Pacult scherzt bei Aufstieg: "Hasse Bierduschen"

Pacult scherzt bei Aufstieg: Foto: © GEPA
 

Willkommen in der Bundesliga, SK Austria Klagenfurt!

Die Kärntner haben sich den Aufstieg nach dem 4:0 in Kärnten auch im Rückspiel mit einem 1:0-Sieg gegen den SKN St. Pölten eindrucksvoll verdient und stoßen die Niederösterreicher in die 2. Liga.

Mit Schlusspfiff brechen die Jubeldämme, die bisherigen Zweitliga-Kicker liegen sich in den Armen und haben als Opfer der ersten Bierduschen Trainer Peter Pacult auserkoren. Trotz Feierlaune findet dies der letzte Meistertrainer Rapids nicht lustig und pfeift seine Spieler auf dem Feld zusammen. Beim anschließenden Interview bei "Sky" ist der 61-jährige Wiener, der es einmal mehr seinen Kritikern gezeigt hat, aber schon wieder zum Scherzen aufgelegt.

"Eigentlich stehe ich nicht auf BIerduschen! Die Spieler wissen schon, dass die Prämie heute gestrichen ist. Ich stinke wie ein Bierhaus", poltert Pacult und kündigt scherzhaft ein Straftraining bei der Rückkehr in Klagenfurt an. Mit einem Lächeln auf den Lippen feiert er dann aber seine Jungs: "Kompliment an die Mannschaft, man hat am Ende schon gemerkt, dass wir am letzten Zylinder gelaufen sind. Hochachtung vor dieser Mannschaft."

Pacult meint zu einer erneut geplanten Bierdusche durch die Mannschaft: "Dann gehen sie zu Fuß heim, dann fahr ich alleine mit dem Bus." Als er während des Interviews noch einmal in bester Stürmermanier einer Bierdusche ausweicht, nimmt er es mit Humor: "Als ehemaliger Stürmer muss man immer ein Auge dafür haben, was hinter einem passiert."

Pacult weiter: "Jetzt mal duschen gehen, ich hasse sowas."

"Jetzt stehen wir zurecht in der Bundesliga!" Kopfkino bei Pacult

Mental waren die letzten Tage vor dem historischen Tag in der Klagenfurter Geschichte für den Aufstiegscoach schwieriger als die 90 Minuten selbst.

"Das war absolutes Kopfkino, weil nach dem 4:0 jeder nur mehr vom Aufstieg geredet hat. Da ist es irrsinnig schwierig, Ruhe zu bewahren und die Mannschaft zu führen. Du weißt, es kommt noch das zweite Spiel. Es hat schon viele Ergebnisse gegeben. Ich habe damals mit Rapid 0:3 in Dresden verloren und daheim haben wir 5:0 gewonnen. In Deutschland war ein Spiel mit Stefan Maierhofer, die auswärts 4:0 gewonnen haben, daheim 0:4 und im Elfmeterschießen verlieren. Es gibt genug Beispiele, da war ein Riesen-Kopfkino."

Für die Vorbereitung auf das Rückspiel und die Köpfe wäre womöglich ein 1:0-Hinspiel-Sieg laut Pacult angenehmer gewesen, um den Fokus hochzuhalten. Doch die Reaktion seiner Mannschaft war beispielhaft.

"Die Mannschaft hat das sensationell weggesteckt und sich nach dem ersten Spiel sofort wieder fokussiert. Jetzt stehen wir zurecht in der Bundesliga! Austria Klagenfurt ist wieder dort, wo die Mannschaft eigentlich hingehört."

"Ein bisschen was, werden wir heute schon noch machen"

Die Stimmung auf dem Rasen vor zahlreich mitgereisten Fans aus Kärnten war nach dem Schlusspfiff ausgelassen. Markus Rusek lief mit Kapitänsmütze herum - der Captain wird das Schiff trotz Aufstieg in Richtung GAK verlassen.

Trotzdem will er den Moment nicht missen: "Unglaublich! Wir haben so gefightet, mit allem verteidigt, nichts zugelassen. Ich wünsche den Jungs alles Gute. Ich habe alles für sie gegeben, dass sie Bundesliga spielen können. Ich hoffe, ich komme dann nach."

Obwohl lange über einen möglichen Verbleib gesprochen wurde, steht er zu seiner Entscheidung. "Aber ich habe von Anfang an gesagt, dass ich alles für das Ziel Aufstieg tun werde. Ich bin ein Charakter, der bis zum Schluss alles gibt. Ich bin sehr froh über diesen Abschluss. Jetzt will ich nur mehr feiern und den Aufstieg genießen. Ein bisschen was werden wir heute schon noch machen", gibt Rusek zwinkernd zu.

Auch Thorsten Mahrer kann das "großartige Gefühl" noch nicht fassen. Vor allem der steinige Weg bis zu diesem Tag wird von ihm rekonstruiert, schlussendlich ist man dem Punkterückstand erfolgreich nachgelaufen und hat am Ende zugeschlagen. "Wir sind eine geile Truppe, die sich jetzt den Aufstieg verdient hat."

"Viele Leute hatten uns schon abgeschrieben, außer wir uns intern"

Etwas ruhiger ging es in diesem denkwürdigen Moment Markus Pink an. Der bundesligaerprobte Dreifach-Torschütze in den zwei Relegationsspielen wurde kurz vor Schluss von Robert Ljubicic wüst von den Beinen geholt und flog mit Rot vom Platz. Der Stürmer hinkte vom Platz, konnte beim Feiern allerdings schon wieder laufen.

"Es war schmerzhaft und hat sich im ersten Moment schlecht angefühlt. Aber mit dem Tape nach dem Schlusspfiff ist es halbwegs weg", hofft Pink, dass sein erst kürzlich lädierter linker Knöchel nicht schon wieder in Mitleidenschaft gezogen wurde.

"Die Schmerzen werden weniger, das Adrenalin steigt. Es war eine komplette Saison, wir haben alles dabei gehabt. Viele Leute hatten uns schon abgeschrieben, außer wir uns intern. Das ist uns zugute gekommen. Es war ein sehr gutes Spiel am Mittwoch und eine richtig gute Mannschaftsleistung heute. Das Tor zum Schluss war cool."

Als Feierbiest sieht sich Pink nicht, "ich bin ein sehr Ruhiger. Aber das eine oder andere Bier wird zu mir kommen, das werde ich genießen." Aufstiegs-Trainer Pacult wird es wohl auch lieber sein, wenn das Bier die dürstenden Kehlen hinunterrinnt als nach den Bierduschen seine Kleidung entlang.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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