Kühbauer nach Pleite extrem dünnhäutig

 

Der SK Rapid Wien muss sich nur wenige Tage nach dem schwachen Europacup-Auftritt gegen Anorthosis Famagusta (1:2) erneut mit Negativschlagzeilen auseinandersetzen.

Die Hütteldorfer müssen sich dem SCR Altach am Sonntag trotz 1:0-Führung bis in die Schlussphase letztlich noch mit 1:2 geschlagen geben (Spielbericht >>>).

Nach dem späten Ausgleich von Daniel Nussbaumer eröffnete ein Handspiel von Christoph Knasmüllner Altach in den letzten Zügen der Partie nochmal die dicke Chance, das Spiel vom Elfmeterpunkt zu entscheiden. Ein Geschenk, das ausgerechnet der Ex-Rapidler Atdhe Nuhiu dankend annahm.

Einer, der nach dem Spiel nicht allzu gut auf das Geschehene zu sprechen war, war Rapid-Cheftrainer Dietmar Kühbauer. Der Burgenländer musste nachdem Spiel gehörig Dampf ablassen. Speziell die Fragen, die die fehlende offensive Durchschlagskraft der Hütteldorfer betrafen, stießen dem Rapid-Coach ziemlich sauer auf.

"Ich muss mich jetzt wirklich entschuldigen vor ganz Österreich. Es ist leider so gewesen, dass wir nicht im Minutentakt Chancen gehabt haben. Es tut mir echt leid. Ich muss mich entschuldigen für meine Mannschaft", gab Kühbauer einen sarkastischen Einblick in seine Gefühlswelt im "ORF".

Kühbauer legt sich mit Reportern an

Auch im Interview mit "Sky" konnte sich ein sichtlich entnervter Kühbauer nicht zurückhalten. Nach zwei kurzerhand abgeschmetterten Fragen bezüglich Rapids Minimalismus in der Offensive explodierte der 50-Jährige förmlich.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)



"Haben Sie überhaupt gesehen, dass wir das Spiel gemacht haben die ganze Zeit. Es ist natürlich schwer, wenn eine Mannschaft zu zehnt hinten steht und sonst eigentlich nichts für das Spiel investiert. Ich glaube schon, dass Sie das vielleicht gesehen haben - möglicherweise nicht. Dann war es halt minimalistisch für Sie", redete Kühbauer wild auf "Sky"-Reporter Gerhard Krabath ein.

"Altach hat genau das Spiel gemacht, das wir gewusst haben. Wir hätten vielleicht den einen oder anderen Pass besser spielen können - keine Frage. Aber das Minimalistische und die anderen Dinge? Tut mir leid", zeigt sich Kühbauer echauffiert.

Kühbauer: "Immer zu sagen, es war minimalistisch..."

"Ich glaube, wir haben alles versucht. Es ist halt so, wir haben den Ball vielleicht nicht gut genug gespielt. Jetzt aber immer wieder permanent zu sagen, es war minimalistisch...", zeigt sich Kühbauer überhaupt nicht einverstanden mit der Sichtweise des Reporters.

Die Achterbahn-Saison des SK Rapid geht somit weiter. Vier Siegen in neun Spielen stehen ein Remis und vier Niederlagen gegenüber - zwei davon in den letzten zwei Spielen. Die hohe Belastung der letzten Wochen will auch Kühbauer nicht außer Acht lassen.

"Wir haben neun Spiele gehabt - ohne, dass ich die Spieler jetzt hier in Schutz nehmen will, aber ich denke doch, dass wir das Spiel bis zum 1:1 super unter Kontrolle gehabt haben. Immer zu sagen, wir fahren da her und hauen alles weg - so ist es leider nicht", redet sich Kühbauer weiter in Rage.

"Möglicherweise habt ihr nie Fußball gespielt"

"Keine Mannschaft in Österreich hat die Belastung gehabt wie wir im Moment. Da will ich die Spieler nicht in Schutz nehmen, aber möglicherweise habt ihr nie Fußball gespielt. Ich habe es auch nie erlebt in dieser Form", sagt der Burgenländer.

Am Donnerstag steht für Rapid bereits das nächste wichtige Spiel - das Europa-League-Playoff gegen Zorya Luhansk - an. Wo man nach den durchwachsenen Leistungen der letzten Tage am ehesten ansetzen wollen? "Wir müssen uns steigern", gibt sich Kühbauer wortkarg.

Richtig ins Detail will der Rapid-Cheftrainer am Sonntag nicht mehr gehen: "Ich habe schon gesagt, was es ist. Wir haben eine riesige Belastung und es ist jetzt genug. Danke", sprach er und zog entnervt, ohne eine weitere Frage zuzulassen, von dannen.

Canadi: "Richtig geiles Spiel"

Auf Seiten des SCR Altach ist die Freude nach dem etwas unerwarteten Punktgewinn selbstverständlich riesig. "Ich denke, über die 90 Minuten war das verdient", sagt Altach-Cheftrainer Damir Canadi.

"Wir hätten uns sicher schon vor der Pause das erste Tor verdient. Wir haben in der Halbzeit angesprochen, dass wir mutig bleiben und das Spiel gewinnen wollen. Leider gehen wir durch den Freistoß in Rückstand, haben dann aber eine Winner-Mentalität gezeigt", so der Wiener.

"Gegen Schluss war es ein richtig geiles Spiel", sagt Canadi, der ja Rapid-Vergangenheit besitzt, die Hütteldorfer von November 2016 bis April 2017 als Cheftrainer betreute. "Die Zuschauer gehen heute wirklich sehr glücklich nach Hause. So ein Spiel bleibt uns und auch für die Fans in Erinnerung."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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