kippe, nach einem Schlag haben sich Schwabs Muskelbeschwerden nicht gerade verbessert.

Ein bisschen positive Energie ließe sich zur Not auch abseits des Feldes versprühen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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